Berliner Clubcommission blickt mit Sorgen auf den Herbst

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Manche Betreiber aus der Berliner Clubszene stellen sich auf einen schwierigen Herbst ein. Seit Monaten darf in der Hauptstadt wieder getanzt werden, das Leben ist an vielen Ecken zurück. Angesichts von Personalmangel, steigenden Preisen und anhaltender Pandemie stellten sich aber viele Fragen. «Wir gehen mit einer riesengroßen Angst in den Herbst, weil die Vorzeichen total ungünstig sind», sagte Verbandschefin Pamela Schobeß.

Frühjahr und Sommer seien alles andere als rund gelaufen. Es habe ein Überangebot an Veranstaltungen gegeben. «Die Leute gehen nicht mehr so viel weg, manche haben auch noch Angst, sich drinnen zu bewegen», sagte Schobeß. Auch Geld ist nach ihrer Beobachtung ein Thema. «Viele Leute haben Angst vor den steigenden Energiepreisen.»

Der Branche sind während der Pandemie auch Beschäftigte verloren gegangen. Angesichts der unsicheren Perspektive im Herbst sei es schwer, die Menschen zurückzugewinnen, sagt Schobeß. Ähnliches erzählt ihr Kollege Robin Schellenberg. Die Leute seien in verschiedene andere Jobs gewechselt. Auch an die Supermarktkasse, was früher vielleicht als weniger sexy gegolten habe. Jetzt hätten es manche lieben gelernt, nicht mehr nachts arbeiten zu müssen.

Schellenberg betreibt im Bezirk Neukölln den «Klunkerkranich» auf einem Parkhausdeck. Weil etliche Dinge teurer geworden sind, hätten auch sie ihre Eintrittspreise erhöhen müssen. Sie hätten das Glück, dass es dieses Jahr noch gewisse Förderungen gebe, schauten aber mit Sorge auf 2023. Sein Eindruck: Gäste gehen seltener aus und entscheiden sich spontaner. Außerdem reagierten Menschen in der Nachbarschaft mitunter empfindlicher auf Lärm. «Die Stille, das fanden viele sehr verlockend.»

Manche in der Branche fragen sich, wie es weitergeht. Wird der Clubbesuch deutlich teurer werden? Werden damit Menschen ausgeschlossen, die sich das nicht mehr leisten können? Und was passiert, wenn die Corona-Infektionszahlen stark steigen sollten?

Sollte ab Oktober auch eine Maskenpflicht in Innenräumen kommen, wäre das für Clubs nach Einschätzung von Schobeß keine gute Option. «Selbst wenn wir nicht staatlich geschlossen werden, müssen wir dann eigentlich eigenständig selber zumachen.» Im Club seien Leute unterwegs, hätten Getränke in der Hand, «springen herum und tanzen». Sie müssten Sicherheitspersonal durch die Gegend schicken, das Gäste darauf hinweise: «Hallo, bitte setz' deine Maske auf.»

In der Bundespolitik wird diskutiert, ob Bundesländer ab Oktober eine Maskenpflicht in Innenräumen erlassen können sollten. Es sollen Ausnahmen möglich sein, etwa bei Kultur- und Sportveranstaltungen, für getestete, frisch geimpfte und frisch genesene Menschen. Für den Fall, dass die Coronalage außer Kontrolle gerät, sollen die Länder die Regeln verschärfen und Ausnahmen streichen können. Schobeß kritisierte bei einem Pressegespräch zudem, gesprochen werde über Einschränkungen, aber nicht über Hilfen. Die brauche es aber. (dpa)


 

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