HelloFresh Trend Report 2025: So kocht Deutschland

| Gastronomie Gastronomie

Der aktuelle Trend Report 2025 von HelloFresh liefert detaillierte Einblicke in das Kochverhalten und die kulinarischen Vorlieben in Deutschland. Für die Untersuchung wurden neben internen Bestell- und Kochdaten weltweit 17.004 Personen in 15 Ländern befragt. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Kochen in Deutschland zunehmend als Mittel zur kulturellen Entdeckung genutzt wird. Für 75 Prozent der Befragten dient die Zubereitung von Mahlzeiten dazu, fremde Kulturen kennenzulernen. Bei Familien liegt dieser Wert mit 81 Prozent sogar noch höher. Rund 17 Prozent der befragten Familien kochen gezielt international inspirierte Gerichte, um Kindern neue Geschmacksrichtungen näherzubringen.

Inspirationsquellen und internationale Einflüsse

Die Motivation für neue Rezepte stammt aus unterschiedlichen Quellen. Mit 46 Prozent geben fast die Hälfte der Befragten Urlaubserinnerungen als wichtigste Inspiration an. Dahinter folgen soziale Medien mit 42 Prozent sowie klassische Kochbücher mit 36 Prozent. Kochboxen dienen 18 Prozent der Teilnehmer als Impulsgeber für neue Gerichte.

Obwohl die deutsche Küche mit einem Anteil von rund 25 Prozent die meistbestellte Kategorie bleibt, gewinnt die Internationalität am heimischen Herd an Bedeutung. Zu den populärsten deutschen Gerichten zählen Hähnchenstrips, Grillhähnchen-Burger sowie Schnitzel mit Ofenkartoffeln. Gleichzeitig kochen 43 Prozent der Deutschen mindestens einmal pro Woche Rezepte, die nicht aus der heimischen Landesküche stammen. Nur etwa 10 Prozent verzichten weitgehend auf internationale Einflüsse. Im Jahr 2025 gaben 35 Prozent an, häufiger global inspiriert zu kochen als im Vorjahr.

Beliebte Länderküchen und regionale Unterschiede

Im Ranking der beliebtesten internationalen Küchen belegt Italien mit rund 56 Prozent den ersten Platz. Es folgen die griechische Küche mit etwa 35 Prozent, die indische Küche mit 21 Prozent und die thailändische Küche mit 18 Prozent. Die amerikanische Küche kommt auf 16 Prozent, gefolgt von der mexikanischen mit 15 Prozent, der japanischen mit 13 Prozent und der koreanischen Küche mit 7 Prozent. Lediglich 7 Prozent der Befragten beschränken sich ausschließlich auf die heimische Küche.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede in der Experimentierfreudigkeit. In Sachsen-Anhalt nutzen 89 Prozent das Kochen zur Entdeckung neuer Kulturen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 82 Prozent und Schleswig-Holstein mit 79 Prozent. Weitere Werte liegen für Bayern bei 78 Prozent, Rheinland-Pfalz und Berlin bei jeweils 76 Prozent sowie Niedersachsen und das Saarland bei 75 Prozent. Sachsen erreicht 74 Prozent, während Nordrhein-Westfalen und Hamburg auf 73 Prozent kommen. Am Ende des Rankings stehen Mecklenburg-Vorpommern und Hessen mit 70 Prozent, Thüringen mit 69 Prozent, Brandenburg mit 66 Prozent und Bremen mit 60 Prozent.

Interessante lokale Schwerpunkte zeigen sich in Nordrhein-Westfalen: In Essen kochen rund 28 Prozent der Befragten gerne japanisch, in Düsseldorf sind es 22 Prozent und in Köln 19 Prozent. Dortmund liegt bei 13 Prozent, während Frankfurt auf 12 Prozent kommt.

Proteine und Gemüsepräferenzen

Hähnchen ist mit einem Anteil von fast 25 Prozent das meistbestellte Protein in Deutschland. Besonders beliebt ist Geflügel im Saarland, wo die Bestellrate 11 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegt. Es folgen Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. In Berlin, Hamburg und Bremen liegt der Hähnchenkonsum hingegen bis zu 17 Prozent unter dem Durchschnitt.

Beim Gemüse nimmt die Karotte mit fast 12 Prozent die Spitzenposition ein. Weitere häufig gewählte Sorten sind Blattsalat mit rund 9 Prozent, Pilze mit etwa 8 Prozent sowie Bohnen, Paprika und Gurken mit jeweils circa 7 Prozent. Fleischlose Gerichte haben sich laut den Daten als Standard etabliert und erreichen ähnliche Anteile wie Fleischgerichte.

Hindernisse im Kochalltag

Trotz des Interesses an kulinarischer Vielfalt gibt es praktische Barrieren. Etwa 33 Prozent der Deutschen geben Zeitmangel als Hürde an. Dieser Zeitdruck ist in Berlin mit 41 Prozent, in Bayern mit 39 Prozent und im Saarland mit 38 Prozent am stärksten ausgeprägt. Die meiste Zeit zum Kochen haben Bewohner in Sachsen-Anhalt, wo nur 18 Prozent über Zeitnot klagen, gefolgt von Bremen mit 20 Prozent und Brandenburg mit 21 Prozent.

Zusätzlich fehlen 33 Prozent der Befragten oft die passenden Zutaten. In Sachsen geben dies 50 Prozent an, in Bremen 40 Prozent und in Brandenburg 39 Prozent. Am besten vorbereitet zeigt sich das Saarland, wo nur 13 Prozent fehlende Zutaten bemängeln. Fehlende Küchenutensilien hindern zudem 16 Prozent der Befragten an der Zubereitung internationaler Rezepte. Besonders betroffen ist hier Sachsen mit 23 Prozent, während Schleswig-Holstein mit nur 6 Prozent am besten ausgestattet ist.

Leopold Zehn, Rezeptentwickler für HelloFresh Deutschland, ordnet die Ergebnisse ein: „2025 hat gezeigt, dass wir in Deutschland eine echte Chicken Nation sind – aber die heimlichen Stars auf dem Teller sind Karotte & Co. Für 2026 sehen wir zwei starke Trends: Zum einen bleiben Geflügelgerichte mit viel Crunch und würzigen Marinaden gefragt, zum anderen rücken Gemüse und pflanzliche Proteine noch stärker in den Mittelpunkt – gerne mit internationalen Einflüssen aus Korea, Japan oder Mexiko. Unser Ziel ist es, Rezepte zu entwickeln, bei denen sich Komfortessen, Neugier auf neue Aromen und ein bewussterer Umgang mit Ernährung nicht widersprechen.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Restaurant Greta Oto im Hamburger Conrad Hotel wurde mit dem Genuss-Michel 2026 in der Kategorie „Weltweit“ ausgezeichnet. Die MHP Hotel Group wertet den Preis als Bestätigung für ihre Strategie international ausgerichteter Gastronomiekonzepte.

Eine aktuelle Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus zeigt, dass fast die Hälfte der Deutschen aufgrund gestiegener Preise seltener essen geht, während das Preis-Leistungs-Verhältnis zum entscheidenden Faktor bei der Wahl des Restaurants geworden ist.

Seit eineinhalb Wochen wird gezapft und gefeiert auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Halbzeit. Wie kommt die große Sause auf dem Cannstatter Wasen an? Die Veranstalter legen die Zahlen offen.

Zwei Hotels am Schluchsee stellen die Kulinarik in den Mittelpunkt ihres Konzepts. Während die Mühle Schluchsee ihr Restaurant als eigenständiges Ziel positioniert, integriert der Auerhahn die Gastronomie in den gesamten Aufenthalt.

Die Zahl der Gastronomiebetriebe in Großbritannien sinkt kontinuierlich, wobei im ersten Quartal 2026 täglich mehr als drei Standorte aufgegeben wurden. Steigende Lohnkosten und steuerliche Belastungen setzen die Branche unter Druck.

Das Restaurant Heritage im Hamburger Hotel Le Méridien öffnet am 30. April nach einer technischen Modernisierung der Küchenbereiche wieder seine Türen. Neben einem aktualisierten Speisenangebot setzt der Betrieb künftig verstärkt auf neue Veranstaltungsformate.

In Hamburg ist der Genuss-Michel 2026 verliehen worden. Das Fischereihafen Restaurant wurde als Restaurant des Jahres ausgezeichnet, Herbert Seckler erhielt den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

McDonald's Deutschland nimmt Stellung zur angekündigten Klage der Deutschen Umwelthilfe bezüglich früherer Angaben zur Klimaneutralität. Das Unternehmen weist den Vorwurf der Verbrauchertäuschung zurück und verweist auf bereits erfolgte Anpassungen seiner Kommunikation.

In der Allianz Arena in München sind am 26. April die sechs Finalisten des Wettbewerbs „Koch des Jahres“ ermittelt worden. Wie der Veranstalter ROIKA Solutions GmbH mitteilt, qualifizierten sich vier Teilnehmer über den Live-Wettbewerb vor einer Fachjury, zwei weitere über einen Publikumsentscheid.

Im Ausland leben, das heißt viele Erfahrungen mit einer anderen Kultur zu machen. Ein Westfale brachte die Currywurst nach Nairobi – und musste dafür so manches kulinarische Hindernis überwinden.