Die Sorgen der deutschen Sterneküche

| Gastronomie Gastronomie

Deutsche Sternerestaurants stehen finanziell oft auf wackligen Beinen. Das mussten die Mitarbeiter des La Vie in Osnabrück auf die harte Tour lernen, was Billy Wagner aus dem Nobelhart & Schmutzig in Berlin sogleich zu einem Seitenhieb veranlasste. In einer Stellenausschreibung hatte er darauf hingewiesen, dass bei ihnen nicht die Großindustrie das Sagen hätte und das Restaurant deshalb nicht so einfach schließen könne. Wagner hat inzwischen klargestellt, dass sich seine Worte nicht gegen Thomas Bühner richteten: „Dass Thomas Bühner da nichts für kann, das ist mir vollkommen klar“, unterstrich er. „Wir alle hier waren von der Nachricht vergangene Woche sehr erschrocken und konnten es nicht verstehen, wie ein Konzern so mit geschätzten Mitarbeitern umgehen kann.“, sagt Wagner der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Das La Vie ist aber kein Einzelfall in Deutschland. So mussten unter anderem auch die Stuttgarter Speisemeisterei von Frank Oehler sowie das Sternerestaurant Endtenfang im Fürstenhof Celle aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Wie nun Hannes Finkbeiner für die Schaumburger Nachrichten schreibt, seien Restaurants auf diesem Niveau sensible Geschäftsmodelle. Vor allem die Personalkosten, die Küchentechnik sowie der Wareneinsatz würden die Kosten nach oben treiben. So sei es auch zu erklären, dass hierzulande neun von zehn Drei-Sterne-Restaurants in Hotels oder Gasthäuser zu finden sind.

Mit den Gründen für die Probleme hat sich Finkbeiner natürlich auch beschäftigt: Zum einen sei die Vielfalt in Deutschland größer denn je, zum anderen habe die Spitzenküche hierzulande noch immer nicht den Stellenwert, den sie in anderen Ländern habe.
 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Marché baut das gastronomische Portfolio im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe weiter aus und eröffnet mit dem Bandipur einen neuen Standort mit asiatischem Speisenangebot.

Der neue britische Premierminister Andy Burnham setzt seine Agenda zur Senkung der Lebenshaltungskosten fort. Pubs, Clubs und Veranstaltungsorte für Live-Musik in England sollen von kommendem April an von einer 20-prozentigen Reduzierung der Gewerbesteuer profitieren.

Mit nur wenigen Jahren als Küchenchef wurde das Restaurant der Mühle Schluchsee unter der Leitung von Fabian Obergfell mit dem zweiten Michelin-Stern ausgezeichnet. Seine kulinarische Inspiration findet er nach eigenen Worten nicht in Trends, sondern in Erinnerungen.

Darf die Stadt im Münchner Univiertel den Verkauf von Bier zum Mitnehmen verbieten, um Anwohner zu schützen? Dazu hat das Verwaltungsgericht München ein Urteil verkündet. Geklagt hatte ein Gastronom.

Wer früher an der Cafétheke ein paar Cent Trinkgeld in einen Becher warf, steht heute oft vor einem kleinen Bildschirm mit voreingestellten Prozentsätzen. Die Null-Prozent-Option, also kein Trinkgeld, ist dabei schwerer oder auch gar nicht zu finden, wie Verbraucherschützer kritisieren. 

Nach der Insolvenz der Kalle Halle GmbH wird die Food Hall im Berliner Kalle Neukölln von den dort ansässigen Gastronomen weitergeführt. Während der Eigentümer MREI auf Eigenverantwortung und neue Strukturen setzt, verweist der bisherige Betreiber auf die Kündigung des Mietvertrags und die schwierige Lage im Gastgewerbe.

Spanien will das Rauchverbot deutlich ausweiten. Künftig könnten Restaurantterrassen, Strände und zahlreiche weitere öffentliche Außenbereiche rauchfrei werden – sofern das Parlament zustimmt.

Die Deutsche Bahn plant ein Alkoholkonsumverbot an allen rund 5.400 Bahnhöfen. Restaurants, Bars und Cafés in den Stationen sowie die Bordgastronomie in den Fernzügen sind von der Regelung jedoch ausdrücklich ausgenommen.

Teaser: Das weltweit einzige dauerhaft betriebene Nutella Café in Chicago hat nach einer umfassenden Modernisierung wieder eröffnet. Ferrero erweitert das Angebot und kündigt neue digitale Bestellfunktionen an.

Der New York Slice Club eröffnet am 31. Juli 2026 seinen ersten Flagship-Store in Hamburg. Das Konzept orientiert sich nach Unternehmensangaben an der New Yorker Slice-Shop-Kultur und zieht in die Alsterarkaden ein.