Berlin Food Network will Berliner Food-Branche eine gemeinsame Stimme geben

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Mit dem Berlin Food Network (BFN) ist in der Hauptstadt ein neuer Verein für die Food-Wirtschaft gegründet worden. Rund 100 Gäste aus Gastronomie, Food-Handwerk, Handel und Start-ups kamen am 17. August 2026 zur Gründungsfeier im Michelberger Restaurant in Berlin-Friedrichshain. Das Netzwerk will Akteure entlang der Wertschöpfungskette zusammenbringen sowie die nationale und internationale Sichtbarkeit der Berliner Food-Branche stärken.

Die Idee für das Netzwerk entstand nach Angaben von Alexandra Laubrinus, Co-Geschäftsführerin der Berlin Food Week, rund 20 Monate vor dem Start in ersten Gesprächen mit Eva-Maria Hilker. Inzwischen arbeitet ein zehnköpfiger Vorstand am Aufbau des Vereins.

Vorsitzender ist Ben Pommer, Geschäftsführer von BRLO Berlin. „Zum ersten Mal spricht die ganze Bandbreite der Berliner Food-Szene mit einer gemeinsamen Stimme. Sichtbarkeit entsteht, wenn wir uns vernetzen und unsere Vielfalt gemeinsam erzählen“, sagt Pommer.

GRW-Förderung soll Aufbau des Netzwerks drei Jahre unterstützen

Der Vorstand arbeitet nach Angaben des BFN bislang komplett ehrenamtlich. Für den Aufbau operativer Strukturen soll in den kommenden Wochen Unterstützung gesucht werden. Die derzeitige Aufbauphase werde ausschließlich über Mitgliedsbeiträge getragen.

Für die weitere Arbeit ist eine GRW-Netzwerkförderung aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft bewilligt. Der Förderzeitraum soll voraussichtlich im Oktober 2026 beginnen.

Auf seiner Website bezeichnet das BFN die Förderung als einmalige Anschubfinanzierung für die ersten drei Jahre. Ein Großteil der Arbeit soll darüber finanziert werden. Langfristig sollen Mitgliedsbeiträge, Fördermitglieder und Sponsoren den Fortbestand sichern.

Verein will Branche auch bei politischen Terminen vertreten

Das Berlin Food Network versteht sich als „branchenweites Netzwerk und zentrales Cluster für die gesamte Wertschöpfungskette der Berliner Food-Branche“. Der Verein will die wirtschaftlichen und fachlichen Interessen seiner Mitglieder vertreten und die Sichtbarkeit der Berliner Gastronomie- und Food-Szene erhöhen.

Zu den in der Satzung festgelegten Aufgaben gehören die Vertretung der Branche bei stadtpolitischen Terminen und die Einbindung in das Destinationsmanagement und Destinationsmarketing Berlins. Außerdem sollen unter anderem Maßnahmen und Aufgaben des Senats, von visitBerlin, Berlin Partner und DEHOGA innerhalb der Branche und des Netzwerks sichtbar gemacht werden.

Das BFN will zudem eine Datenbasis schaffen, auf deren Grundlage gezieltere Maßnahmen zur wirtschaftlichen Förderung und Transformation entwickelt werden können.

BFN versteht sich als Ergänzung zur klassischen Verbandsarbeit

Auf seiner Website erklärt das Netzwerk, es verstehe sich ausdrücklich nicht als Konkurrenz, sondern als strategische Ergänzung zu bestehenden Akteuren. Die Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette und die gemeinsame Positionierung der Berliner Food-Szene seien nach Darstellung des BFN Bereiche, die nicht im Fokus klassischer Verbandsarbeit stünden.

Dabei sucht der Verein ausdrücklich den Austausch mit visitBerlin. Die Tourismusorganisation führt das Berlin Food Network bereits als Branchenpartner. Nach Angaben des BFN sollen visitBerlin mehr Fakten und Informationen aus der Branche zur Verfügung gestellt werden, die bei Entscheidungen über neue Kampagnen helfen könnten.

Auch die Politik hatte das Netzwerk bereits vor dem jetzigen Start aufgegriffen. Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey verwies Anfang 2026 im Abgeordnetenhaus auf das damals kurz vor der Vereinsgründung stehende Berlin Food Network. Zudem wurde das BFN in Unterlagen des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages als Beispiel für regionale Food-Netzwerke aufgeführt.

Zehn Akteure bilden ehrenamtlichen Vorstand des Netzwerks

Neben Pommer gehören Miranda Zahedieh vom Bite Club als stellvertretende Vorsitzende und Michael Hetzinger von der Berlin Food Week als Finanzvorstand zum Vorstand. Weitere Mitglieder sind Lia Carlucci vom Food Campus Berlin, Eva-Maria Hilker von EssPress, Melanie Hübel von Sawade, Alexandra Laubrinus von der Berlin Food Week, Tom Michelberger vom Michelberger Hotel, Regine Schneider von Die Schneiderei und Anja Schmidt von Weinläden Schmidt und Restaurant Rutz.

Das Netzwerk richtet sich an Gastronomie, Food-Handwerk und Manufakturen, Food-Start-ups, Fachhandel und Märkte, Veranstalter sowie Agenturen, Berater und Dienstleister. Die Kommunikation soll nach Angaben des BFN auf Deutsch und Englisch erfolgen.

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