Gastro-Analyse: Gäste kommen häufiger, sind aber sparsamer

| Gastronomie Gastronomie

Eine aktuelle SumUp-Auswertung zum Jahresbeginn 2026 zeigt eine zweigeteilte Entwicklung in der deutschen Gastronomie. Trotz der Mehrwertsteuersenkung und einer gestiegenen Anzahl an Besuchen agieren die Gäste bei ihren Ausgaben zurückhaltender. Während die Zahl der Transaktionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,46 Prozent zunahm, sank der durchschnittliche Rechnungsbetrag zeitgleich um 12,84 Prozent.

Regionale Unterschiede und Konsumverhalten

Die Sparsamkeit der Gäste lässt sich bundesweit beobachten, tritt jedoch regional unterschiedlich stark auf. Besonders deutlich reduzierte sich der durchschnittliche Zahlungsbetrag im Saarland und in Thüringen mit jeweils minus 24 Prozent sowie in Sachsen-Anhalt mit einem Rückgang von 22 Prozent. In diesen Regionen achten die Kunden laut der Datenanalyse besonders strikt auf ihre Ausgaben.

Parallel dazu setzt sich der Trend zur bargeldlosen Zahlung weiter fort, wobei eine ausgeprägte Ost-West-Dynamik erkennbar ist. In den ostdeutschen Bundesländern verzeichnete SumUp signifikante Zuwächse bei den Kartenzahlungen. Thüringen führt diese Entwicklung mit einem Plus von 58 Prozent an, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 38 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 31 Prozent. Brandenburg und das Saarland registrierten jeweils einen Anstieg von 22 Prozent, während das Wachstum in den übrigen westdeutschen Bundesländern moderater ausfiel.

Zuwachs bei digitalen Trinkgeldern

Trotz der sinkenden Pro-Kopf-Ausgaben zeigt sich beim Service-Entgelt eine positive Tendenz. Die Nutzung der digitalen Trinkgeldfunktion stieg im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent an. Da der prozentuale Anteil des Trinkgeldes am Rechnungsbetrag nahezu konstant blieb, deutet dies auf eine weiterhin vorhandene Wertschätzung gegenüber dem Servicepersonal hin.

Sonderrolle für Food Trucks

Innerhalb der Branche stechen Food Trucks mit einer überdurchschnittlichen Performance hervor. In diesem Segment stieg die Anzahl der Transaktionen um 17 Prozent, was zu einem Wachstum der durchschnittlichen Einnahmen über Kartenzahlungen von 7 Prozent führte. Besonders auffällig ist hier die Akzeptanz der digitalen Trinkgeldfunktion, die im Vorjahresvergleich um 60 Prozent häufiger verwendet wurde. Dies stellt einen Spitzenwert innerhalb der untersuchten Gastronomiebereiche dar.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Restaurants und Cafés in Kroatien müssen ab dem 1. Oktober neben aktuellen Preisen auch Referenzpreise ausweisen. Der Zagreber Gastronomieverband befürchtet Verwirrung bei Gästen.

Die traditionsreiche Berliner Feinkost-Institution Rogacki kehrt mit einem Pop-up-Standort in die Markthalle Neun zurück und bereitet die Rückkehr nach Charlottenburg vor.

Ab Oktober müssen kroatische Restaurants und Cafés neben dem aktuellen Preis auch einen historischen Referenzpreis ausweisen. Arbeitgeber kritisieren den bürokratischen Mehraufwand.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland haben in der Villa Marburg in Heigenbrücken den diesjährigen Team Day ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Treffens standen neun unterschiedliche Masterclasses sowie der sogenannte Markt der Genüsse.

Das Hamburger Sterne-Restaurant Haebel beendet am 31. Dezember 2026 seinen regulären Betrieb. Fabio Haebel nennt Grenzen der vorhandenen Infrastruktur als Grund und kündigt weitere Veranstaltungen in den bisherigen Räumen an.

Kentucky Fried Chicken hat im texanischen McKinney ein neues Konzeptrestaurant eröffnet, das als Testlabor für erweiterte Menüs und modernisierte Serviceprozesse dient.

Starbucks schließt rund 250 Filialen in den USA und Kanada, um das nordamerikanische Netzwerk zu restrukturieren. Durch die Reduktion unrentabler Standorte soll die operative Effizienz gesteigert werden. Die Kosten belaufen sich auf 300 Millionen US-Dollar.

Seit Freitag wird auf dem Wasen wieder kräftig getrunken, geschunkelt und gefeiert. Bei vielen Gästen auch mit Zigarette - obwohl es ein strengeres Nichtrauchergesetz gibt. Wie kann das sein?

Ein komplettes Mittagessen für nur einen Euro? Das lockt viele Studierende in Frankreich an - und sorgt für Überlastung bei den Mensen. Muss das Angebot bald eingeschränkt werden?

Auf dem Wasen herrscht in den kommenden 17 Tagen wieder so etwas wie Ausnahmezustand. Bis zum 11. Oktober wird nach dem traditionellen Auftakt um 16.00 Uhr auf dem zweitgrößten Volksfest der Welt in Stuttgart wieder getrunken, geschunkelt und gefeiert.