Lima richtet erstmals Preisverleihung der 50 Best Restaurants aus

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Lima ist am 4. November 2026 erstmals Gastgeber der Verleihung der The World’s 50 Best Restaurants. Die peruanische Hauptstadt empfängt damit die internationale Gastronomieszene. Während sieben Restaurants aus Lima auf der aktuellen Rangliste der Latin America’s 50 Best Restaurants vertreten sind, sorgt die Veranstaltung auch für Kritik. Die slowenische Spitzenköchin Ana Roš Stojan hat angekündigt, der Preisverleihung fernzubleiben. Sie bemängelt den zunehmenden Stellenwert von Sichtbarkeit und Vermarktung innerhalb des Auszeichnungssystems (Tageskarte berichtete).

Die Verleihung findet am Mittwoch im Teatro Municipal in Lima statt. Für die peruanische Gastronomie ist die Veranstaltung mit internationaler Aufmerksamkeit verbunden. Neben der Spitzengastronomie prägen traditionelle Märkte, Fischrestaurants und unterschiedliche Einwanderungsküchen das kulinarische Angebot der Hauptstadt.

Sieben Limaer Restaurants stehen auf der aktuellen Lateinamerika-Liste

In der jüngsten Rangliste der Latin America’s 50 Best Restaurants sind sieben Restaurants aus Lima vertreten. Kjolle belegt Platz zwei, Mérito folgt auf Rang vier. Cosme steht auf Platz neun, Mayta auf Platz elf. Weitere Vertreter der Hauptstadt sind La Mar auf Rang 26, Rafael auf Rang 33 und Osso auf Rang 44.

Auch zwei Restaurants aus Peru haben bereits den ersten Platz der weltweiten Rangliste erreicht. Central von Virgilio Martínez und Pía León wurde 2023 zum besten Restaurant der Welt gekürt. Maido von Mitsuharu „Micha“ Tsumura folgte 2025. Peru ist damit nach Angaben der Tourismusorganisation Promperú das einzige südamerikanische Land, dessen Restaurants die weltweite Auszeichnung bereits zweimal gewonnen haben.

Ana Roš Stojan verzichtet auf Reise und kritisiert Sichtbarkeitssystem

Nicht alle Vertreter der internationalen Gastronomie wollen an der Veranstaltung teilnehmen. Die slowenische Köchin Ana Roš Stojan, deren Restaurant Hiša Franko in Kobarid liegt, kündigte an, gemeinsam mit ihrem Team nicht nach Lima zu reisen. 

Nach ihrer Darstellung hänge der Erfolg innerhalb der Rangliste immer stärker davon ab, wie präsent ein Restaurant im Umfeld der Auszeichnungen sei. In der Branche würden dafür erhebliche zeitliche und finanzielle Ressourcen eingesetzt. Roš Stojan nennt internationale Veranstaltungen, Pressereisen, Abendessen und Kampagnen als Beispiele. Sie wolle die dafür erforderlichen Mittel stattdessen in Gäste, Mitarbeiter, Erzeuger und die tägliche Arbeit im Restaurant investieren.

Ihre Entscheidung verstehe sie ausdrücklich nicht als Abwertung der weiterhin teilnehmenden Köche, Restaurants und Journalisten. Zugleich würdigte sie ihre langjährige Verbindung zu 50 Best. Die Auszeichnungen hätten ihr Restaurant Hiša Franko über Jahre begleitet und Gäste aus aller Welt in das slowenische Tal gebracht. Roš Stojan wurde 2017 von The World’s 50 Best Restaurants als weltbeste Köchin ausgezeichnet. Ihr Restaurant erhielt 2023 als erstes Haus in Slowenien drei Michelin-Sterne.

Regionale Küchen prägen die kulinarische Vielfalt des Landes

Abseits der internationalen Ranglisten ist die Gastronomie Perus von unterschiedlichen regionalen Traditionen geprägt. Die Pazifikküste, die Anden und das Amazonasgebiet bringen verschiedene Zutaten und Zubereitungsweisen hervor. Hinzu kommen Einflüsse indigener Kulturen sowie spanischer, afrikanischer, chinesischer und japanischer Einwanderer.

In Lima gehören Ceviche mit Fisch, Limettensaft, Chili und roten Zwiebeln ebenso zum gastronomischen Alltag wie Anticuchos, traditionelle Grillspieße. Die Nikkei-Küche verbindet japanische und peruanische Einflüsse, während die Chifa-Küche auf der Verbindung chinesischer und peruanischer Kochtraditionen beruht. Auf den Märkten der Hauptstadt werden regionale Erzeugnisse, Früchte und Kräuter angeboten.

Auch außerhalb Limas verweist Promperú auf unterschiedliche kulinarische Regionen. Im Heiligen Tal bei Cusco befindet sich auf mehr als 3.500 Metern Höhe das Restaurant Mil von Virgilio Martínez. Es zählt 2026 zu den 100 besten Restaurants der Welt. Arequipa ist für seine traditionellen Picanterías bekannt. In der Region Ica steht die Herstellung des peruanischen Nationaldestillats Pisco im Mittelpunkt. Das Amazonasgebiet wiederum verfügt über eigene regionale Zutaten und Erzeugnisse, die auch in der peruanischen Spitzengastronomie verwendet werden.

Promperú-Präsidentin Teresa Mera Gómez bezeichnet Lima als Ausgangspunkt für Reisen in weitere Regionen des Landes. Die Tourismusorganisation verweist dabei auf die Verbindung von Gastronomie, Kultur und Natur. Zum Angebot für Besucher zählen unter anderem Markttouren, Kochkurse, Besuche bei lokalen Erzeugern und Verkostungen entlang der Pisco-Route.

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