Küche der Zukunft: BMW Group und Eckart Witzigmann blicken auf foodlab in Wien zurück

| Gastronomie Gastronomie

„Was bedeutet gutes, verantwortungsvoll zubereitetes Essen?“ Über die vielfältigen Aspekte dieser Fragestellung diskutierten am Montag in der Schönbrunner Orangerie in Wien hochkarätige Vertreter der Gastronomiebranche. Anschließend tauschten die Teilnehmer des ersten ECKART foodlabs ihr Wissen beim Produzenten-Markt mit ausgesuchten Produkten aus ganz Österreich und der internationalen Alpenregion aus.

In seiner Eröffnungsrede im Plenum der Schönbrunner Orangerie sagte Eckart Witzigmann: „Wir müssen auf die Fragen unserer Zeit angemessene Antworten finden.“ Wolfgang Puck und Franck Giovannini, Preisträger des diesjährigen ECKART, die am Abend zuvor geehrt wurden, diskutierten mit Eckart Witzigmann über die große Küche der Gegenwart. „Wir brauchen die Avantgarde, um Dinge weiterzubringen“, war das Fazit der hochkarätigen Runde.

„Das Produkt ist der Star“ – unter diesem Motto informierten mehrere Workshops über einzigartige Produkte aus der Alpenregion - ob über die Zitrusvielfalt, die seit Jahrhunderten in der Schönbrunner Orangerie gezüchtet wird, oder 24 Mio. Jahre alte Getreidearten, vielfältige Käsesorten aus dem Alpenraum oder Honigjahrgänge aus den letzten 30 Jahren. Zur Eröffnung des Produzenten-Marktes äußerte sich Maximilian Schöberl, Leiter Konzernkommunikation und Politik und Generalbevollmächtigter der BMW AG: „Ganz getreu unseres Mottos „Das Produkt ist der Star“ haben wir Lebensmittelproduzenten aus der ganzen Region eingeladen. Hohe Qualität, keine langen Transportwege und nachhaltige Produktion. So stelle ich mir die perfekten Produkte vor.“

In der Abschlussdiskussion des ECKART foodlab #1 stellten Protagonisten ihre Ideen vor, wie die Küche der Zukunft aussehen wird. Rainer Nowak, Chefredakteur Die Presse, zog das Fazit: „Die Küche der Zukunft soll pädagogischer, gesünder, regionaler und weiblicher werden.“ Einen konkreten Auftrag der gehobenen Gastronomie für die Zukunft sieht Anna Haumer, Spitzenköchin aus Wien: „Die Küche hat eine Erziehungsaufgabe. Kochen mit Kindern ist wichtig, damit sie wissen, wie und aus welchen Zutaten das zubereitet wird, was auf den Tisch kommt.“ Heinz Reitbauer vom Steirereck präsentierte seine Vision der Sterne-Kulinarik: „Es ist wichtig, ein eigenes Profil zu kreieren. Wir wollen Gäste verzaubern und Geschichten erzählen. Wir bestimmen die Kulturlandschaft mit.“

Das Thema Gemeinschaftsverpflegung wurde auch ausführlich beleuchtet. Große Küchen müssen heutzutage den Spagat zwischen Versorgungspflicht und verantwortungsvoller Ernährung schaffen, so der Tenor der Runde. „Gute Betriebsgastronomie ist ein Image-Faktor“, sagte Maximilian Schöberl. „Überall auf der Welt bieten wir unseren Mitarbeitern gleich hohe Standards an. Wir setzen auf Regionalität und open kitchen. Und wir wollen mit unseren Informationskampagnen bei den Mitarbeitern das Bewusstsein für gutes Essen schärfen und dabei auch ihre Familien mitnehmen.“

Alois Adlberger, Leiter BMW Group Betriebsgastronomie Steyr, ergänzt: „Die BMW Group ist am Umsatz gemessen eines der zehn größten Unternehmen in Österreich und hat ein Einkaufsvolumen von 1,8 Mrd. EUR jährlich bei heimischen Lieferanten. Unsere Gastronomie im Werk Steyr leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Wir beziehen schon heute über 80% unserer Lebensmittel aus der Region rund ums Werk.“ Qualität und Frische stehen natürlich im direkten Zusammenhang mit Geschmack. Getreu dem Titel der Diskussion „Klasse versus Masse“ ergänzt Adlberger: „Bei uns steht Genuss im Vordergrund. Das lernen wir von der Spitzengastronomie.“

Der ECKART

Die BMW Group und die ECKART Academy sind seit 2012 Partner und verleihen gemeinschaftlich den Internationalen Eckart Witzigmann Preis für herausragende Leistungen in der Gastronomieszene und über diese hinaus. Die Partnerschaft basiert auf dem gemeinsamen Ziel, sich für gesunde Ernährung, nachhaltige Kulinarik und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen einzusetzen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Daniel Boulud, HRH Charles Prince of Wales, Elena Arzak, Anne-Sophie Pic, Harald Wohlfahrt, Dieter Kosslick, Ferran Adrià, Marc Haeberlin, Joël Robuchon, Alex Atala, Jon Rose, Mick Hucknall, Massimo Bottura, Dominique Crenn, Andreas Caminada, Tiffany Persons, María Marte, Alain Ducasse, u.v.a.

Der Award für nachhaltigen Genuss und soziale Verantwortung wurde am 19. Mai 2019 in feierlichem Rahmen in Wien verliehen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Im Wuppertaler Luisenviertel bietet das Restaurant „Al Moudyaf“ nach Berichten von Talzeit und Bild regelmäßig kostenlose Mahlzeiten für Bedürftige an. Betreiber Ahmad Daoud bewirtet demnach auch Gäste ohne Geld und stellt ihnen eine Speisekarte ohne Preise zur Verfügung.

Bei den Halbfinals des Rudolf Achenbach Preises 2026 sind nach Angaben der Veranstalter insgesamt sechs Nachwuchsköche für das Finale ermittelt worden. Die Wettbewerbe fanden in Düsseldorf, Fulda und Osnabrück statt. Insgesamt 24 Auszubildende nahmen daran teil, nachdem sie zuvor aus mehr als 70 Bewerbern ausgewählt worden waren.

Das Maschseefest 2026 in Hannover startet in diesem Jahr bereits am 22. Juli mit angepassten Öffnungszeiten. Die Veranstalter präsentieren zudem eine neu besetzte Foodmeile mit zusätzlichen kulinarischen Konzepten.

Es darf gezapft und gefeiert werden auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Was macht die große Sause auf dem Cannstatter Wasen in diesem Jahr besonders? Und wann lohnt ein Besuch?

Die Jugendherberge moun10 in Garmisch-Partenkirchen stellt als erstes Haus des bayerischen Landesverbands ihre Verpflegung komplett auf vegetarische Kost um. Die Umstellung ist Teil einer übergeordneten Strategie des Jugendherbergswerks.

Die Münchner Traditionsgaststätte Preysinggarten in München Haidhausen hat vor wenigen Wochen unter neuer Führung wieder eröffnet. Das Restaurant wird nun vom Gastronomieunternehmen Kull & Weinzierl betrieben. Francisco Corcoba und Julian Plochberger verantworten Konzept und Küche.

Mit der Eröffnung des Terminal 1 Pier  stellt der Flughafen München auch ein neues gastronomisches Angebot vor. Nach Angaben des Unternehmens werden im neuen Flugsteig insgesamt fünf Gastronomiekonzepte umgesetzt, die von der Allresto Flughafen München Hotel und Gaststätten GmbH betrieben werden.

Die Rhubarb Hospitality Collection und Unibail-Rodamco-Westfield haben ihre Planungen für zwei Gastronomiebetriebe im Westfield Hamburg-Überseequartier konkretisiert. Das Restaurant Elemente soll am 30. April 2026 eröffnen. Die Dachbar AirBar13 ist laut Mitteilung für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 vorgesehen.

Unbekannte haben ein israelisches Restaurant in München angegriffen, Fensterscheiben zerstört und einen Schaden von mehreren Tausend Euro verursacht. Polizei, Justiz und Betreiber gehen von einem antisemitischen Motiv aus, Politiker zeigen sich entsetzt.

Ob gemeinsam Stricken im Kino, Pub-Quiz spielen oder zusammen Lieder schmettern im Stadion - Events mit Gemeinschaftsgefühl sind in Hessen gefragt. Das kommt auch den Veranstaltern zugute.