Debatte um Wiesn-Eintritt: Umfrage zeigt gespaltenes Meinungsbild

| Gastronomie Gastronomie

Die Finanzierung des Münchner Oktoberfests sorgt für Diskussionen. Während in der bayerischen Landeshauptstadt die Ablehnung gegenüber einer Eintrittsgebühr überwiegt, zeigt eine aktuelle bundesweite Erhebung ein anderes Bild. Fast die Hälfte der Deutschen könnte sich eine Gebühr für den Zugang zum Festgelände vorstellen.

Bundesweite Zustimmung bei jüngeren Befragten am höchsten

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Augsburger Allgemeinen befürworten 46 Prozent der Bundesbürger die Einführung eines Eintrittspreises für das Oktoberfest. Demgegenüber stehen 27 Prozent, die eine solche Maßnahme ablehnen. Ebenfalls 27 Prozent der Teilnehmer zeigten sich in der Frage unentschieden.

Besonders deutlich fällt das Ergebnis in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen aus. Hier sprach sich mit 51 Prozent eine absolute Mehrheit für eine Gebühr aus. Für die Erhebung wurden im Zeitraum vom 6. bis 9. Februar 2025 die Antworten von 5000 Personen berücksichtigt.

Regionale Unterschiede und die Position der Brauer

Innerhalb Bayerns stößt der Vorschlag auf deutlich mehr Widerstand als im restlichen Bundesgebiet. Im Freistaat lehnen 45 Prozent der Befragten eine Eintrittsgebühr ab, während lediglich 33 Prozent der Idee positiv gegenüberstehen.

Auslöser der aktuellen Debatte war ein Vorstoß von Georg Schneider, dem Präsidenten der bayerischen Bierbrauer. (Tageskarte berichtete) Er stellte die bisherige Finanzierungspraxis infrage, die Kosten des Volksfests maßgeblich über den Bierpreis zu decken. Schneider erklärte dazu: „Am Ende müssen wir uns die Frage stellen, ob Bier allein reicht, um eine Veranstaltung wie das Oktoberfest zu finanzieren.“ Als Alternative brachte er den Eintritt ins Spiel, nannte jedoch keine konkreten Vorstellungen zur möglichen Höhe einer solchen Gebühr.

Ablehnung durch Stadtspitze und Festwirte

Trotz der Umfrageergebnisse bleibt der Widerstand bei den Verantwortlichen in München groß. Oberbürgermeister Dieter Reiter und Wiesn-Chef Christian Scharpf erteilten der Idee eine Absage. Reiter betonte die soziale Komponente der Veranstaltung und sagte: „Das ist ein Volksfest, und das soll es auch bleiben.“ Er verwies dabei insbesondere auf Familien, die das Gelände besuchen, ohne zwangsläufig Geld in den Zelten auszugeben.

Auch die Wiesn-Wirte positionierten sich gegen den Vorschlag. Neben der Befürchtung, dass Eintrittsgelder den Charakter eines Volksfests zerstören könnten, wird die praktische Umsetzung kritisch gesehen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Bremer Innenstadt erhält einen neuen gastronomischen Zuwachs. Am 9. Januar 2026 eröffnet in der Martinistraße 58 ein Standort der schwedischen Kette Pincho Nation. Die Ansiedlung des Unternehmens wird durch die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH im Rahmen des Programms City UpTrade finanziell unterstützt.

Im Januar essen viele Menschen weniger Fleisch oder trinken weniger Alkohol. Manche verzichten gleich ganz und setzen auf Trends wie Veganuary oder Dry January. Was sagt die Gastro zu der Entwicklung?

In den USA sieht sich McDonald’s mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert. Kunden werfen dem Unternehmen vor, Verbraucher durch die Vermarktung des „McRib“-Burgers über die tatsächliche Beschaffenheit des verwendeten Fleisches zu täuschen.

Die Gastronomie steht vor einer große Transformation. Anpassung an den Klimawandel, Fachkräfteknappheit, Digitalisierung und Automatisierung sorgen dafür, dass neue Technologien in die Küchen einziehen, Ressourcen geschont und weniger Menschen benötigt werden. Fünf Planer des FCSI sprechen über ihre Visionen und Erwartungen für die Küche der Zukunft. 

McDonald's Deutschland erweitert sein Angebot dauerhaft um die neue Plattform Veggie. Seit Anfang Januar ergänzen fünf neue vegetarische Produkte, darunter Burger, Wraps und Salate, das Sortiment der Schnellrestaurantkette.

Eine aktuelle Auswertung von Sodexo für das Jahr 2025 zeigt den Wandel in deutschen Betriebskantinen. Neben Klassikern wie Currywurst und Bolognese bestimmen zunehmend Bowls, internationale Gerichte und pflanzenbasierte Konzepte den Speiseplan.

Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Nord zeigt Licht und Schatten im norddeutschen Tourismus: Während das Gastgewerbe einen deutlichen Stimmungsumschwung erlebt, blickt die Reisewirtschaft zunehmend besorgt auf die schwache Inlandsnachfrage und steigende Kosten.

Vor dem verheerenden Brand mit 40 Todesopfern im Schweizer Skiort Crans-Montana sind in der betroffenen Bar jahrelang keine Brandschutzkontrollen durchgeführt worden. Das hat der Präsident des Gemeinderats, Nicolas Feraud, mitgeteilt.

Nach der Identifizierung aller 40 Todesopfer des Brandinfernos in Crans-Montana steht fest: Viele derjenigen, die es nicht mehr lebend aus der brennenden Bar schafften, sind noch nicht volljährig gewesen. Das jüngste Todesopfer ist eine 14-jährige Schweizerin, wie die Schweizer Polizei im Kanton Wallis berichtet.

Die Strukturkrise im britischen Gastgewerbe hat sich im vergangenen Jahr weiter verschärft. Neue Daten belegen eine kontinuierliche Verringerung der Betriebszahlen, während die Branche vor einer massiven Erhöhung der steuerlichen Belastung steht.