Kurs auf Slow Food in neuer „Speiserei“ am Bodensee mit Philipp Heid

| Gastronomie Gastronomie

Schon in den letzten Jahren hatte das Restaurant im Hotel Maier in Friedrichshafen-Fischbach den Kompass auf Slow Food gestellt. Zusammen mit dem neuen Chefkoch Philipp Heid soll dieser Kurs nun intensiviert werden. Das Restaurant hat sich zudem einen neuen Namen gegönnt: Es heißt ab sofort «Die Speiserei im Maier».
 
Inspiration und passende Zutaten finden Hendrik Fennel und Philipp Heid rund um Bodensee und im Alpenraum. Kleine Manufakturen, Landwirte, die Neues ausprobieren, Slow Food-Partner und Bio-Weingüter zählen zu den Lieferanten.

In der Karte werden die Geschichten zu den Produkten und ihren Herstellern erzählt, auch um die Gäste für die Bedeutung hochwertiger, unverarbeiteter Lebensmittel zu sensibilisieren. Dabei kommt neben Flädle und Spätzle durchaus Internationalität auf den Teller, passend zur Vierländerregion Bodensee.

So etwa wird auch mal eine Mousse aus Farina Bona zubereitet, das ist geröstetes Mehl aus geröstetem rotem Mais, einer alten Sorte, die es nur im Tessin gibt. Oder eine Miso-Suppe auf Basis von Alblinsen aus einer Manufaktur im Schwarzwald, Shiitake-Pilzen vom Helchenhof in Bodman, Sojasauce von einem Winzer in Südbaden und Frühlingszwiebeln von der Gemüseinsel Reichenau. 

«Ziel ist es, gute Traditionen zu bewahren und zugleich einen frischen Wind wehen lassen», erläutert Hendrik Fennel. Er wolle gute Ideen, schützenswerte Produkte und Regionalküche in einer Art «Nachhaltigkeits-Crossover» verbinden.

Dabei steht für die Umsetzung dieser Ideen mit Philipp Heid ein experimentierfreudiger Sparringpartner am Herd der Speiserei. Schon als Chefkoch im Restaurant Prisma am Vierwaldstättersee suchte er sich Landwirtschaftsbetriebe in der Nähe, die in Zusammenarbeit mit ihm ungewöhnliche Zutaten anbauten. Seine Fusionküche in Vitznau setzte den Schwerpunkt auf vegetarische Zubereitung und überzeugte auch die Testesser des Guide Michelin, die seine Kochkünste mit einem Stern honorierten.

Philipp Heid freut sich über seine Rückkehr an den Bodensee. Von 2013 bis 2017 lebte er bereits am See und arbeitete als Sous-Chef bei Dirk Hoberg im Konstanzer Gourmetrestaurant Ophelia. «Nach meiner Zeit in der Sternegastronomie möchte ich jetzt, auch wegen meiner Familie, in einem Unternehmen arbeiten, in dem ich berufliches Engagement und Raum für die Familie besser ausbalancieren kann. Im Maier habe ich es da gut getroffen», erläutert Philipp Heid den Wechsel. Und: «Viele Restaurants in Deutschland scheuen sich nach wie vor, die heimische Küche weiterzuentwickeln. Das aber möchten wir hier sehr gerne tun.»

Aktuell wird bereits gemeinsam über die Ausrichtung eines weiteren Projekts nachgedacht. Denn Philipp Heid soll auch im «Zeppelin» die Verantwortung für die Küche übernehmen. Das direkt am Bodensee gelegene Hotel mit 62 Zimmern wird Familie Fennel betreiben. Es öffnet im Frühjahr 2024.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wer in die Tiefen der Kochkunst eindringen möchte, wird in Dresden unterirdisch fündig. Zwei Stockwerke geht es im Keller der Sächsischen Landesbibliothek - Universitäts- und Staatsbibliothek (SLUB) - abwärts, bevor sich eine kulinarische Welt der besonderen Art öffnet.

Eine Umfrage unter 142 Food-Truck-Betreibern zeigt: Die Mehrheit erzielt weniger als 40.000 Euro Jahresgewinn. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg scheint weniger die Arbeitszeit als vielmehr das gewählte Geschäftsmodell zu sein.

Das Berliner Kuchel Eck am Ludwigkirchplatz hat wieder geöffnet. Seit Anfang Mai wird die traditionsreiche Eckkneipe von Gastronom Josef Laggner betrieben. Der Gastro-Unternehmer setzt auf die Fortführung der klassischen Eckkneipentradition.

Die Frankfurter Hospitality-Gruppe Cuisyn setzt auf die Übernahme und Weiterentwicklung bestehender Gastronomiebetriebe. Als aktuelles Beispiel nennt das Unternehmen die Integration der Wille Gastronomie Gruppe, durch die die Mitarbeiterzahl auf mehr als 500 gestiegen sei.

Die Berliner Bar Mokka Milch öffnet am 12. Juni nach einer knapp zweiwöchigen Pause erneut ihre Türen. Zuvor hatten technische Probleme und Anpassungen interner Abläufe zu einer vorübergehenden Schließung geführt.

Lorenzo Parrotta aus Ludwigshafen darf sich nun Weltmeister nennen. In Neapel holte sich der Deutsch-Italiener den Titel in der Kategorie Pizza Contemporanea (zeitgenössische Pizza). Dabei backt Parrotta Pizza nur im Nebenberuf. Eigentlich ist er Chemiearbeiter.

Das Kopenhagener Spitzenrestaurant Noma öffnet im August wieder dauerhaft seine Türen, wobei der in der Kritik stehende René Redzepi die Rolle des Kreativ-Direktors übernimmt. Die operative Verantwortung wird an ein neues Führungsteam übertragen.

Burgermeister will noch 2026 in Österreich starten. Geplant sind zunächst drei Restaurants in Wien, langfristig soll ein Netz von mindestens 20 Standorten entstehen.

Big Squadra eröffnet am 12. Juni das Restaurant Pamela am Berliner Gendarmenmarkt. Der neue Standort ist das vierte Restaurant der Gruppe in Deutschland und erweitert das bestehende Portfolio in Berlin.

Eine internationale Verbraucherumfrage im Auftrag von Lightspeed zeigt, dass Restaurantgäste persönliche Aufmerksamkeit und Freundlichkeit höher bewerten als Beratungskompetenz. In Deutschland werden Probleme zudem häufig direkt mit dem Servicepersonal besprochen.