Investieren in der Gastro-Branche: Die wichtigsten Hintergründe

| Gastronomie Gastronomie

Wie jede andere Branche, lebt auch die Gastro- und Hotelbranche von Investitionen. Für Investoren bieten sich interessante Möglichkeiten, was sich allein am Transaktionsvolumen des deutschen Hotelinvestmentmarktes in diesem Jahr ablesen lässt. Für Betreiber von Restaurants und Hotels sind Investitionen eine Notwendigkeit, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Ob sich Investitionen tatsächlich lohnen, hängt jedoch von einer ganzen Reihe an Faktoren ab.

Die Hotel- und Gastro-Branche als Investmentmarkt

Die Hotel- und Gastro-Branche bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten, um Investments in Rendite umzuwandeln. Von Private-Equity-Investoren bis hin zu Hotelbetreibern bieten sich Chancen für verschiedene Abschlüsse. Von Akquisitionen über Value-Add-Investitionen oder Beteiligungen an Franchises sind die Gelegenheiten für lukrative Investments breit gestreut.

Wie beliebt etwa der deutsche Hotelinvestmentmarkt ist, zeigt sich an den Zahlen für das laufende Jahr: Mit dem Ende des dritten Quartals 2024 erreichten die Investitionen ein Transaktionsvolumen von 900 Millionen Euro ein deutliches Mehr gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Bei Investitionen in diesem Marktsegment geht es jedoch nicht nur um Portfolio-Transaktionen oder Einzelabschlüsse, mit denen sich Rendite erzielen lassen.

Aus der Sicht von Hotel- und Restaurantbetreibern dienen Investitionen in erster Linie dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Betriebs. Aus diesem Grund sind Investitionen auf allen Ebenen ein Schlüsselfaktor für die gesamte Branche. Sichert eine Renovierung und Neuausrichtung dem Betreiber etwa weiterhin sein Geschäft, profitieren die Investoren von den möglichen Wertsteigerungen.

Risikofrei ist auch der Hotel- und Gastroinvestmentmarkt selbstverständlich dennoch nicht. Wie in allen Teilbereichen der Kapitalanlage sind hier spezifische Risiken abzuwägen, für die Erfahrung und Expertise notwendig sind, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Das anhaltende Interesse verschiedener Investorenklassen und ausländischer Investoren am deutschen Hotelinvestmentmarkt zeigt jedoch, dass die Erwartungen positiv sind.
 

Lage und mehr: Die zentralen Faktoren für ein Restaurant-Investment

Unabhängig davon, ob ein Investment in einen Einzeltitel oder ein Portfolio geplant ist, ob es sich um einzelnes Restaurant handelt oder um eine große Hotelkette: Einige Faktoren müssen immer berücksichtigt werden, um das Potenzial einer Investition richtig einordnen zu können. Das Mantra „Lage, Lage, Lage“ ist dabei nur einer von mehreren Aspekten.

  • Lage. Dennoch muss über die Lage an erster Stelle gesprochen werden, weil sie von entscheidender Bedeutung ist, nicht zuletzt im Hinblick auf die Attraktivität für Kunden. Wichtig ist zudem die Frage, ob das Grundstück ebenfalls Bestandteil des Investments sein soll.
  • Finanzieller Zustand. Eine Prüfung der Finanzen ist unerlässlich, ebenso wie die Einsicht in die bisherige Performance des Objekts.
  • Wettbewerb. Ein Erfolgsfaktor für den Betrieb und damit für Investments ist die Konkurrenzsituation, in der sich ein Restaurant oder Hotel befindet. Wie hebt sich ein Gastro-Betrieb im Wettbewerb von anderen ab, was sind seine Alleinstellungsmerkmale?
  • Markt-Trends. Eng verbunden mit der Wettbewerbsthematik ist die Frage nach aktuellen und zukünftigen Trends in der Branche und wie sich diese auf die Wünsche der Kunden auswirken.
  • Bestandskunden. Bei den Bestandskunden geht es nicht allein darum, wie groß die vorhandene Basis ist, sondern ebenfalls um die Loyalität.

Eine Analyse dieser Faktoren ist die grundlegende Voraussetzung für jede Transaktion wichtig, um beispielsweise mögliche Ausfallwahrscheinlichkeiten korrekt einzuschätzen. Das gilt in gleicher Weise für Betreiber, die über eine Neuausrichtung ihres eigenen Lokals oder Hotels nachdenken. Die genannten Aspekte sind zudem alle notwendige Bestandteile eines Businessplans, um einen eigenen Gastro-Betrieb an den Markt zu bringen.

Investitionsbedarf abdecken: Welche Möglichkeiten haben Hotel- und Restaurantbetreiber?

Bei der Betrachtung der Hotel- und Gastronomiebranche als Investmentmarkt geht es nicht allein um die Möglichkeiten, die sich dort für Investoren eröffnen. Aus der Perspektive der Betreiber, die für Hotel oder Restaurant finanzielle Unterstützung benötigen, ergeben sich aus der Attraktivität der Branche und der Vielfalt der Investoren ebenfalls diverse Optionen.

Denn längst nicht alle Investitionen bewegen sich in den Dimensionen eines millionenschweren Portfolio-Kaufs. Um den eigenen Betrieb oder die eigene Geschäftsidee mit dem notwendigen Kapital zu unterfüttern, reichen mitunter auch deutlich kleinere Investitionen. Hotel- und Restaurantbetreiber können deshalb durchaus kreative Wege beschreiten, um ihren Investitionsbedarf abzudecken.

Crowdfunding

Nicht einen, sondern viele Investoren können sich Restaurantbetreiber über Crowdfunding-Aktionen sichern. Der Vorteil besteht darin, auch Geldgeber mit geringem Vermögen an der eigenen Geschäftsidee teilhaben zu lassen. Die Beteiligungen können in unterschiedlicher Weise an die Investoren zurückgezahlt werden.

Das australische Gastronomie-Franchise Pizza Pasta Please etwa versucht mit einer Crowdfunding-Aktion auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Für eine neue Filiale in Düsseldorf suchte das Unternehmen Anfang 2024 nach Investoren, die je nach Betrag Restaurant-Gutscheine in unterschiedlicher Höhe erhalten sollten. Wer die maximal mögliche Summe von 25.000 Euro beisteuerte, dem bot Pizza Pasta Please hingegen eine Rückzahlung zu einem Zinssatz von 7,5 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Ein Darlehen in dieser Höhe birgt allerdings für Anleger das Risiko eines kompletten Verlustes der gegebenen Summe: Als Nachrangdarlehen verlieren Investoren ihr Geld, sollte das Projekt kein Erfolg werden.

Dass Franchise-Unternehmen und Crowdfunding eine durchaus erfolgsversprechende Kombination sein können, beweist zumindest das Konzept von L’Osteria. Die Markengastronomie wurde im Jahr 2023 von der Fachjury des Deutschen Franchiseverbands zum Franchisesystem des Jahres gekürt. Die 1999 gegründete Franchise hat seither mit einem Mix aus unternehmenseigenen Restaurants, Joint-Venture- und Franchise-Restaurants die Expansion in zahlreiche europäische Länder geschafft. Der Aufbau eines Liefergeschäfts seit 2020 trug dazu bei, die Franchise durch die für die Gastronomie so schwierige Corona-Pandemie zu manövrieren.

Franchisenehmer der L’Osteria-Familie profitieren dabei ebenfalls von Crowdfunding-Aktionen. Ein Berliner Unternehmen, das gleich mehrere Restaurants der Franchise betreibt, hat 2018 über Crowdlending das Geld für die Eröffnung weiterer Filialen gesammelt. Ähnlich wie bei Pizza Pasta Please bestand auch in diesem Fall für die Anleger das Risiko des Totalverlusts der Darlehenssumme. Allerdings wurden diese Darlehen nicht als nachrangig behandelt, wie es bei vielen anderen Crowdinvesting-Projekten gehandhabt wird.

Förderkredite

Viele Restaurant- und Hotelbetreiber weichen auf alternative Finanzierungsformen aus, weil es bei ihren Hausbanken keine hundertprozentige Sicherheit gibt, im Bedarfsfall einen Kredit zu erhalten. Eine weitere Möglichkeit sind unter solchen Bedingungen unter Umständen die Förderbanken der Länder. Mit speziellen Förderangeboten sollen Unternehmen im Gastgewerbe die Mittel erhalten, die für die erstmalige Einrichtung, eine neue Ausstattung oder eine Modernisierung der Betriebsstätte erforderlich sind.

Solche Förderkredite unterliegen allerdings einigen Einschränkungen:

  • Förderungen erhalten ausschließlich Unternehmen des Gastgewerbes für Betriebsstätten zur Bewirtung von Gästen mit Speisen und Getränken. Gegebenenfalls müssen diese Betriebsstätten hinsichtlich ihrer Lage (etwa in touristisch relevanten Regionen) bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
  • Darüber hinaus sind manche Investitionen von der Förderung ausgeschlossen, wenn sie nicht in einem direkten Zusammenhang mit einer Modernisierung, Einrichtung oder Ausstattung stehen. Warenlager, Fahrzeuge und ähnliches lassen sich deshalb nicht mit Förderkrediten finanzieren. Das gilt ebenso für Leasing- oder Mietkaufverträge sowie für Investitionen, für die bereits ältere Darlehensverträge bestehen.

Restaurant-Investments an eigene Ziele anpassen

Sowohl für Anleger als auch für Betreiber sind Investments in der Hotel- und Gastronomiebranche eine strategische Angelegenheit. Während sich die Frage für die Investoren in den meisten Fällen darum dreht, wie sicher die zu erwartende Rendite sind, sind die Auswirkungen für die Betreiber oft deutlich weitreichender.

Einen oder mehrere Investoren in den Betrieb zu holen, bedeutet gegebenenfalls deutlich mehr Kompromisse bei geschäftlichen Entscheidungen eingehen zu müssen. Kredite von konventionellen Banken, gleichberechtigte Partnerschaften, Korporationen – Finanzierungs- und Rechtsformen wirken sich darauf aus, wie ein Betreiber sein eigenes Business führen und entwickeln kann.

Investments in der Hotel- und Gastronomiebranche: Eine vielfältige Angelegenheit

Als Investmentmarkt ist die Hotel- und Gastronomiebranche für alle Beteiligten ein vielfältiges Segment. Anlegern bieten sich Möglichkeiten von privaten Beteiligungen mit kleinen Beträgen via Crowdfunding bis hin zu Portfolio-Käufen im mehrstelligen Millionen-Bereich durch Private-Equity-Investoren.

Umgekehrt haben die Betreiber von Hotels und Restaurants ebenso zahlreiche Optionen, um ihren Investitionsbedarf über verschiedene Finanzierungsmodelle zu befriedigen. Auf diese Weise können Investments individuell an die jeweiligen Bedürfnisse, Zielsetzungen und Voraussetzungen von Hotels und Gastro-Betrieben angepasst werden – für Investoren wie für Betreiber.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das internationale Festival Pizza Village feiert Ende Mai 2026 seine Deutschlandpremiere im Berliner Napoleon Komplex. Zehn Pizzerien aus Italien präsentieren dort neapolitanische Pizzakultur und Handwerk bei freiem Eintritt.

Das Boutiquehotel Sonne Küsnacht-Zürich eröffnet am 10. Juni 2026 das neue Restaurant Pavillon. Das Restaurant entstand nach Angaben des Hotels aus der früheren „Sonnengalerie“, die gemeinsam mit Küchel Architects neu gestaltet wurde.

Pressemitteilung

Viele Gastronomiebetriebe nutzen Spülmaschinen im Standardprogramm – oft mit unnötig hohem Energie- und Wasserverbrauch. EcoPilot von Winterhalter setzt auf KI, erkennt Stoßzeiten und passt Programme automatisch an. So sinkt der Energieverbrauch um bis zu 17 %, CO₂ wird reduziert und Ressourcen geschont – ohne Einbußen bei Hygiene oder Spülergebnis.

L’Osteria eröffnet im Sommer das erste Restaurant in Dänemark und setzt damit die internationale Wachstumsstrategie fort. In Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner plant das Unternehmen mittelfristig den Aufbau von bis zu 15 Standorten.

Am Flughafen Düsseldorf sind neue Gastronomie- und Einzelhandelskonzepte gestartet. Betreiber Lagardère Travel Retail Deutschland baut damit sein Angebot am Standort weiter aus.

In Stockholm wird ein Café-Konzept erprobt, bei dem die Künstliche Intelligenz Mona die operative Leitung übernimmt. Medienberichte deuten auf eine signifikante Reduzierung des Personaleinsatzes hin, zeigen jedoch auch technische Grenzen bei individuellen Kundenwünschen auf.

Das Berliner Restaurant Nobelhart & Schmutzig hat seine Regeln zur Smartphone-Nutzung im Gastraum erläutert. Hintergrund ist die Stornierung eines Gastes, der die Praxis kritisierte. Parallel haben sich mehrere Betriebe der Spitzengastronomie zu ähnlichen Fragen geäußert. Die Fotoregeln des Restaurants werden seit Jahren diskutiert.

VistaPrint und Cornelia Poletto haben fünf Finalisten für die Auszeichnung zum Lokalhelden 2026 nominiert. Bis zum 10. Mai kann die Öffentlichkeit über den Gewinner eines Preisgeldes von 20.000 Euro abstimmen.

Von schwarzem Sesam über Erdbeer-Matcha-Latte bis zu Käsekuchen mit Pistazie und Ingwer mit Zitronenschale - die Berliner Gelato Week lockt Eisfreunde erneut mit ungewöhnlichen Kreationen. Etwa 50 Eisdielen in ganz Berlin nehmen teil.

Trotz steigender Lebenshaltungskosten priorisieren viele Verbraucher Restaurantbesuche als „kleinen Luxus“. Laut einer SumUp-Umfrage planen über 30 Prozent der Menschen hierfür feste monatliche Budgets ein.