Chefs Warehouse - Gastronomie-Konzept aus Kapstadt vor Premiere in der Speicherstadt

| Gastronomie Gastronomie

In der Hamburger Speicherstadt konkretisieren sich die Pläne für eine prominente Neueröffnung. Das aus Südafrika stammende Gastronomiekonzept Chefs Warehousewird am 26. Februar 2026 seinen ersten Standort in Deutschland eröffnen.  Das Restaurant mit dem Beinamen Canteen & Bar bezieht Räumlichkeiten in der historischen Maschinenzentralstation am Sandtorkai 29, die nach einer umfassenden Sanierung durch die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) fertiggestellt wurde.

Chefs Warehouse - Zehntes Restaurant der Marke entsteht an der Elbe

Das Vorhaben ist das Ergebnis einer langjährigen Verbindung zwischen dem Gründer von Chefs Warehouse, Liam Tomlin, und dem Hamburger Gastronomen Christoph Strenger. Strenger, der mit seinen Partnern Gastro Consulting SKM GmbH bereits Betriebe wie das East Hotel oder das Clouds führt, beobachtet die südafrikanische Gastronomieszene seit zwei Jahrzehnten.

Tomlin startete sein Konzept im Jahr 2014 mit dem ersten Restaurant in der Bree Street in Kapstadt. Seitdem expandierten Liam und Janet Tomlin sowohl konzeptionell als auch standortbezogen. Das Hamburger Projekt markiert nun das zehnte Mitglied im Portfolio der Gruppe und gleichzeitig den ersten internationalen Standort außerhalb Südafrikas. Trotz der Expansion legt die Gruppe Wert darauf, dass die Betriebe keine klassische Kette bilden, sondern als eigenständige Restaurants mit individuellem Charakter geführt werden.

Die operative Leitung vor Ort übernimmt die teilhabende Geschäftsführerin Lina Koch. Als Küchenchef fungiert Eric Kröber, der zuvor zehn Jahre als Küchendirektor der East-Gruppe tätig war und unter anderem bei Mario Lohninger im Frankfurter Cocoon Club sowie bei Holger Bodendorf auf Sylt kochte.

Tapas for Two - Kulinarisches Profil und Kapazitäten

Das gastronomische Herzstück bildet das gemeinschaftliche Essen, das intern als Tapas for Two bezeichnet wird. Dabei werden aufeinander abgestimmte Gänge in künstlerischer Weise serviert, die zum Teilen gedacht sind. Die Küche versteht sich als gehobene, aber zwanglose Gastronomie. Eric Kröber adaptiert die Handschrift von Tomlin und ergänzt sie durch regionale sowie saisonale Produkte aus Norddeutschland. Auf der Karte finden sich Gerichte wie würzig angemachte Austern, verschiedene Risotto-Variationen und global inspirierte Gemüsegerichte.

Eine Besonderheit des Standorts ist die räumliche Aufteilung: Das Restaurant bietet im Erdgeschoss Platz für 150 Gäste. Auf einer Galerie oberhalb des Gastraums befindet sich ein Bar-Bereich mit weiteren 120 Plätzen. Laut Christoph Strenger soll die Bar einen eigenständigen Schwerpunkt bilden, um Gastronomie und Nachtleben miteinander zu verbinden. Wenn die Küche schließt, soll der Betrieb im Bar-Bereich fortgeführt werden.

Historische Bausubstanz trifft moderne Architektur

Der Standort selbst ist Teil der UNESCO-Welterbestätte. Die zwischen 1887 und 1888 errichtete Maschinenzentralstation diente einst der Energieversorgung der Speicherstadt. Das Klinkergebäude wurde im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und blieb jahrzehntelang unvollständig.

Im Rahmen eines komplexen Bauprojekts hat die HHLA die historische Substanz revitalisiert und durch ein modernes Kopfgebäude ergänzt, welches die bestehende Kriegslücke schließt. Das Restaurant erstreckt sich über die loftartige Maschinenhalle und den minimalistischen Neubau, die durch einen zentralen Lichthof miteinander verbunden sind.


 

Nachhaltigkeit in der Betriebsführung

Die Philosophie des Hauses setzt auf eine vollständige Verwertung der Lebensmittel, was durch Ansätze wie Nose-to-Tail und Root-to-Fruit verdeutlicht wird. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Gleichwertigkeit fleischfreier Speisen.

Liam Tomlin erklärt hierzu: „Wir bei Chefs Warehouse glauben, dass alle Gerichte gleich sind. Vegetarier oder Veganer zu sein, sollte weder für den Gast noch für den Koch ein Opfer bedeuten und wir sind stolz darauf, für alle eine große Auswahl anbieten zu können. Wir haben uns viel Mühe gegeben, sicherzustellen, dass alle pflanzlichen Gerichte so köstlich und aufregend sind, wie unsere Fisch- und Fleischgerichte auf der Speisekarte.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

ALEX will im Sommer 2028 ein neues Restaurant im Westfield Ruhr Park in Bochum eröffnen. Für den Standort in den geplanten „Wald Terrassen“ sind rund 330 Sitzplätze sowie eine Investition von etwa zwei Millionen Euro vorgesehen.

Am Leipziger Hauptbahnhof eröffnet mit Robyn’s das erste deutsche Robotik-Restaurant. Zwei Roboter bereiten Speisen und Getränke zu, ein Mitarbeiter bestückt die Zutatenmagazine und unterstützt die Gäste.

Im Mai 2027 feiert Starbucks 25 Jahre auf dem deutschen Markt. Zum Internationalen Tag des Kaffees am 1. Oktober blickt das Unternehmen bereits jetzt auf die Entwicklung seiner Kaffeehäuser und die Anpassung an deutsche Vorlieben zurück.

Der Steigenberger Icon Frankfurter Hof eröffnet das neue Gastronomie-Ensemble „Français Jour · Soir“. Tagsüber setzt das Konzept auf französische Bistro-Kultur, abends stehen private Veranstaltungen und Dinner im Mittelpunkt.

Mit Smashed Croissants, Abnehmspritzen und Snacks auf die Hand verändert sich unser Essverhalten. Was hinter dem Snacking-Boom steckt, erklärt die Food-Spezialistin und Trendforscherin Karin Tischer.

Wer über Lieferplattformen bestellt, zahlt nicht nur fürs Essen: Je nach Modell kassieren Lieferdienste 13 bis 30 Prozent Provision. Gleichzeitig behalten sie den direkten Zugang zu den Kundendaten. Für viele Gastronomen wird das zum teuren Geschäft – DEHOGA warnt: Bei solchen Margen können sich nur wenige Restaurants die Zusammenarbeit leisten.

Der erste Restaurant Impact Report von OpenTable untersucht die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von Restaurants in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Ausgaben rund um Restaurantbesuche, Beschäftigung, Gemeinschaft und das Verhältnis zwischen Gästen und Betrieben.

Zwei-Sterne-Koch Paul Stradner plant im ersten Quartal 2027 sein erstes eigenes Restaurant im 1839 Malerhaus in Achern. Julian Schmid soll die Küche vor Ort gemeinsam mit ihm verantworten; seine Tätigkeit in der Villa René Lalique setzt Stradner fort.

Cornelia Poletto hat auf dem Euref-Campus Düsseldorf ihre neue Kochschule und Eventfläche im Rahmen des Food-Festivals Chefs in Town mit einer italienischen Küchenparty eröffnet. Unterstützung gab es dabei von Nelson Müller und Ludwig Maurer.

Teaser: McDonald’s plant bis 2036 rund 8,5 Milliarden Dollar Unterstützung für Franchisenehmer. Der Konzern prüft proteinreichere Gerichte und will Küchen, Technik und Restaurantgestaltung verändern.