Hans im Glück-Verkauf besiegelt

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Thomas Hirschberger hat seinen 90-prozentigen Anteil an der Hans im Glück Franchise GmbH verkauft. Neue Gesellschafter sind unter anderem der aktuelle Minderheitsgesellschafter GAB, sowie die Gründer von BackWerk, Dirk Schneider und Hans-Christian Limmer. Diese setzen auf Kontinuität und wollen das Unternehmen mit bisher 81 Restaurants weiter wachsen lassen. Dem Verkauf waren Spekulationen um die finanzielle Situation des Unternehmens vorausgegangen.

Ein Sprecher Hirschbergers begründete den geplanten Verkauf damit, dass nach der Expansion und „einem weiteren Rekordjahr“ der richtige Zeitpunkt gekommen sei, „Hans im Glück“ „in neue Hände zu geben“.

Hirschberger dementierte zudem Berichte über finanzielle Engpässe. Hans im Glück sei ein „gesundes Unternehmen“. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ über den geplanten Verkauf berichtet.

Nach dem Verkauf bleiben die Geschäftsführer der Hans im Glück Franchise GmbH, Johannes Bühler und Jens Hallbauer bleiben an Bord. Über den Kaufpreis sowie die jeweiligen Anteilsverhältnisse wurde Stillschweigen vereinbart.

Der neue Gesellschafterkreis übernimmt die Anteile von Thomas Hirschberger vollständig aus Eigenmitteln. Es werden keine neuen Verbindlichkeiten für die Transaktion aufgenommen. Für die Stakeholder der Unternehmensgruppe wie die ca. 3500 Mitarbeiter, für alle Franchisenehmer, Lieferanten sowie weitere Geschäftspartner, ergeben sich aus dem Verkauf keine Veränderungen.

 

Thomas Hirschberger, Gründer der Hans im Glück Franchise GmbH, sagt: „10 Jahre nach der Eröffnung des ersten Hans im Glück Burgergrill Restaurants in München bin ich stolz und erleichtert, die Hans im Glück Franchise GmbH an einen starken Gesellschafterkreis zu übergeben. Mit Dr. Dirk Schneider und Dr. Hans-Christian Limmer sind erfahrene und überaus erfolgreiche Franchise-Experten als Gesellschafter dazugekommen. Nachdem ich das Wachstum in den vergangenen Jahren intensiv begleitet habe, werde ich mich jetzt voll und ganz auf meine Leidenschaft konzentrieren, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Darauf freue ich mich. Ich möchte mich von Herzen bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Franchisepartnern dafür bedanken, dass sie mich und meine Frau Gunilla auf diesem Weg unterstützt haben und wir gemeinsam das erfolgreichste Gourmet Burger Franchise System, auch über Deutschland hinaus, aufgebaut haben.“ Ob er einzelne Restaurants weiter als Franchisenehmer betreiben wird, war nach Aussage eines Unternehmenssprechers zunächst noch offen. Anfang der Woche hatte es geheißen, dies sei geplant.

Dr. Dirk Schneider und Dr. Hans-Christian Limmer, Co-Gründer von BackWerk und neue Gesellschafter der Hans im Glück Unternehmensgruppe sagen: „Wir bedanken uns bei Thomas Hirschberger für das Vertrauen und werden seine Arbeit erfolgreich in die Zukunft führen. Die Marke Hans im Glück hat uns schon lange begeistert. Als neue Gesellschafter werden wir unsere unternehmerische Expertise zu Franchising-Vertrieb und Expansionsstrategie in die Zusammenarbeit mit den Geschäftsführern einbringen und damit das Wachstum von Hans im Glück nachhaltig fortsetzen.“

«Hans im Glück» ist in den zehn Jahren seit seiner Gründung schnell gewachsen. Die Restaurants mit den charakteristischen Birkenstämmen bieten Burger im gehobenen Bereich für eine junge, urbane Zielgruppe, darunter auch vegetarische und vegane Varianten. Dem Unternehmen zufolge stieg der Umsatz vergangenes Jahr von 120 Millionen auf 147 Millionen Euro. Auch das operative Ergebnis sei positiv gewesen, hieß es. Details dazu nannte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage nicht.

Hans im Glück hat 81 Filialen, 26 davon werden vom Unternehmen selbst betrieben, weitere 55 von Franchisenehmern. Zu diesen gehört auch Hirschberger selbst. In einer eigenen Gesellschaft hält er vier Burgergrills in Singapur und fünf in München. Der Mitteilung zufolge ist für Singapur geplant, dass Hirschberger die Häuser weiterbetreibt, für München gebe es ähnliche Überlegungen. „Die Gründer werden weiterhin größter Franchise-Partner bleiben und im In- und Ausland einige Hans-im-Glück-Restaurants betreiben“, sagte Hirschbergers Sprecher. Dies gewährleiste Kontinuität und zeige Vertrauen in die Marke.

Grundsätzlich geht es den Burgerbratern in Deutschland nicht schlecht. Betrachtet man das Segment ohne die klassischen Fastfoodketten, so hat die Zahl der Besucher in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt, wie Andreas Lauszat vom Marktforscher npdgroup sagt. Von Juli 2018 bis Juni 2019 konnten sie dem Konsumentenpanel Crest zufolge rund 43 Millionen Gäste verzeichnen. Das ist ein Plus von 9,5 Prozent und deutlich schneller als der Gesamtmarkt der Gastronomie. «Wir erwarten auch weiterhin Zuwächse in diesem Segment, allerdings mit geringeren Wachstumsraten», sagt Lauszat. «Burger werden immer gehen, aber der Hype ist vorbei - auch weil es andere spannende neue Konzepte gibt.» (Mit Material der dpa)


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