Michelin Guide 2026 Deutschland zeichnet L.A. Jordan mit drei Sternen aus

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Das Restaurant L.A. Jordan im Ketschauer Hof in Deidesheim ist bei der Michelin Guide Ceremony 2026 erstmals mit drei Sternen ausgezeichnet worden. Nach Angaben des Michelin Guide habe Küchenchef Daniel Schimkowitsch die Inspektoren mit einer Küche überzeugt, die französische Tradition mit asiatischen Einflüssen und japanischer Präzision verbinde. Das Restaurant gehöre damit nun zur Gruppe der weltweit höchstbewerteten Häuser.


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Michelin veröffentlicht Bewertungen zu mehreren Menügängen

Einblick in die Bewertungen geben Aufzeichnungen der Michelin-Inspektoren aus dem zurückliegenden Testjahr. Die Testessen seien durchweg als kurzweilig beschrieben worden. Die Küche wird in den Notizen unter anderem mit den Worten „Absolute Top-Produkte, klares, reduziertes Handwerk, eine wahnsinnige Tiefe der Aromen, dazu harmonisch eingebundene Säure gepaart mit gewagter Schärfe – grandios“ charakterisiert. Ein Senior-Inspektor fasst seinen Eindruck mit den Worten „Geschmacklich ergreifend“ zusammen.

Zu den dokumentierten Gerichten zählt ein Atlantik-Seeteufel aus Noirmoutier. Die Inspektoren beschreiben den geangelten Fisch als außergewöhnlich fest und geschmackvoll. Hervorgehoben werden eine Chanponzu mit eingekochtem Périgord-Trüffel, eine aufgeschlagene Sauce mit präziser Säure sowie fein gehobelter Trüffel. Flower Sprouts hätten dem Gericht einen herben Akzent verliehen.

Auch eine Langoustine aus Norwegen wird ausführlich erwähnt. In den Aufzeichnungen heißt es: „Ich habe bisher kaum eine bessere Qualität der Langoustine erlebt!“ Die Tester beschreiben das Krustentier als besonders frisch, zart und saftig. Serviert worden sei es mit Estragon-Sauce, frischer Minze und geriebenem Wasabi. Dabei habe das Produkt selbst im Mittelpunkt gestanden.

Inspektoren heben Fleischgerichte des Menüs besonders hervor

Ein weiterer dokumentierter Gang war ein Hirschkalbfilet, das laut den Aufzeichnungen langsam gegart wurde. Die Inspektoren verweisen auf die aromatische Tiefe des Fleisches sowie auf eine Rahmsauce auf Basis einer Wildjus. Ergänzt worden sei das Gericht durch Zitrussegmente, mit Mirin verfeinertes Sauerkraut, Morcheln und eine Scheibe gebratene Gänseleber.

Ebenfalls bewertet wurde eine Taube aus Racan in der französischen Touraine. Die Tester beschreiben die Taubenbrust als butterzart und geschmacklich intensiv. Brunnenkresse, glasierte Rübchen und die Sauce „Roiyaru“ hätten den Gang ergänzt. Nach Einschätzung der Inspektoren stand auch hier das Hauptprodukt klar im Vordergrund.

Süßes Finale erhält ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit

Besonders ausführlich äußern sich die Michelin-Inspektoren zu einer Buchtel, die als Begleitung zum Kaffee gereicht wurde. Obwohl sie als Petit Four vorgesehen gewesen sei, habe sie in mehreren Testberichten besondere Aufmerksamkeit erhalten. In einer Bewertung heißt es: „Die Buchtel gibt es statt Petits Fours zum Kaffee und sie ist so hervorragend, dass sie auf jeden Fall einen eigenen Eintrag mit drei Sternen verdienen würde!“ Beschrieben werden unter anderem Vanilleschaum und Zwetschgenröster.

Weitere Aufzeichnungen erwähnen Varianten mit Champagner- und Holunderblütenglasur, Mohnstreuseln, Holunderbeersauce sowie aufgeschlagener Vanillesauce. In einer anderen Verkostung wurde die Buchtel mit Vanillesahne und Kirschen serviert. Ein Inspektor urteilt dazu: „Einfach himmlisch dieses perfekte Gebäck als Abschluss!“

Erstmals geht die höchste Bewertung des Restaurantführers in die Pfalz

Ein großer Moment für die Pfalz: Der Guide Michelin hat Daniel Schimkowitsch mit dem dritten Michelin-Stern ausgezeichnet. Der Küchenchef des L.A. Jordan im Ketschauer Hof in Deidesheim erreicht damit die höchste Bewertung des renommierten Restaurantführers und zählt nun zur absoluten Spitze der deutschen Gastronomie. Für die Pfalz ist die Auszeichnung ein besonderer Meilenstein: Schimkowitschs Küche macht Deidesheim zu einer kulinarischen Adresse der internationalen Fine-Dining-Szene.

Daniel Schimkowitsch nahm die Auszeichnung bei der Michelin-Zeremonie im Palmenhaus in Frankfurt am Main persönlich entgegen. „Der Traum von drei Sternen war immer da. Dass wir ihn jetzt erreicht haben, kann ich noch kaum fassen. Wir sind in den vergangenen Jahren nie den einfachen Weg gegangen. Wir haben jedes Gericht immer wieder hinterfragt, weiterentwickelt und nach den besten Produkten gesucht“, sagte Schimkowitsch nach der Verleihung. Deutschlandweit gibt es derzeit nur 12 Drei-Sterne-Adressen.

Bereits 2023 schrieb Daniel Schimkowitsch Gastronomiegeschichte in der Pfalz, als er als erster Koch der Region zwei Michelin-Sterne erhielt. Mit dem dritten Stern erreicht diese Entwicklung nun die oberste Stufe der internationalen Restaurantbewertung. Die Auszeichnung gilt einer Küche, die sich über Jahre geschärft hat: in der Produktauswahl, in der handwerklichen Genauigkeit und in der Fähigkeit, Komplexität auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Seit mehr als zehn Jahren prägt der gebürtige Münchner die Küche des L.A. Jordan. Die Inhaberin Jana Seeger begleitete diesen Weg von Beginn an mit großer Überzeugung und schuf die Voraussetzungen dafür, dass er seine Vision konsequent verfolgen konnte. Die Auszeichnung mit dem dritten Michelin-Stern erfüllt sie mit großer Freude und bestätigt einen gemeinsamen Weg, der von Vertrauen, Mut und Beständigkeit geprägt ist. 

Schimkowitschs Stil ist klar erkennbar, ohne sich auf einzelne Signature-Gerichte limitieren zu lassen. Fisch, Schalen- und Krustentiere spielen dabei eine wichtige Rolle, allen voran Kaisergranat. Das Produkt kehrt regelmäßig auf der Karte wieder, erscheint aber nie als feste Formel. Schimkowitsch interpretiert es mit großer handwerklicher Genauigkeit und einem feinen Gespür für Balance immer wieder anders. Seine Küche lebt von neuen Zutaten, eigenständigen Kombinationen und dem Willen, erfolgreiche Ideen konsequent weiterzuentwickeln. Ob Kinmedai, seltene Tränenerbsen, heimischer Wildhase oder Gemüse aus der Pfalz: Schimkowitsch sucht Produkte mit Herkunft, Charakter und von besonderer Güte. Die Region zeigt sich nicht nur auf der Weinkarte, sondern auch auf dem Teller. So entstehen Kompositionen, die aus Zutat, Saison und Idee heraus entwickelt werden. An seiner Seite stehen seit Jahren Sous-Chef Patrick Mairold und Sommelier Stephan Nitzsche, die diesen Anspruch entscheidend mittragen.

„Der dritte Stern würdigt das Schaffen unseres Executive Chefs Daniel Schimkowitsch. Wir sind stolz, dass Daniel und sein Team die Pfalz damit noch stärker auf die internationale Landkarte der Spitzengastronomie gesetzt haben“, sagt Ole Leidner, Geschäftsführer des Ketschauer Hofs.

Mit dem dritten Stern gewinnt das L.A. Jordan weiter an Strahlkraft und damit auch der Genussstandort Deidesheim. Die Verbindung aus Spitzenküche, stilvoller Hotellerie, renommierten Weingütern und der Kulturlandschaft der Deutschen Weinstraße macht Deidesheim zu einem Reiseziel für Genießerinnen und Genießer aus aller Welt.

Neuer Drei-Sterne-Koch Daniel Schimkowitsch: «Das kam sehr überraschend»

Für Deidesheimer Spitzenkoch Daniel Schimkowitsch kam der dritte Michelin-Stern unerwartet. «Das kam sehr überraschend», sagte der Küchenchef des «L.A. Jordan» nach der Verleihung in Frankfurt. Er habe es eigentlich erst verstanden, als von einem kleinen Ort in einem Weinbaugebiet die Rede gewesen sei. «Und dann war klar, okay, das können eigentlich nur wir sein.»

Er und sein Team hätten sich auch nicht verrückt gemacht wegen eines dritten Michelin-Sterns. «Also wir haben keine Reservierung gecheckt oder sonst was. Am Ende des Tages haben wir jeden Tag unseren Job gemacht.»

Das Restaurant im pfälzischen Deidesheim wurde am Dienstagabend als einziges Restaurant neu in den Olymp der Drei-Sterne-Restaurants aufgenommen. «Auf dem Anwesen des ehemaligen Bassermann-Jordan-Weinguts schafft Daniel Schimkowitsch mit seiner reduzierten kreativen Küche den Sprung von zwei auf drei Sterne», heißt es bei Michelin über den Senkrechtstarter der Gastroszene.

Pfalz habe gute Mischung aus jungen Winzern und Traditionshäusern

An der Pfalz schätzt er die Mischung zwischen jungen, innovativen Winzern und den etablierteren Traditionshäusern. «Es gibt so viele geile Weingüter in Deidesheim, wo die jungen Leute jetzt am Start sind. Aber auch die großen Namen.» Es passiere sehr viel in der Region. «Wir haben eine Mega-Community. Wir schätzen uns alle, wir respektieren alle das, was jeder Einzelne macht», sagt Schimkowitsch, der ursprünglich aus Bayern kommt. Zudem habe die Pfalz sich als Ausflugsdestination und Urlaubsregion entwickelt. «Ich wollte am Ende des Tages einen Platz schaffen, den man in Deidesheim so nicht erwartet und in der Pfalz nicht erwartet.»

Auch wenn es große Herausforderungen wie etwa den Personalmangel gebe, liebe er seine Branche: «Ich glaube, Gastronomie, egal ob jetzt im Service oder in der Küche, ist mit einer der geilsten Berufe, die man machen kann auf diesem Planeten.» Es stehe einem alles offen, «ob man jetzt in einem Wirtshaus arbeitet, ob man jetzt aufs Schiff geht, ob man in einem Stadthotel arbeitet oder ob man eben irgendwie in die High-End-Gastronomie geht». 

Man könne überall auf der Welt arbeiten und man habe ein Entwicklungspotenzial und so viele unterschiedliche Konzepte. «Und ich finde es auch mega, wie sich die Gastronomie in den letzten 10, 15 Jahren in Deutschland entwickelt hat, dass man so viele unterschiedliche Konzepte und Küchen hat und die aber auch wertgeschätzt werden.» (mit dpa)

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