Gordon Ramsay führt 20 Prozent Servicegebühr in Restaurant ein

| Gastronomie Gastronomie

Gordon Ramsay hat die Servicegebühr in seinem Londoner Restaurant Lucky Cat für saisonale Sondermenüs auf 20 Prozent angehoben. Darüber berichten unter anderem The Independent und The Spectator. Nach Angaben der Medien galt die höhere Gebühr zuletzt für Weihnachts- und Silvestermenüs des Restaurants in der Londoner City.

Wie The Independent berichtet, weist ein Hinweis auf der Speisekarte darauf hin, dass „eine freiwillige Servicegebühr von 20 Prozent“ zur Rechnung hinzugefügt werde. Für reguläre Speisekarten gelte im Lucky Cat weiterhin eine Servicegebühr von 15 Prozent. In anderen Restaurants von Ramsay würden ebenfalls 15 Prozent berechnet.

Medienberichte verweisen auf höhere Zuschläge als branchenüblich

Nach Angaben der Berichte liegen Servicegebühren in Großbritannien üblicherweise bei 10 bis 12,5 Prozent. The Independent verweist unter anderem auf den Gastronomen Marco Pierre White, der in seinem Restaurant English Chophouse in Whitechapel eine Gebühr von 12,5 Prozent erhebt.

Die britische Zeitung berichtet zudem, dass Ramsay eigenen Angaben zufolge 20 Millionen Pfund in das asiatisch geprägte Restaurant investiert habe. In einem öffentlichen Statement habe der Fernsehkoch erklärt: „if it was to fail, I’m fucked.“

Restaurantbetreiber äußern sich unterschiedlich zur Höhe der Gebühren

Der Gastronom Niaz Caan, Betreiber des Restaurants Paro in Covent Garden, sprach sich laut The Independent gegen eine generelle Servicegebühr von 20 Prozent aus. Dem Bericht zufolge sagte er: „I think 12.5 per cent is okay, but the minute you start going 15,16, 20, I think it's very exorbitant.“

Für besondere Anlässe könne es jedoch Ausnahmen geben. Laut The Independent ergänzte Caan: „If it’s on New Year's Eve, then maybe there’s a reason to do it.“

Debatte über Trinkgeldsysteme erreicht auch deutsche Gastronomie

Die Diskussion über Servicegebühren und Trinkgeld wird auch in Deutschland geführt. In einem Beitrag auf Tageskarte.io vom September 2025 bezeichnete Billy Wagner, Gastgeber des Berliner Restaurants Nobelhart & Schmutzig, Trinkgeld als festen Bestandteil der Preis- und Lohnstruktur in der Gastronomie.

Wagner erklärte laut Tageskarte.io: „Ihr Trinkgeld ist nicht nur eine nette Geste, sondern subventioniert die Preise in der Gastronomie.“ Nach seinen Angaben könne Trinkgeld zwischen 25 und 50 Prozent des Einkommens von Mitarbeitern ausmachen.

Dem Bericht zufolge argumentiert Wagner, dass viele gastronomische Betriebe historisch auf niedrige Personalkosten ausgerichtet seien. Würden Trinkgelder vollständig in reguläre Löhne überführt, müssten nach seinen Angaben die Preise deutlich steigen.

Diskussion über Personalkosten und Preisgestaltung hält an

Das Magazin The Spectator sieht in der Entwicklung laut eigenen Berichten eine zunehmende Verlagerung von Personalkosten auf Gäste. In den Vereinigten Staaten seien Beschäftigte im Service häufig stärker auf Trinkgelder angewiesen, da dort niedrigere Grundlöhne üblich seien.

Mehrere Medienberichte thematisieren in diesem Zusammenhang die steigenden Kosten in der Gastronomie. Genannt werden unter anderem höhere Ausgaben für Mieten, Zutaten und Personal. Nach Angaben verschiedener Branchenvertreter seien Trinkgelder und Servicegebühren für viele Mitarbeiter inzwischen ein fester Bestandteil des Einkommens.

In europäischen Restaurants galt Trinkgeld traditionell überwiegend als freiwillige Zahlung der Gäste. Die Diskussion über verpflichtende oder höhere Servicegebühren wird laut den Berichten derzeit verstärkt geführt.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Unternehmensgruppe Lerch Genusswelten hat das Restaurant und die Eventlocation „Die Villa“ in Biberach eröffnet. Das Gebäude aus dem Jahr 1915 wurde in den vergangenen Monaten saniert und für die gastronomische Nutzung umgebaut.

«In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh'n, in der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es gescheh'n.» So lautet der Refrain eines DDR-Schlagers von 1969. Für das legendäre Lokal gibt es nun ein Comeback.

Die niederländische Gastronomiemarke Zusje plant einen zweiten Standort in Deutschland. Wie das Unternehmen mitteilt, soll das neue Restaurant Ende Juli 2026 im Andreas Quartier in Düsseldorf eröffnen. Der Standort befindet sich an der Mühlenstraße 32 in der Düsseldorfer Altstadt.

Der Gründer der Bewegung Slow Food, Carlo Petrini, ist tot. Wie die Organisation Slow Food mitteilte, starb Petrini am 22. Mai 2026 im italienischen Bra im Alter von 76 Jahren.

Der französische Sternekoch Guy Savoy ist als erstes Mitglied aus der Gastronomie in die Académie des Beaux-Arts aufgenommen worden. Mit der Aufnahme des 72-Jährigen gehört erstmals ein Koch der traditionsreichen französischen Kunstakademie an.

Balthasar Ress und die Kuffler Gruppe betreiben jetzt gemeinsam die Ress & Rosso Weinlounge am Opernplatz in Frankfurt am Main. Das Angebot befindet sich direkt vor der Fassade der Alten Oper, gegenüber dem Eingang des Café Rosso.

Fahrdienstleister Uber ist an einer Komplettübernahme des Essenslieferdienstes Delivery Hero interessiert. Das Unternehmen bestätigte ein Interesse durch den US-Konzern, der bereits ein Fünftel der Anteile hält und Zugriff auf weitere Aktien hat.

Musik vom Plattenteller, wohlige Atmosphäre, entspannter Hörgenuss. Immer mehr Listening-Bars öffnen, scheinen einen Nerv zu treffen. Draußen «ballert der Alltag», drinnen kommt man gemeinsam runter.

Taco Bell bereitet den Markteintritt in Polen vor. Die Eröffnung des ersten Standortes ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Für die Umsetzung der Expansionspläne kooperiert die Marke mit dem Unternehmen AmRest

Warum professionelle Lebensmittelsicherheit gerade in der Bio-Gastronomie eine zentrale Rolle spielt, erklärt Dennis Gasper. Er ist zertifizierter Experte für Bio-Gourmet-Ernährung und Gesundheitsprävention und leitet seit 2024 die Küche im „Kesslers Walsereck“.