Bericht: Five Guys Europa sucht Investor

| Gastronomie Gastronomie

Der europäische Betreiber der US-amerikanischen Burger-Kette Five Guys steht möglicherweise vor einer signifikanten Veränderung der Eigentümerstruktur, wie Sky News berichtet. Die Investmentgesellschaft Freston Ventures des Telekommunikations-Milliardärs Sir Charles Dunstone hat die Investmentbank Goldman Sachs damit beauftragt, einen Käufer für einen großen Anteil an Five Guys Europe zu finden, erfuhr Sky News.

Insidern zufolge könnte eine Beteiligung von bis zu 50 Prozent zum Verkauf angeboten werden, wobei alle Optionen geprüft werden. Der Wert des gesamten europäischen Geschäftsbetriebs, der fast 300 Standorte umfasst, wird auf bis zu 600 Millionen Britische Pfund geschätzt, teilt Sky News mit.

Strategischer Verkaufsprozess eingeleitet

Goldman Sachs soll in den letzten Wochen bereits erste Unterlagen an potenzielle Bieter, darunter große Buyout-Firmen, verschickt haben. Laut Informationen von Sky News erfolgte die Mandatierung von Goldman Sachs, nachdem diese zuvor auch die Veräußerungen von Anteilen an der Hähnchen-Kette Wingstop und der indischen Restaurantgruppe Dishoom erfolgreich begleitet hatten.

Dieser Verkaufsprozess wird durch eine vorherige Transaktion erleichtert: Sky News zufolge hat sich Sir Charles Dunstone anscheinend mit der Gründerfamilie Murrell geeinigt, deren 50-prozentige Beteiligung an Five Guys Europe zu erwerben. Im Zuge dessen wird Five Guys Europe in Zukunft eine Lizenzgebühr an den US-Markeninhaber entrichten.

Erfolgreiche Expansion in Europa

Sir Charles Dunstone, der auch als Mitbegründer von Carphone Warehouse und TalkTalk bekannt ist, brachte die Burger-Kette im Jahr 2013 nach Europa, nachdem er die Familie Murrell in New York kennengelernt hatte. Die erste britische Filiale wurde in Covent Garden, London, eröffnet. Sechs Jahre später zählte das Unternehmen bereits 100 Standorte im Vereinigten Königreich.

Aktuell betreibt Five Guys Europe knapp 300 Restaurants in verschiedenen europäischen Ländern, darunter Frankreich, Deutschland und Spanien. Im Vereinigten Königreich selbst gibt es 177 Filialen. Das Unternehmen beschäftigt in Europa rund 9.000 Mitarbeiter und plant, in weitere Länder wie Italien und Portugal zu expandieren, wie Sky News weiter berichtet. Weltweit umfasst das Geschäft von Five Guys, einschließlich des US-Geschäfts, über 2.000 Filialen in 26 Ländern.

Das europäische Geschäft, das von John Eckbert als CEO geleitet wird, hat sich in den letzten Jahren widerstandsfähig gezeigt und ist zu einem wichtigen Akteur im Segment der Premium-Burger im Vereinigten Königreich aufgestiegen – ein Markt, der in der Vergangenheit von zahlreichen Insolvenzen betroffen war (z. B. Byron Burger).

Finanzielle Stabilität inmitten eines angespannten Marktes

Vor Kurzem schloss Five Guys Europe eine Refinanzierung in Höhe von 185 Millionen Britischen Pfund ab, um seine Verbindlichkeiten angesichts des herausfordernden Umfelds für Restaurantbetreiber längerfristig abzusichern.

Die Suche nach einem neuen Investor findet in einer Zeit statt, in der der Gastgewerbesektor angesichts bevorstehender Haushaltsentscheidungen und der Sorge vor weiteren Unternehmenssteuererhöhungen in Großbritannien angespannt ist. In der jüngsten Vergangenheit mussten mehrere Gastronomieketten Insolvenz anmelden, darunter die britischen Betriebe von Pizza Hut. Andere bekannte Marken wie Cote und TGI Fridays wechselten ebenfalls den Besitzer.

Sir Charles Dunstone lehnte eine Stellungnahme zu dem Verkaufsprozess ab, als er von Sky News kontaktiert wurde.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Lieferando hat in Hamburg ihre Awards für das Jahr 2025 verliehen und dabei Infinity Sushi zum bundesweiten Gesamtsieger gekürt. Erstmals erhielten auch Unternehmen aus dem Lebensmittel- und Einzelhandel eigene Auszeichnungen in dem nutzerbasierten Ranking.

Die Caterer im Dehoga fordern für das Jahr 2026 umfassende wirtschaftliche Reformen und warnen vor zusätzlichen Belastungen durch die geplante Tierhaltungskennzeichnung. Neben dem Abbau von Bürokratie setzt sich der Verband für eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten ein.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland feiern im Jahr 2026 ihr 35-jähriges Bestehen und setzen mit dem Jubiläumsmotto „Genuss, der weitergeht“ verstärkt auf Nachwuchsförderung und soziale Projekte.

Jamie Oliver hat ein neues „Jamie’s Italian“ in London eröffnet. Der Standort am Leicester Square markiert laut Medienberichten die Rückkehr der Marke nach der Insolvenz im Jahr 2019.

Katharina Aichhorn aus Baden-Baden gewinnt den Next Chef Award 2026 auf der Internorga in Hamburg. Im Finale setzte sie sich mit einem exakt nachgekochten Gericht gegen internationale Konkurrenz durch.

In der Motorworld Region Stuttgart in Böblingen ist ein neues Restaurant eröffnet worden. Gleichzeitig wurde ein  Hotel am Standort neu ausgerichtet. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, umfasst das Angebot nun das Motorworld Inn Restaurant sowie das Motorworld Inn Hotel, das aus dem bisherigen V8-Classic-Hotel hervorgegangen ist.

Der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) sucht wegweisende Konzepte für das Jahr 2026. Bis Anfang Mai können Unternehmen ihre Bewerbungen für den Branchenpreis einreichen, der im September verliehen wird.

Der Hamburger Foodservice Preis 2026 ehrt Karls Erlebnis-Dörfer und Haferkater für ihre wirtschaftlichen Erfolge. Der diesjährige Ehrenpreis ging an Henry McGovern, der über drei Jahrzehnte die Entwicklung der Restaurantgruppe AmRest beeinflusste.

Die Initiative „Lokalhelden gesucht“ startet in die zweite Runde: Kleine Gastronomiebetriebe können ab sofort ein Preisgeld von 20.000 Euro sowie Sachleistungen gewinnen, um ihre wirtschaftliche Zukunft zu sichern.

Das Althoff Seehotel Überfahrt schließt die Neugestaltung der Überfahrer Bar ab. Neben einem neuen Designkonzept setzt Barchef Christian Chilla auf eine Mischung aus Klassikern und monatlich wechselnden Eigenkreationen.