Eat Berlin startet – Mehr Geld für gutes Essen

| Gastronomie Gastronomie

Schwarzwald-Küche kombiniert mit Asia-Rezepten und Sterne-Menüs aus Fingerfood-Häppchen mit Bier dazu: Deutschlands Edelköche und Top-Köchinnen mixen munter Traditionelles mit Exotischem. Das berichten Organisatoren und Gastronomen anlässlich des Feinschmecker-Festivals Eat Berlin. Kulinarik-Fans können sich ab Donnerstag in Dutzenden Lokalen und Event-Locations mit Menüs und Weinen von Branchen-Stars aus ganz Deutschland verwöhnen lassen.

Brisante Themen in der Feinschmecker-Szene sind dabei steigende Preise und verkürzte Öffnungszeiten wegen des Personalmangels. Die 10. Eat Berlin läuft bis zum 7. November.

Bernhard Moser (48), Festivalleiter und Mitglied im Landespräsidium des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Berlin, berichtet, dass Spitzengastronomen im Verband bei den Gästen im Laufe der Corona-Pandemie Veränderungen beobachtet hätten: Die Bereitschaft, mehr Geld für wirklich gutes Essen auszugeben, sei gestiegen, schildert er. Dabei sind erhöhte Preise nur ein Teilaspekt. «Auch die Weinumsätze haben sich verändert. Gäste, die früher im Schnitt 70 Euro pro Flasche investiert haben, geben heute 90 Euro aus», sagt er. «Die Wertschätzung dem Winzerhandwerk gegenüber ist gestiegen.»

Die Sorgen der Branche wegen fehlender Mitarbeiter erreichen längst auch die Kunden: «Der Personalmangel führt dazu, dass es zum Beispiel in Berlin schwieriger geworden ist, mittags auf sehr hohem Niveau zu speisen. Denn manche Köche haben in ihren Restaurants den Mittagstisch gestrichen, auch weil das Personal fehlt», berichtet Moser. «Andere reduzierten ihre Öffnungszeiten generell, etwa von fünf Tagen auf nur noch vier.»

Wegen der Personalengpässe würden auch in Bayern gute Restaurants mittags öfter schließen, sagt Alexander Huber, Sternekoch im oberbayerischen Pleiskirchen. «Oder sie nehmen abends Tische raus und haben damit weniger Gäste.» Der 42-Jährige ist Deutschland-Präsident im europäischen Verband anspruchsvoller junger Köche, kurz JRE (Jeunes Restaurateurs d’Europe). Die Vereinigung feiert auf der Eat Berlin ihren 30. Geburtstag als deutscher Zweig.

Im «Huberwirt» im Landkreis Altötting serviert der Küchenchef eine Kombination aus «bayerischer Tradition mit Avantgarde»: etwa Gerichte aus einer achtjährigen Kuh aus dem Nachbarort mit Austern und anderen Frutti di Mare. «Früher war ich klassischer und habe strenger getrennt, heute mische ich Zutaten spielerischer. Was zählt ist der optimale Geschmack», sagt Huber. Der JRE-Präsident hat bei der Berliner Jubiläumsfeier zwar keinen Auftritt, aber andere JRE-Mitglieder wie Jungstar Viktoria Fuchs aus dem Münstertal in Baden-Württemberg sorgen für Wirbel.

Fuchs (31), die im Schwarzwald-Traditionsrestaurant «Spielweg» Co-Chefin ist, kocht in Berlin zum Beispiel Hirschrücken mit einem grünen Thai-Curry. «Produkte von hier treffen mit Aromen aus aller Welt zusammen», beschreibt sie ihre Neuinterpretation der Schwarzwald-Romantik. «Es kann auch ein wenig verrückt sein.» Ihre Veranstaltung am Montag (1.11.) ist laut Programm ausgebucht. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Landesumweltamt NRW hat Geruchsmessungen an Holzkohlegrillanlagen in der Gastronomie beauftragt. Ein Forschungsbericht im Auftrag des Umweltbundesamtes untersucht die Emissionen gewerblicher Grills und die Wirksamkeit von Abgasreinigungssystemen.

 

Sechs Köche treten am 16. November in München im Finale von „Koch des Jahres“ an. In fünf Stunden müssen sie ein Drei-Gänge-Menü zubereiten, das anschließend von einer zwölfköpfigen Jury bewertet wird.

Das Posthotel Alexander Herrmann in Wirsberg verändert seine Gastronomie. Im Mittelpunkt stehen das auf 172 Abende begrenzte AURA unchained 172 und die Umwandlung des Bistros „oma & enkel“ in ein fränkisches Wirtshaus.

Laut YouGov ist der Anteil der Alkoholtrinker in Deutschland innerhalb von zehn Jahren von 78 auf 68 Prozent gesunken. Der Barmanager der Hamburger Skyline Bar 20up berichtet zugleich von steigender Nachfrage nach alkoholfreien Cocktails – ihr Anteil am Cocktailverkauf liege bei rund 30 Prozent.

Uber hat den Kauf der US-Cateringplattform ezCater für 2,3 Milliarden US-Dollar vereinbart. Mit der geplanten Übernahme soll Catering in das Angebot von Uber Eats eingebunden werden; der Abschluss steht noch unter Vorbehalt.

Die meisten Gourmetrestaurants seien weniger gefragt als noch vor einigen Jahren, erklärt Gusto-Gründer Markus Oberhäußer und verweist auf ein Überangebot an Fine-Dining-Konzepten. Zum Koch des Jahres kürt der Restaurantführer Sebastian Obendorfer vom Eisvogel in Neunburg vorm Wald.

True Food Kitchen hat ein Chapter 11-Verfahren beantragt und zwölf Restaurants geschlossen. Die US-Kette, an der Oprah Winfrey weiterhin beteiligt ist, betreibt noch 34 Standorte und plant einen gerichtlich beaufsichtigten Verkaufsprozess.

Am 2. November verkündet der Michelin Guide Schweiz seine Restaurantauswahl für das Jahr 2026. Die Zeremonie findet dieses Jahr auf fast 1.500 Metern Höhe in Andermatt in den Schweizer Alpen statt.

Das Münchner Oktoberfest ist ein Millionen-Spektakel. Doch noch nie war so viel los wie in diesem Jahr. Von einer «Gute-Laune-Wiesn» spricht die Stadt - doch wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten.

Paris führt das Streetfood-Ranking von Radical Storage vor Athen und Thessaloniki an. Die Untersuchung aus April 2026 vergleicht 6.897 Betriebe und berücksichtigt unter anderem Anbieterdichte, Preise und Bewertungen.