Delivery-Hero-Tochter Glovo in Italien - Gerichtsbeschluss zu 40.000 Fahrern

| Gastronomie Gastronomie

Die italienische Tochtergesellschaft des spanischen Lieferdienstes Glovo muss auf Anordnung eines Gerichts in Mailand die Arbeitsbedingungen für rund 40.000 Fahrer neuregeln. Dies geht aus einem aktuellen Gerichtsbeschluss hervor. Das Unternehmen Foodinho, welches die italienische Einheit von Glovo bildet, steht unter der Kontrolle des deutschen Konzerns Delivery Hero.

Glovo unter gerichtlicher Aufsicht

Die Mailänder Staatsanwaltschaft hatte Foodinho bereits Anfang des Monats unter gerichtliche Aufsicht gestellt.  Ein Richter bestätigte diese Entscheidung nun und beauftragte einen Verwalter damit, eine legale Beschäftigung der Fahrer sicherzustellen. Dieser Verwalter besitzt die Befugnis, notwendige Maßnahmen auch gegen die Entscheidungsgewalt des Managements durchzusetzen.

Differenzen über die Art der Anstellung

In dem gerichtlichen Dekret wird angeführt, dass die Fahrer Vergütungen erhielten, die deutlich unterhalb der Armutsgrenze lagen. Während das monatliche Existenzminimum für Arbeitnehmer in Italien mit 1245 Euro beziffert wird, lag der Durchschnittsverdienst laut Gericht bei 2,50 Euro pro Lieferung. In bestimmten Fällen habe die Bezahlung das Niveau der Armutsgrenze um mehr als 75 Prozent unterschritten.

Glovo trat den Darstellungen teilweise entgegen. Das Unternehmen betonte, dass der Gerichtsbeschluss nicht zwangsläufig die Festanstellung aller 40.000 Fahrer bedeute. Man werde vollumfänglich mit den Behörden kooperieren und Daten vorlegen, die eine faire Vergütung gemäß den gesetzlichen Anforderungen belegen sollen.

Druck auf Delivery Hero an der Börse

Die juristischen Entwicklungen in Italien belasten die Situation des Mutterkonzerns Delivery Hero. Analysten der Citigroup wiesen bereits auf die finanziellen Risiken hin, die durch steigende Personalkosten und die Bildung von Rückstellungen entstehen könnten. Die Profitabilität des Unternehmens steht somit verstärkt im Fokus der Investoren.

Der Aktienkurs von Delivery Hero bewegte sich zuletzt volatil nahe der 20-Euro-Marke. Dies markiert einen erheblichen Rückgang gegenüber den Höchstständen während der Pandemie im Jahr 2021, als die Aktie über 145 Euro notierte.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Berliner Kuchel Eck am Ludwigkirchplatz hat wieder geöffnet. Seit Anfang Mai wird die traditionsreiche Eckkneipe von Gastronom Josef Laggner betrieben. Der Gastro-Unternehmer setzt auf die Fortführung der klassischen Eckkneipentradition.

Die Frankfurter Hospitality-Gruppe Cuisyn setzt auf die Übernahme und Weiterentwicklung bestehender Gastronomiebetriebe. Als aktuelles Beispiel nennt das Unternehmen die Integration der Wille Gastronomie Gruppe, durch die die Mitarbeiterzahl auf mehr als 500 gestiegen sei.

Die Berliner Bar Mokka Milch öffnet am 12. Juni nach einer knapp zweiwöchigen Pause erneut ihre Türen. Zuvor hatten technische Probleme und Anpassungen interner Abläufe zu einer vorübergehenden Schließung geführt.

Lorenzo Parrotta aus Ludwigshafen darf sich nun Weltmeister nennen. In Neapel holte sich der Deutsch-Italiener den Titel in der Kategorie Pizza Contemporanea (zeitgenössische Pizza). Dabei backt Parrotta Pizza nur im Nebenberuf. Eigentlich ist er Chemiearbeiter.

Das Kopenhagener Spitzenrestaurant Noma öffnet im August wieder dauerhaft seine Türen, wobei der in der Kritik stehende René Redzepi die Rolle des Kreativ-Direktors übernimmt. Die operative Verantwortung wird an ein neues Führungsteam übertragen.

Burgermeister will noch 2026 in Österreich starten. Geplant sind zunächst drei Restaurants in Wien, langfristig soll ein Netz von mindestens 20 Standorten entstehen.

Big Squadra eröffnet am 12. Juni das Restaurant Pamela am Berliner Gendarmenmarkt. Der neue Standort ist das vierte Restaurant der Gruppe in Deutschland und erweitert das bestehende Portfolio in Berlin.

Eine internationale Verbraucherumfrage im Auftrag von Lightspeed zeigt, dass Restaurantgäste persönliche Aufmerksamkeit und Freundlichkeit höher bewerten als Beratungskompetenz. In Deutschland werden Probleme zudem häufig direkt mit dem Servicepersonal besprochen.

Das Restaurant Noma will im August 2026 wieder in Kopenhagen eröffnen. Gleichzeitig kündigt das Restaurant eine neue Führungsstruktur sowie ein Konzept mit zwölf saisonalen Abschnitten pro Jahr an.

Die Heitlinger Genusswelten haben eine neue Weinbar in Östringen-Tiefenbach eröffnet. Das Konzept setzt auf regionale Produkte, biodynamische Weine und wird im Winter durch eine Brasserie ergänzt.