Energiekosten - Pub-Sterben in Großbritannien befürchtet

| Gastronomie Gastronomie

Die britische Pub-Branche warnt angesichts eines bevorstehenden gewaltigen Anstiegs der Energiekosten vor einem Kneipensterben. Nach Angaben des Verbands British Beer and Pub Association (BBPA) legen die Gas- und Strompreise für die Lokale am 1. April um durchschnittlich 18 400 Pfund (20 800 Euro) im Jahr zu. Dann läuft eine staatliche Unterstützung aus. Der BBPA forderte die Regierung auf, die Hilfen - wie für private Haushalte bereits angekündigt - fortzusetzen. Ansonsten seien Tausende Pubs in ihrer Existenz bedroht, sagte BBPA-Chefin Emma McClarkin.

«Dies ist schon viel zu lange ein kritisches Thema für unsere Branche», sagte McClarkin. «Je näher der 1. April rückt, desto eher ist der Punkt erreicht, an dem Unternehmen nicht mehr weiter können, da die Kosten steigen und ihre Gewinnmargen vollständig ausgelöscht werden.» 2022 haben nach Verbandsangaben mehr als 560 Pubs im Land dicht gemacht. Das seien mehr als in jedem Jahr der Pandemie.

McClarkin warnte, falls die Branche keine neue Unterstützung erhalte, müssten die höheren Kosten an die Kunden weitergegeben werden. Die Preise für Bier im Pub waren zuletzt bereits deutlich gestiegen. Im Februar kostete ein Pint (0,568 Liter) nach Angaben des britischen Statistikamts im Durchschnitt 4,45 Pfund, ein Jahr zuvor waren es noch 3,98 Pfund - ein Plus von 11,8 Prozent.

Um den Pubs unter die Arme zu greifen, kündigte die Regierung jüngst an, die Abgaben für Fassbier vom 1. August an einzufrieren. BBPA-Chefin McClarkin begrüßte den Schritt zwar. Die Maßnahme gleiche allerdings die «katastrophalen Auswirkungen von steigender Inflation und unfairen Energieverträgen» nicht aus, sagte sie. Zudem sorgt in der Gastronomie für Ärger, dass die Steuern auf alle anderen alkoholischen Getränke wie bisher geplant im Einklang mit der Inflation um mehr als 10 Prozent steigen sollen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant-Hotel Obauer in Werfen wird Ende Oktober 2026 schließen. Karl, Rudi und Angelika Obauer beenden den Familienbetrieb nach mehr als 47 Jahren und treten in den Ruhestand.

Die Berliner Kaffeekette LAP Coffee hat nach eigenen Angaben ihren ersten Standort in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Der neue Store befindet sich in Köln. Das Konzept von LAP Coffee sorgt in der Branche für Diskussionen.

Laut einer Forsa-Umfrage schränken viele Menschen in Deutschland wegen steigender Preise ihren Alltag ein. Besonders häufig wird bei Restaurantbesuchen, Kraftstoff und Freizeitaktivitäten gespart.

Die Bayerischen Jugendmeister 2026 im Gastgewerbe wurden in der Münchener Allianz Arena gekürt. Neben Einzelsiegern in vier Kategorien wurde auch die beste Mannschaftswertung unter den bayerischen Berufsschulen ermittelt.

Im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen schweren Bandendiebstahls hat die Münchner Polizei Wohnungen und Spinde von Mitarbeitern des Spatenhauses an der Oper durchsucht. Die Ermittlungen richten sich gegen 50 Tatverdächtige auch aus der Belegschaft des Restaurants.

McDonald’s hat im ersten Quartal 2026 Umsatz und vergleichbare Verkäufe gesteigert. Das Unternehmen meldet Wachstum in allen Geschäftssegmenten sowie höhere Systemumsätze weltweit.

Schnittverletzungen führen in der Gastronomie zu durchschnittlichen Ausfallzeiten von über einer Woche pro Vorfall. Die BGN informiert über die korrekte Auswahl, Pflege und Lagerung von Handmessern zur Vermeidung von Arbeitsunfällen.

Der Michelin Guide Belgien und Luxemburg 2026 ist in Antwerpen vorgestellt worden. Zwei Restaurants erhielten neu zwei Michelin-Sterne, zehn weitere wurden erstmals mit einem Stern ausgezeichnet.

Gordon Ramsay hat die Servicegebühr in seinem Londoner Restaurant Lucky Cat für saisonale Menüs auf 20 Prozent erhöht. Medienberichte und Stimmen aus der Branche verweisen auf eine breitere Debatte über Trinkgeld, Löhne und Preisgestaltung in der Gastronomie.

Ein Dönerfirma-Chef sah sich in einem David-gegen-Goliath-Streit schon als Sieger, doch nun kommt es doch zum Schulterschluss mit dem Fast-Food-Riesen KFC. Ein bekannter Schauspieler wirkte daran mit.