Dieter L. Kaufmann mit 89 Jahren gestorben

| Gastronomie Gastronomie

Der Koch Dieter L. Kaufmann aus Grevenbroich ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Das berichtet Jürgen Dollase in einem Nachruf. Kaufmann hatte über Jahrzehnte das Hotel-Restaurant Zur Traube geführt, das 1973 den ersten und 1983 den zweiten Michelin-Stern erhielt.

Dollase würdigt Kaufmann als eine für ihn persönlich prägende Figur. Neben dessen Küche erinnert er an das gemeinsame Wirken mit seiner Frau Elvira. Die internationalen Erfahrungen des Paares hätten die Gourmetküche und die Gourmet-Gastronomie ihres Restaurants geprägt.

Kaufmann sammelte Erfahrungen in der Schweiz, Schweden und England

Die biografische Darstellung bei Wikipedia beschreibt Kaufmanns berufliche Stationen: Er absolvierte eine Konditorlehre in Grevenbroich und eine Kochlehre in Düsseldorf. 1958 arbeitete er im Grand Hotel Eden Montreux in der Schweiz. Parallel dazu besuchte er bis 1959 die Hotelfachschule Heidelberg. Anschließend folgte eine Stelle im Grand Hotel Saltsjöbaden in Schweden.

Erfahrungen im Service sammelte Kaufmann ebenfalls im Ausland. 1960 arbeitete er im Savoy Hotel in London, von 1961 bis 1962 im dortigen Mayfair Hotel.

Kaufmann erwarb die Traube und erhielt zwei Michelin-Sterne

Im März 1962 erwarb Kaufmann das Hotel-Restaurant Zur Traube in Grevenbroich. Den biografischen Angaben zufolge erhielt das Restaurant 1973 den ersten Michelin-Stern. 1983 folgte der zweite Stern; die Auszeichnung mit zwei Sternen hielt die Traube bis 2009.

Im März 2014 schloss Kaufmann das Restaurant nach 52 Jahren. 2018 verkaufte er das Gründerzeit-Haus, das im selben Jahr unter Denkmalschutz gestellt wurde. Dort richtete er noch eine Abschlussveranstaltung aus.

Dollase würdigt Kaufmanns Küche und das Wirken seiner Frau

In seinem Nachruf nennt Dollase das „Parfait vom Stör mit Kaviar“ als ein häufig mit Kaufmann verbundenes Gericht. Für ihn selbst sei noch wichtiger gewesen, wie Kaufmann und seine Frau den Gästen feine Esskultur vermittelt hätten.

Dollase beschreibt Kaufmanns Gerichte als geschmacklich elegant und von denen anderer Köche unterscheidbar. Auch dessen Champagner-Sammlung erwähnt er im Zusammenhang mit einem gepflegten Genuss. Kaufmann habe schon länger nicht mehr aktiv gearbeitet. Seine Qualitäten sollten aus Dollases Sicht über das Gedenken hinaus als Anregung erhalten bleiben.

Kollegen erinnern an gemeinsame Reisen und Kaufmann als Lehrmeister

Unter dem Beitrag äußern sich zahlreiche Köche und Gastronomen. Jochen Strehler berichtet, er habe vor seiner Selbstständigkeit „anno 89/90“ in Grevenbroich gearbeitet. Kaufmann beschreibt er als zurückhaltenden Lehrmeister mit klaren Regeln und Prinzipien. „Ich habe extrem viel gelernt in dieser Zeit“, schreibt Strehler.

Hans-Peter Wodarz erinnert an eine gemeinsame zehntägige kulturelle und kulinarische Reise durch China im Jahr 1983. Daran hätten auch Eckart Witzigmann und vier weitere Kollegen teilgenommen. Walter Stemberg, Vincent Moissonnier und weitere Kommentatoren bekunden ihre Anteilnahme. Frühere Gäste schildern Erinnerungen an Restaurantbesuche und Begegnungen mit Kaufmann.

Eric Werner würdigt Kaufmann als Vorbild für junge Selbstständige und beschreibt ihn als verlässlich, unaufgeregt, konstant, mutig und ausdauernd.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Seit vergangener Woche wurde nach einem Medienbericht spekuliert, dass Starbucks eine auf mexikanische Küche spezialisierte Restaurant-Kette kaufen könnte. Doch dazu kommt es nicht.

Rund 2,5 Millionen Gäste statt 4,2 Millionen im Vorjahr: Der Cannstatter Wasen endet mit deutlich geringeren Besucherzahlen. Wie die dpa berichtet, gehe auch der Bierkonsum weiter zurück. Veranstalter und Festwirte zeigen sich dennoch zufrieden.

Schwabinger Tor Bräu hat ein Wirtshaus im Andaz-Hotel in München eröffnet. Die angeschlossene Brauerei produziert seit 2025 und beziffert ihre mögliche Jahresproduktion auf bis zu 100.000 Liter Bier.

Weißer Trüffel gilt als wertvoll – nun macht ihm auch der Klimawandel zu schaffen. Die Delikatesse könnte nach Hitze und Dürre in diesem Sommer noch teurer werden. Experten hoffen auf den Spätherbst.

Die Gastronomische Akademie Deutschlands hat Drei-Sterne-Koch Christian Bau auf der 78. Frankfurter Buchmesse mit der Goldenen Feder für sein Buch „Paris–Tokio“ ausgezeichnet. Im Rahmen des Wettbewerbs vergab die Jury insgesamt 61 Preise an Verlage und Autoren.

Daniel Craig hat sich einem Bericht der „Times“ zufolge am Londoner Pub „Horseshoe“ beteiligt. Mit zwei Geschäftspartnern wolle der frühere James-Bond-Darsteller das Lokal in Clerkenwell zunächst renovieren lassen.

Klaus Rader, Co-Gründer von L'Osteria, kommt auf Mallorca bei einem Autorennen ums Leben. Die Unfallursache ist unklar. Die Veranstalter sagen nach dem Unfall das Ereignis ab.

Starbucks hat laut Financial Times mit Beratern an einer möglichen Übernahme von Chipotle gearbeitet. Ob bereits ein formelles Angebot vorliegt, ist nicht bekannt; Starbucks verweist auf seinen laufenden Konzernumbau.

Burger King heißt in Australien Hungry Jack’s. Der ungewöhnliche Name geht auf ein Markenproblem aus dem Jahr 1971 zurück. Später eskalierte der Streit zwischen Burger King und seinem australischen Franchisenehmer sogar vor Gericht.

Die Stadt Mainz bleibt bei ihrem Verbot für das Oktoberfest. Daran änderte auch die Vorlage neuer Unterlagen nichts, die der Veranstalter gemeinsam mit dem Gaststättenverband Dehoga am Mittwoch eingereicht hatte.