Delivery Hero verkauft Taiwan-Geschäft für 600 Millionen US-Dollar

| Gastronomie Gastronomie

Die Delivery Hero SE hat mit Grab Holdings Limited eine Vereinbarung über den Verkauf ihres Lieferplattform-Geschäfts in Taiwan für einen Barpreis von 600 Millionen US-Dollar getroffen. Wie das Berliner Unternehmen am 23. März 2026 mitteilte, erfolgt die Transaktion auf einer barmittel- und schuldenfreien Basis. Der Abschluss des Geschäfts wird nach Angaben des Konzerns für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet und steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen.

Die Veräußerung der unter der Marke foodpanda geführten Aktivitäten stellt laut Mitteilung einen ersten Schritt innerhalb einer laufenden strategischen Überprüfung dar. Delivery Hero beabsichtigt, den Nettoerlös aus dem Verkauf zur Schuldentilgung sowie für allgemeine Unternehmenszwecke zu verwenden. Das Unternehmen arbeitet bei diesem Prozess mit dem Finanzberater JP Morgan zusammen, um die Kapitalallokation zu optimieren und den Wert für die Aktionäre zu steigern.

Finanzielle Kennzahlen und operative Übergangsphase

Das Liefergeschäft in Taiwan erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 ein Bruttowarenvolumen von 1,5 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA vor Zuweisung von Konzernkosten war in diesem Zeitraum laut Unternehmensangaben positiv. Da es sich um eine Trennung der taiwanischen Sparte von der globalen Infrastruktur handelt, seien laut Delivery Hero umfassende Vorbereitungen notwendig gewesen, um den Betrieb während des Übergangs stabil zu halten.

Bis zum endgültigen Vollzug der Transaktion will der Konzern das Geschäft in Taiwan unverändert fortführen. Nach dem Closing sollen die lokalen Kunden, Händler und Lieferpartner schrittweise auf die Plattform von Grab überführt werden. Für den Käufer bedeutet die Übernahme den Eintritt in den neunten Markt und die erste Expansion außerhalb von Südostasien.

Strategische Einordnung

Niklas Östberg, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von Delivery Hero, bezeichnete die Veräußerung laut Mitteilung als wesentlichen Teil der aktuellen Strategie. Das Geschäft in Taiwan spiegele durch diesen Barabschluss eine entsprechende Attraktivität wider. Östberg betonte zudem die Transformation des Konzerns hin zu einer Anwendung für den täglichen Bedarf durch die Erweiterung verschiedener vertikaler Marktsegmente.

Anthony Tan, Group CEO von Grab, erklärte nach Angaben des Unternehmens, dass die Erfahrungen aus Südostasien direkt auf den taiwanischen Markt übertragbar seien. Grab sehe erhebliche Möglichkeiten, den Bereich der Lebensmittel- und Warenauslieferung vor Ort weiter auszubauen. Für Grab stellt Taiwan den ersten Markt außerhalb der bisherigen Kernregion dar.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wer in die Tiefen der Kochkunst eindringen möchte, wird in Dresden unterirdisch fündig. Zwei Stockwerke geht es im Keller der Sächsischen Landesbibliothek - Universitäts- und Staatsbibliothek (SLUB) - abwärts, bevor sich eine kulinarische Welt der besonderen Art öffnet.

Eine Umfrage unter 142 Food-Truck-Betreibern zeigt: Die Mehrheit erzielt weniger als 40.000 Euro Jahresgewinn. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg scheint weniger die Arbeitszeit als vielmehr das gewählte Geschäftsmodell zu sein.

Das Berliner Kuchel Eck am Ludwigkirchplatz hat wieder geöffnet. Seit Anfang Mai wird die traditionsreiche Eckkneipe von Gastronom Josef Laggner betrieben. Der Gastro-Unternehmer setzt auf die Fortführung der klassischen Eckkneipentradition.

Die Frankfurter Hospitality-Gruppe Cuisyn setzt auf die Übernahme und Weiterentwicklung bestehender Gastronomiebetriebe. Als aktuelles Beispiel nennt das Unternehmen die Integration der Wille Gastronomie Gruppe, durch die die Mitarbeiterzahl auf mehr als 500 gestiegen sei.

Die Berliner Bar Mokka Milch öffnet am 12. Juni nach einer knapp zweiwöchigen Pause erneut ihre Türen. Zuvor hatten technische Probleme und Anpassungen interner Abläufe zu einer vorübergehenden Schließung geführt.

Lorenzo Parrotta aus Ludwigshafen darf sich nun Weltmeister nennen. In Neapel holte sich der Deutsch-Italiener den Titel in der Kategorie Pizza Contemporanea (zeitgenössische Pizza). Dabei backt Parrotta Pizza nur im Nebenberuf. Eigentlich ist er Chemiearbeiter.

Das Kopenhagener Spitzenrestaurant Noma öffnet im August wieder dauerhaft seine Türen, wobei der in der Kritik stehende René Redzepi die Rolle des Kreativ-Direktors übernimmt. Die operative Verantwortung wird an ein neues Führungsteam übertragen.

Burgermeister will noch 2026 in Österreich starten. Geplant sind zunächst drei Restaurants in Wien, langfristig soll ein Netz von mindestens 20 Standorten entstehen.

Big Squadra eröffnet am 12. Juni das Restaurant Pamela am Berliner Gendarmenmarkt. Der neue Standort ist das vierte Restaurant der Gruppe in Deutschland und erweitert das bestehende Portfolio in Berlin.

Eine internationale Verbraucherumfrage im Auftrag von Lightspeed zeigt, dass Restaurantgäste persönliche Aufmerksamkeit und Freundlichkeit höher bewerten als Beratungskompetenz. In Deutschland werden Probleme zudem häufig direkt mit dem Servicepersonal besprochen.