Münchner Traditionslokal Preysinggarten meldet Insolvenz an

| Gastronomie Gastronomie

Das bekannte Wirtshaus Preysinggarten in Haidhausen, das seit über 150 Jahren als älteste Gastwirtschaft des Viertels galt, muss nach Anmeldung der Insolvenz den Betrieb einstellen. Die Betreiberfirma Luco GmbH hat den Antrag gestellt, woraufhin das Amtsgericht München Dr. Matthias Hofmann von der Kanzlei Pohlmann Hoffmann als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte. Der Geschäftsbetrieb mit 37 Mitarbeitenden wird eingestellt.

Sanierung scheitert

Der eingesetzte Sanierungsexperte Dr. Hofmann erklärte in einer Mitteilung, dass eine Sanierung des Unternehmens nicht realisierbar sei. „Leider hat sich gezeigt, dass die wirtschaftliche Situation des Unternehmens eine Fortführung des Geschäftsbetriebs nicht gestattet“, so Hofmann.

Pachtvertrag läuft aus

Erschwerend kam hinzu, dass der Pachtvertrag für die Räumlichkeiten im Jahr 2026 ausläuft. Dieser Umstand erschwerte die Suche nach Investoren oder einem Nachfolger, da keine Planungssicherheit gegeben war. Geschäftsführer Konstantinos Papadakis hatte bereits zum Jahreswechsel 2024/2025 vergeblich eine Nachfolgelösung gesucht.

Ein „Lebenswerk“ geht zu Ende

Für Geschäftsführer Konstantinos Papadakis stellt die Schließung des Wirtshauses einen schmerzhaften Verlust dar. „Diese Entscheidung fällt mir unglaublich schwer, da der Preysinggarten nicht nur mein Lebenswerk war, sondern auch ein fester Bestandteil der Haidhauser Gemeinschaft“, erklärt der 67-Jährige.

Wirtschaftliche Herausforderungen im Fokus

Der Fall des Preysinggartens steht beispielhaft für die schwierige Lage der Gastronomie. Wie viele andere Betriebe hatte auch das Lokal in den vergangenen Jahren mit wirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen. Als Ursachen für die angespannte Situation in der Branche werden unter anderem hohe Energiepreise, gestiegene Bürokratie und die anhaltende Wirtschaftsflaute genannt.

Branche warnt vor Wirtshaus-Sterben

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband warnt in diesem Zusammenhang vor einer zunehmenden Pleitewelle. Angela Inselkammer, Präsidentin des Verbandes, mahnt: „Wenn wir die Bedingungen für unsere Gastronomiebetriebe nicht massiv verbessern, beschleunigt sich das Wirtshaus-Sterben: Dann verlieren wir die Hälfte unserer Gasthöfe.“ Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert, dass die Zahl der insolventen Unternehmen in Deutschland im Jahr 2025 das vierte Jahr in Folge steigen und sich im Vergleich zu 2021 nahezu verdoppeln könnte.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Kochroboter, kein Gastraum, alles für die Auslieferung: Wie eine Küche in Frankfurt den Gastronomie-Alltag verändern könnte – und warum menschliche Gastfreundschaft trotzdem unverzichtbar bleibt.

Im Streit um Markenrechte an einem Kebab-Gericht erwägt der amerikanische Fast-Food-Anbieter Kentucky Fried Chicken einen Rückzieher. KFC Deutschland teilte auf Anfrage mit, dass die Gespräche mit dem Bielefelder Dönerunternehmen Krispy Kebab zwar noch liefen, diese seien aber «herausfordernd».

Die Münchner Giesinger Brauerei drängt auf die Wiesn - und bekommt dafür nun Rückenwind von jemandem, der in der Sache künftig was zu sagen hat.

Die Sonne scheint, die Menschen genießen den Kaffee wieder im Freien. Die Gastronomen werden von den Städten im Land jedoch ganz unterschiedlich stark zur Kasse gebeten. Der Steuerzahlerbund meint: Weg damit!

Das Restaurant Greta Oto im Hamburger Conrad Hotel wurde mit dem Genuss-Michel 2026 in der Kategorie „Weltweit“ ausgezeichnet. Die MHP Hotel Group wertet den Preis als Bestätigung für ihre Strategie international ausgerichteter Gastronomiekonzepte.

Eine aktuelle Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus zeigt, dass fast die Hälfte der Deutschen aufgrund gestiegener Preise seltener essen geht, während das Preis-Leistungs-Verhältnis zum entscheidenden Faktor bei der Wahl des Restaurants geworden ist.

Seit eineinhalb Wochen wird gezapft und gefeiert auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Halbzeit. Wie kommt die große Sause auf dem Cannstatter Wasen an? Die Veranstalter legen die Zahlen offen.

Zwei Hotels am Schluchsee stellen die Kulinarik in den Mittelpunkt ihres Konzepts. Während die Mühle Schluchsee ihr Restaurant als eigenständiges Ziel positioniert, integriert der Auerhahn die Gastronomie in den gesamten Aufenthalt.

Die Zahl der Gastronomiebetriebe in Großbritannien sinkt kontinuierlich, wobei im ersten Quartal 2026 täglich mehr als drei Standorte aufgegeben wurden. Steigende Lohnkosten und steuerliche Belastungen setzen die Branche unter Druck.

Das Restaurant Heritage im Hamburger Hotel Le Méridien öffnet am 30. April nach einer technischen Modernisierung der Küchenbereiche wieder seine Türen. Neben einem aktualisierten Speisenangebot setzt der Betrieb künftig verstärkt auf neue Veranstaltungsformate.