Hygiene-Skandal in Dänemark: KFC schließt alle Filialen vorübergehend

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Ein Hygiene-Skandal erschüttert die Fast-Food-Kette KFC in Dänemark und führt zur vorübergehenden Schließung aller elf Restaurants im Land. Wie der dänische öffentlich-rechtliche Sender DR berichtet und auch die dänische Zeitung Berlingske aufgreift, sollen Mitarbeiter systematisch das Haltbarkeitsdatum von Hähnchenprodukten manipuliert haben.

Ein interner Chatverlauf, den DR für seine Dokumentation "KFC's kyllingefifleri" (KFCs Hähnchen-Getrickse) einsehen konnte, zeigt, dass abgelaufene Hähnchenprodukte mittels neuer Etiketten mit einem verlängerten Haltbarkeitsdatum versehen wurden. Ehemalige Mitarbeiter aus verschiedenen Restaurants, darunter Tilst, Horsens, Herning und Vejle, bestätigen diese Praxis der "Verlängerung" von aufgetautem Hähnchenfleisch, die offenbar seit Jahren gängig war und gegen die eigenen Richtlinien von KFC verstieß.

Experten und Behörden schlagen Alarm

Professorin Tine Hald von DTU Food und Lektorin Karin Østergaard von der Sundhed & Ernæringsuddannelsen in Aarhus, denen die Chatprotokolle von DR vorgelegt wurden, äußerten sich besorgt. Hald stellte fest: „Das passiert ja offensichtlich ziemlich oft. Es ist offensichtlich ein recht normales Verfahren, dass sie einfach verlängern, wenn sie es nicht verbraucht haben.“ Østergaard kritisierte die schlechte Qualität des an die Kunden verkauften Produkts und betonte, dass Lebensmittel so nicht gehandhabt werden sollten.

Auch Michael Rosenmark, Leiter des Reiseteams der dänischen Lebensmittelbehörde (Fødevarestyrelsen), bestätigte nach Sichtung der Chatnachrichten, dass dies nach einer „festen Prozedur aussieht, die neben den uns präsentierten Prozeduren besteht.“ Er räumte ein, dass Unternehmen bei den üblichen Kontrollen die Behörden täuschen könnten.

Als Reaktion auf die Enthüllungen führte die Fødevarestyrelsen am 2. Juni eine koordinierte, landesweite Kontrolle in allen dänischen KFC-Restaurants durch. Das Ergebnis: Vier Restaurants erhielten einen „sauren Smiley“ – ein Zeichen für schwere Hygienemängel – und sieben eine „gerade Mund“-Bewertung, was ebenfalls Mängel anzeigt. Kein einziges Restaurant erhielt einen „glücklichen Smiley“.

Vertrag gekündigt: Suche nach neuer Führung

KFC Western Europe hat inzwischen die Kommunikation übernommen, nachdem DR die dänische Leitung, die durch das Unternehmen Isken ApS als Franchisenehmer vertreten wird, kontaktiert hatte.

KFC hat die Vorwürfe bestätigt und betont, dass die „angeblichen Handlungen nicht den in unseren Franchiseverträgen festgelegten Bedingungen und Verpflichtungen entsprechen.“ Daraufhin hat KFC die Vereinbarung mit dem dänischen Franchisepartner gekündigt. Als Konsequenz werden alle elf dänischen KFC-Restaurants vorübergehend geschlossen, bis ein neuer Franchisenehmer gefunden wurde. KFC erklärte dazu unmissverständlich: „Unsere Lebensmittelsicherheitsstandards sind nicht verhandelbar.“


 

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