Nobelhart & Schmutzig erklärt Fotoregeln – Sterneköche äußern sich

| Gastronomie Gastronomie

Das Berliner Restaurant Nobelhart & Schmutzig hat seine Regeln zur Smartphone-Nutzung im Gastraum erläutert. Hintergrund ist die Stornierung eines Gastes, der die Praxis kritisierte. Parallel haben sich mehrere Betriebe der Spitzengastronomie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zu ähnlichen Fragen geäußert. Die Fotoregeln des Restaurants werden seit Jahren diskutiert.

Restaurant begründet Einschränkungen beim Fotografieren im Gastraum

Nach Angaben des Restaurants verfolgt es seit rund zehn Jahren das Ziel, den Gastraum möglichst frei von umfassenden Bildaufnahmen zu halten. Gäste sollten beim Betreten „den Raum unseres Speiselokals voll wahrnehmen“, heißt es in einer Mitteilung in sozialen Medien.

Zudem solle vermieden werden, dass sich Gäste beobachtet fühlten. „Uns ist außerdem wichtig, dass sich bei uns alle Gäste wohlfühlen und keine Besorgnis haben, von jemandem fotografiert zu werden“, erklärt das Restaurant. Weiter heißt es: „Wir sind deswegen dankbar, wenn du dein Handy den Abend über in der Tasche lässt.“

Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass eingeschränkte Aufnahmen weiterhin möglich seien. So könnten Gäste Nahaufnahmen von Speisen oder Fotos am Ende des Abends machen, ohne dass dies beanstandet werde.

Gast kritisiert unterschiedliche Behandlung beim Fotografieren

Auslöser der öffentlichen Diskussion ist laut dpa die Stornierung einer Reservierung durch einen Gast. Dieser habe kritisiert, dass das Fotografieren für Gäste untersagt sei, während es für bekannte Persönlichkeiten aus der Foodblogger-Szene möglich sei.

„Das empfinde ich als ungleich und für mich persönlich auch irritierend“, schrieb der Gast nach Angaben der dpa.

Das Restaurant erklärte dazu, dass es neben einem eigenen Presseordner auch professionellen Besuchern das Fotografieren erlaube, die Bilder jedoch überprüft würden. Wenn zu viel vom Raum zu sehen sei, werde um Löschung gebeten.

Rutz verweist auf individuelle Konzepte in der Spitzengastronomie

Das Berliner Restaurant Rutz betont laut dpa die Eigenständigkeit gastronomischer Konzepte. Restaurantleiter Falco Mühlichen erklärte auf Anfrage, Gäste könnten frei entscheiden, welches Restaurant sie besuchen.

„Wenn diese Entscheidung auf unsere Kollegen vom Nobelhart & Schmutzig fällt, muss einem klar sein, dass man ein Restaurant mit einem ganz klaren Konzept besucht, das in vielen Bereichen vielleicht die extremste Policy vertritt“, wird Mühlichen zitiert.

Im eigenen Restaurant gebe es keine spezielle Regelung zur Smartphone-Nutzung. Gäste dürften ihre Geräte nutzen, solange andere nicht gestört würden.

Tim Raue setzt auf Rücksichtnahme und lautlose Geräte

Im Restaurant von Tim Raue steht laut dpa vor allem der Umgang mit Telefonaten im Fokus. Gemeinsam mit der Eigentümerin Marie-Anne Wild werde Wert auf eine störungsfreie Atmosphäre gelegt.

„Ein respektvoller Umgang mit dem Mobiltelefon trägt dazu wesentlich bei“, heißt es nach dpa-Angaben. Gäste würden gebeten, ihre Geräte lautlos zu schalten.

Gleichzeitig begrüße man das Fotografieren von Speisen. „Social Media ist heute ein wichtiges Kommunikationsmittel in der Gastronomie“, erklärten Raue und Wild laut dpa. (mit dpa)


 

Weitere Restaurants beschreiben unterschiedliche Praxis im Umgang mit Handys

Auch andere Restaurants schilderten auf dpa-Anfrage ihre Vorgehensweise. Das Restaurant Sawito verfolgt nach Angaben von Küchenchef Marco Wahl einen offenen Ansatz: „Wir sehen das recht entspannt – unsere Gäste sollen sich wohlfühlen und ihren Besuch so genießen, wie sie möchten.“

Ähnlich äußerten sich laut dpa die Restaurants Alte Überfahrt und Kochzimmer. Dort werde es geschätzt, wenn Smartphones nicht dauerhaft genutzt würden. Gleichzeitig vertraue man darauf, dass Gäste verantwortungsvoll mit ihren Geräten umgehen.

Nach Angaben aus dem Kochzimmer würden Gäste darauf hingewiesen, die Privatsphäre zu wahren, wenn Personen des öffentlichen Lebens anwesend seien.

Reaktionen in sozialen Medien fallen unterschiedlich aus

Unter dem Beitrag des Restaurants äußerten sich Nutzer in sozialen Medien unterschiedlich. Einige unterstützten die Regeln zur eingeschränkten Smartphone-Nutzung, andere kritisierten die Einschränkungen oder forderten mehr Transparenz über das Ambiente vor einem Besuch. (mit dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Basketball-Star LeBron James eröffnet in seiner Heimatstadt Akron das Restaurant Buckets. Der Betrieb dient gleichzeitig als Ausbildungsstätte für Teilnehmer seines sozialen Förderprogramms.

Das Restaurant Horváth in Berlin plant für Oktober 2026 eine neue Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Own the Pass“, bei der junge Köche für einen Abend den Betrieb übernehmen sollen. Bewerbungen sind bis Juni 2026 mit Konzept und Lebenslauf möglich

Burger King hat eine landesweite Rekrutierungsoffensive gestartet, um bis zu 60.000 neue Stellen in seinen knapp 6.500 Restaurants in den USA zu besetzen. Die Suche umfasst sowohl Einstiegspositionen als auch das Management.

Frische Spargelgerichte, vegane Highlights und alkoholfreie Drinks: Hessens Außengastronomie will mit neuen Trends in die Freiluftsaison starten. Doch höhere Kosten und Konsumzurückhaltung setzen die Betriebe unter Druck.

Taco Bell plant laut Medienberichten einen neuen Markteintritt in Deutschland. Neben ersten Standorten werden auch Details zur Franchise-Struktur und zu beteiligten Partnern bekannt.

Der Durchschnittspreis für einen halben Liter Bier ist einer Datenanalyse des Finanztechnologie-Unternehmens SumUp zufolge in größeren baden-württembergischen Städten spürbar gestiegen – von 3,86 Euro zu Beginn des Sommers 2025 auf zuletzt 4,88 Euro.

Das Restaurant 5 in Stuttgart hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung abgeschlossen und setzt seinen Betrieb mit einem neuen Investor fort. Wie das Unternehmen mitteilt, ist damit der Fortbestand des Betriebs langfristig gesichert.

Yannick Alléno übernimmt mit insgesamt 18 Michelin-Sternen die weltweite Spitzenposition unter den aktiven Köchen. Der entscheidende Zuwachs resultiert aus der aktuellen Bewertung des Restaurants Monsieur Dior sowie neuen Sternen in Monaco.

Einen Wein aus dem Geburtsjahr des Nachwuchses bis zu dessen Hochzeit optimal lagern. Aus diesem Bedürfnis ist die Winebank zwar entstanden. Das Franchiseunternehmen hat jedoch einen anderen Fokus.

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) hat eine neue Themenseite „Küchenbetriebe“ veröffentlicht. Diese bündelt nach Angaben der BGN relevante Anforderungen und Praxishinweise für Betriebe mit Küchen und ist im Bereich „Branchenwissen“ verfügbar.