Gastwirt kann wegen Storchennest kein Bier brauen

| Gastronomie Gastronomie

Die vielen Storchennester locken jedes Jahr Touristen ins kleine mittelfränkische Uehlfeld. Als «Storchendorf» ist es in der Region bekannt. Doch in diesem Jahr hat sich ein Storchenpaar ausgerechnet den Schornstein einer kleinen Brauerei ausgesucht, um dort zu nisten.

Christian Zwanzger kann deshalb zurzeit kein Bier brauen. Noch hat er Vorräte, die er in seinem Gasthaus ausschenken und in der Region verkaufen kann. Doch langsam werden diese knapp. Deshalb hat er sich etwas überlegt.

34 Storchennester zählt der Landesbund für Vogelschutz (LBV) derzeit allein in Uehlfeld, einem 3000 Einwohner-Örtchen im Aischtal (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim). «Wir profitieren in Uehlfeld schon enorm von den Störchen», sagte Zwanzger. Er hatte bereits ein Nest auf dem Dach seines Gasthauses, was bei Touristen und Besuchern gut ankam. Im Frühjahr begann dann ein Paar auf dem Sudhaus von Zwanzgers Ein-Mann-Brauerei zu bauen, wie Medien berichteten. Entfernen wollte und durfte er das Nest nicht, weil Weißstörche unter Schutz stehen.
 

Rund 630 Paare haben nach LBV-Angaben im vergangenen Jahr in Bayern gebrütet. In diesem Jahr dürfte die Zahl noch höher liegen, sagte die Vogelexpertin Oda Wieding am Mittwoch in Hilpoltstein. Wegen der steigenden Bestandszahlen stehe der Weißstorch im Freistaat nicht mehr auf der Roten Liste. Deutschlandweit gelte er aber immer noch als bedroht, weil die Zahl der Störche zum Beispiel in den östlichen Bundesländern zurückgehe.

In den vergangenen Monaten konnte Zwanzger beobachten, wie im Nest auf seiner Brauerei drei junge Weißstörche schlüpften und größer wurden. «Sie machen schon die ersten Flugversuche», berichtete der 40-Jährige. Sobald er sich sicher sein kann, dass sie längere Zeit am Stück unterwegs sind, will er eine Nisthilfe auf den Schornstein setzen lassen, damit der Rauch trotz Nest abziehen kann - auch mit Blick auf nächstes Frühjahr: Denn falls die Störche wohlbehalten aus dem Süden zurückkehren, werden und sollen sie dort wieder brüten. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Sodexo übernimmt die weltweite Arbeitsplatzverpflegung für über 130 Standorte des Konzerns Meta. Die Partnerschaft umfasst digitale Lösungen und Nachhaltigkeitsstandards an verschiedenen Unternehmensstandorten.

Das Berliner Unternehmen Delivery Hero will gemeinsam mit Uber seine weltweite Präsenz ausspielen. Die Hintergründe zum Zusammenschluss.

Neue Umfragen von Metro beleuchten die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Landgastronomie. Trotz hoher Relevanz für die Lebensqualität blicken viele Betreiber aufgrund bürokratischer Hürden mit Sorge in die Zukunft.

RB Leipzig wechselt zur kommenden Saison den Catering-Partner für den Public-Bereich der Red Bull Arena. Die Compass-Tochter Levy übernimmt die Versorgung für die nächsten sechs Jahre.

Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz hat Thüringer Gastronomen finanziell Luft verschafft. Welche Auswirkungen das auf Arbeitsplätze und Preise auf den Speisekarten hat, zeigt eine aktuelle Umfrage.

Der US-Fahrdienstleister Uber übernimmt den aus Deutschland stammenden Essenslieferdienst Delivery Hero für eine Milliardensumme. Das im MDax notierte Unternehmen bestätigte, dass es sich mit dem US-Konzern zusammenschließt.

Frisches Bier, eine Horde Männer, Stammtischfeeling – dazu Frisierköpfe, Bürsten und Haargummis? Im Gasthaus Fux in München kommt zusammen, was man zunächst nicht zusammen vermutet.

Falkensteiner Camping führt mit der Marke Campo ein neues Gastronomiekonzept ein. Den Auftakt bildet ein Restaurant am Standort Klagenfurt, das von einem lokalen Pächter betrieben wird.

Eine Datenanalyse von Lieferando zur Fußball-Weltmeisterschaft zeigt deutliche Verschiebungen bei den Essgewohnheiten und nächtlichen Bestelltrends in zehn deutschen Städten. Die Auswertung beleuchtet regionale Präferenzen bei Speisen, Getränken und dem Bedarf an Alltagsartikeln.

Taco Bell hat in den USA vorsorglich einzelne Zutaten in ausgewählten Restaurants aus dem Angebot genommen. Nach Angaben des Unternehmens haben die Gesundheitsbehörden bislang keinen Zusammenhang zwischen der Restaurantkette und dem aktuellen Cyclospora-Ausbruch bestätigt.