Erstes deutsches Robotik-Restaurant am Leipziger Hauptbahnhof eröffnet

| Gastronomie Gastronomie

Mit Robyn’s eröffnet am Leipziger Hauptbahnhof das erste deutsche Robotik-Restaurant. Die Speisen und Getränke werden dort von zwei Robotern weitgehend autonom zubereitet. Gründer Florian Schneider setzt dafür auf einen Küchenroboter des Hamburger Unternehmens goodBytz und einen Getränkeroboter des Schweizer Anbieters Smyze, wie Transgourmet Deutschland mitteilt. Die dpa hatte die Eröffnung für den 16. September 2026 angekündigt.

Das Restaurant umfasse gut 60 Quadratmeter, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Zum Start stünden 14 Gerichte auf der Karte, darunter vegetarische und vegane Speisen. Das Angebot reiche von Porridge über Salate und Pasta bis zu Kaiserschmarrn und asiatischen Gerichten.

Die Gäste bestellen über einen Bildschirm. Schneider erläuterte gegenüber der dpa: „Der Gast wählt am Touchpad das Essen aus und der Roboter bereitet alles frisch zu. In zwei bis sechs Minuten ist das Gericht fertig“.

Küchenroboter dosiert Zutaten grammgenau und übernimmt auch den Abwasch

Die Gäste können dem Küchenroboter hinter einer Scheibe bei der Arbeit zuschauen. Wie die dpa berichtet, hole der Greifarm zunächst eine Pfanne. Anschließend würden die Zutaten grammgenau hinzugegeben und auf einem von acht Kochfeldern gegart. Das Essen werde in einer Pappschale zum Mitnehmen ausgegeben.

Auch den Abwasch übernehme der Roboter und räume die Spülmaschine ein und aus. Je nach Gericht könne die von goodBytz gemietete Technik 80 bis 120 Speisen pro Stunde zubereiten.

Die Rezepturen stammen nach Schneiders Angaben gegenüber der dpa von einem ehemaligen Sternekoch. Transgourmet erklärt, sie seien speziell entwickelt worden. Ergänzend stehe eine bestehende Rezeptbibliothek von goodBytz zur Verfügung.

Schneider investiert rund 100.000 Euro in den Leipziger Modellversuch

Schneider habe rund 100.000 Euro investiert und sehe Leipzig als Modellversuch, berichtet die dpa. Für einen profitablen Betrieb müssten nach seiner Kalkulation etwa 150 Gerichte täglich verkauft werden. „Um profitabel zu sein, müssen wir etwa 150 Gerichte am Tag verkaufen. Wenn es funktioniert, wollen wir natürlich wachsen.“

Im Geschäft sei ein Mitarbeiter vorgesehen, erklärte Schneider gegenüber der Nachrichtenagentur. Dieser müsse die Magazine regelmäßig mit Zutaten bestücken. Besonders in der Anfangszeit stehe er den Gästen als Ansprechpartner zur Verfügung und erkläre die Abläufe.

Ein zweiter Roboter bereitet Kaffee und weitere Getränke zu

Für die Getränke setzt Robyn’s auf Technik von Smyze. Die dpa nennt ein Angebot von 35 Getränken, darunter zehn verschiedene Kaffees, frische Limonaden und alkoholfreie Mocktails. Transgourmet führt außerdem zuckerreduzierte Vitaldrinks auf.

Auch der Getränkeroboter bereite die Bestellungen für die Gäste sichtbar hinter einer Scheibe zu. Smyze biete die Technik als schlüsselfertiges „Robobarista as a Service“-Konzept an, teilt Transgourmet mit.

Transgourmet testet Produkte und Warenversorgung für den automatisierten Küchenbetrieb

Transgourmet Deutschland arbeitet nach eigener Darstellung eng mit goodBytz zusammen und ist als Lebensmittelgroßhändler an dem Projekt beteiligt. Automatisierte Küchen erforderten möglichst konstante Größen, Konsistenzen und Produkteigenschaften der eingesetzten Lebensmittel, damit die definierten Abläufe zuverlässig funktionierten.

Das Unternehmen erprobe Robotik-Lösungen bereits seit mehreren Jahren im eigenen Innovation Hub in Hamburg. Dort würden unter realen Bedingungen Anforderungen an Produkte, Warenversorgung und digitale Schnittstellen getestet.

An der Entwicklung des Gesamtkonzepts war der Mitteilung zufolge auch die Soda Group beteiligt. Sie habe Robyn’s von der Markenstrategie über das Interior Design bis zu Prozessen und Guest Experience begleitet. Die Vermarktung übernehme Trustdino, ein auf digitales Marketing für Unternehmen mit lokalen Standorten spezialisierter Partner im Transgourmet-Netzwerk.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Sodexo Deutschland übernimmt die gesamte Gastronomie und das Event-Catering im neuen DKB-Campus Upbeat in Berlin. Die Zusammenarbeit umfasst auf 35.000 Quadratmetern Fläche mehrere Gastronomiebereiche sowie Konferenzservices.

Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés und Eissalons in Baden-Württemberg haben im Juni 2026 real 7,2 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr lagen ihre preisbereinigten Umsätze 5,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Biertreber als Appetizer, Futter nach Geheimrezept: Auf Gut Karlshof leben die Ochsen, die bald auf der Wiesn verspeist werden. Warum einer Sebastian heißt - und wie seine Haut zur Schürze wird.

Frans Zimmer, bekannt unter dem Künstlernamen Alle Farben, tritt beim Festival Chefs in Town 2026 in Düsseldorf mit zwei kulinarischen Formaten an. Gemeinsam mit Florian Conzen und Mike Süsser gestaltet der Musiker ein Restaurant-Takeover sowie ein Angebot am Foodtruck.

Beim Auswärts-Essen kommt am Ende die Rechnung, und viele geben netten Bedienungen dann auch etwas mehr. Das geht nicht nur bar. Verbraucherschützer kritisieren «Design-Tricks» bei digitalen Optionen.

Die Eat Happy Group führt mit Mrs. Yumami eine neue Marke für koreanische Lebensmittel ein. Zum Start kommt Korean Style Fried Chicken in den Sorten Sweet & Spicy und Soy & Garlic in deutsche Supermärkte.

Lufthansa nimmt ab September fünf warme Speisen in das Onboard-Delights-Angebot auf. In der Economy Class können Passagiere unter anderem Currywurst von Dönninghaus und einen Cheeseburger von Hans im Glück vorbestellen.

​​​​​​​Der Kochberuf scheint bei jungen Menschen wieder stärker gefragt zu sein. In Dresden beginnen in diesem Sommer 186 Nachwuchskräfte eine Ausbildung zum Koch oder zur Köchin. Der Beruf gewinnt nach Einschätzung des Tourismusverbandes wieder an Attraktivität.

Feinkost Käfer baut seine Aktivitäten in Japan aus. In Fukuoka hat die erste Käfer Alps Kitchen eröffnet. Das Engagement des Münchner Unternehmens in Japan reicht bis 1992 zurück – und bereits 2016 gab es Pläne für eine eigene Coffee-Shop-Kette.

Bei den Uber Eats Awards 2026 wurden durch ein öffentliches Online-Voting 16 Betriebe als Bundesland-Gewinner für das Halbfinale ermittelt. Eine Jury um Sternekoch Tim Raue kürt im Finale in Berlin den Sieger des mit 40.000 Euro dotierten Titels.