Delivery Hero profitiert massiv von Corona-Krise

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Der Essenslieferdienst Delivery Hero setzt sein starkes Wachstum inmitten der Corona-Krise fort. Allein im Juni verdoppelte sich die Anzahl der Bestellungen, die der Kandidat für einen Aufstieg in den deutschen Leitindex Dax verzeichnete. Für das zweite Quartal ergibt sich damit ein Auftragsplus von 94 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Donnerstagabend in Berlin mitteilte.

Delivery Hero betreibt in mehr als 40 Ländern Bestellplattformen für Essen lokaler Anbieter und beschäftigt über 25 000 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist einer der großen Profiteure der Corona-Pandemie. Da Restaurants in vielen Ländern teils wochenlang geschlossen waren und manch einer wegen der Angst vor einer möglichen Ansteckung wohl auch den Gang in den Supermarkt scheute, bestellten viele Menschen ihr Essen und ließen es sich liefern. Zwar verzeichnete das Unternehmen laut den jüngsten Angaben im April zunächst einen Einbruch, danach zog das Auftragswachstum aber deutlich an.

Diese Entwicklung spiegelt auch der Aktienkurs wider. Der geriet im Sog des Corona-Börsencrashs ab Februar zwar zunächst unter Druck, erholte sich aber schnell und stieg auf Rekordhöhe. Seit dem März-Tief bei rund 50 Euro hat sich der Wert der Papiere in etwa verdoppelt. Zum Wochenschluss könnte der Konzern einen Börsenwert von 20 Milliarden Euro erreichen.

Das rasante Wachstum könnte Delivery Hero schon im September einen Platz im Dax bescheren. Denn spätestens dann muss der in einem Bilanzskandal steckende Zahlungsabwickler Wirecard die erste Börsenliga verlassen. Neben Delivery Hero ist auch der Hersteller von Duftstoffen und Aromen Symrise laut Experten ein Aufstiegskandidat.

Delivery Hero betreibt in mehr als 40 Ländern Bestellplattformen für Essen lokaler Anbieter und beschäftigt 25 000 Mitarbeiter, davon rund 1300 in Berlin. Sein Deutschlandgeschäft mit Marken wie Foodora, Lieferheld oder Pizza.de hat der Konzern im vergangenen Jahr an den niederländischen Konkurrenten Takeaway verkauft. Allerdings macht das Unternehmen weiterhin Verlust. Er könne noch keine Prognose abgeben, wann im laufenden Geschäft kostendeckend gearbeitet werden könne, sagte Finanzchef Emmanuel Thomassin bei der Hauptversammlung am Donnerstag. Die Vorhersage des Managements beschränke sich auf 2020. In diesem Jahr rechnet das Berliner Unternehmen weltweit mit einem Umsatz zwischen 2,4 Milliarden und 2,6 Milliarden Euro.


 

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