Noma-Chef René Redzepi tritt nach Gewalt-Vorwürfen zurück

| Gastronomie Gastronomie

Er soll jahrelang Mitarbeiter geschlagen, angebrüllt und gemobbt haben: Der Chefkoch und Mitgründer des Kopenhagener Sternerestaurants Noma, René Redzepi, tritt nach Berichten über Gewalt in der Küche zurück.

«Es tut mir leid, dass ihr alle in dieser Situation seid», sagte Redzepi in einem Video vor Mitarbeitern, das er auf Instagram veröffentlichte. «Ich habe daran gearbeitet, ein besserer Chef zu sein.» Eine Entschuldigung allein reiche jedoch nicht: «Ich weiß, wie ich gewesen bin.» Wegen der Aufmerksamkeit um seine Person übernehme er Verantwortung und trete zurück.

Zuvor hatten frühere Mitarbeiter dem Dänen in der «New York Times» physische und psychische Gewalt vorgeworfen (Tageskarte berichtete). Zwischen 2009 und 2017 habe er Mitarbeitern ins Gesicht geschlagen, sie mit Küchenutensilien gestochen und gegen Wände geschleudert. Redzepi soll Mitarbeitern gedroht haben, seinen Einfluss zu nutzen, um sie in Restaurants auf der ganzen Welt auf die Blacklist zu setzen, ihre Familien auszuweisen oder ihre Partner aus anderen Jobs feuern zu lassen.
 

Frühere Mitarbeiter schildern Demütigungen

Ein ehemaliger Koch schildert der Zeitung einen Fall, in dem Redzepi wütend gewesen sei, weil jemand Techno-Musik in der Küche gespielt habe. Daraufhin hätten etwa 40 Mitarbeiter draußen einen Kreis um zwei Köche bilden müssen. Redzepi habe einen der beiden in die Rippen geschlagen und gesagt, niemand dürfe zurück ins Haus gehen, bis einer von beiden laut gesagt habe, er gebe DJs gern Oralsex.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kritik an Redzepi öffentlich wird. Bereits 2015 hatte der Chefkoch zugegeben, ein «Ungeheuer» in der Küche gewesen zu sein und seine Angestellten gemobbt zu haben.

Das Noma zählt zu den besten Restaurants der Welt und hat Kopenhagen als Food-Destination für nordische Küche auf die Landkarte gesetzt. Es wurde 2003 gegründet und hat inzwischen drei Michelin-Sterne. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Villa Florhof in Zürich eröffnet am 1. August 2026 wie geplant. Kurz vor dem Start trennen sich das Luxushotel und der als kulinarischer Leiter vorgesehene Christian Jürgens im gegenseitigen Einvernehmen.

Sodexo übernimmt die weltweite Arbeitsplatzverpflegung für über 130 Standorte des Konzerns Meta. Die Partnerschaft umfasst digitale Lösungen und Nachhaltigkeitsstandards an verschiedenen Unternehmensstandorten.

Das Berliner Unternehmen Delivery Hero will gemeinsam mit Uber seine weltweite Präsenz ausspielen. Die Hintergründe zum Zusammenschluss.

Neue Umfragen von Metro beleuchten die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Landgastronomie. Trotz hoher Relevanz für die Lebensqualität blicken viele Betreiber aufgrund bürokratischer Hürden mit Sorge in die Zukunft.

RB Leipzig wechselt zur kommenden Saison den Catering-Partner für den Public-Bereich der Red Bull Arena. Die Compass-Tochter Levy übernimmt die Versorgung für die nächsten sechs Jahre.

Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz hat Thüringer Gastronomen finanziell Luft verschafft. Welche Auswirkungen das auf Arbeitsplätze und Preise auf den Speisekarten hat, zeigt eine aktuelle Umfrage.

Der US-Fahrdienstleister Uber übernimmt den aus Deutschland stammenden Essenslieferdienst Delivery Hero für eine Milliardensumme. Das im MDax notierte Unternehmen bestätigte, dass es sich mit dem US-Konzern zusammenschließt.

Frisches Bier, eine Horde Männer, Stammtischfeeling – dazu Frisierköpfe, Bürsten und Haargummis? Im Gasthaus Fux in München kommt zusammen, was man zunächst nicht zusammen vermutet.

Falkensteiner Camping führt mit der Marke Campo ein neues Gastronomiekonzept ein. Den Auftakt bildet ein Restaurant am Standort Klagenfurt, das von einem lokalen Pächter betrieben wird.

Eine Datenanalyse von Lieferando zur Fußball-Weltmeisterschaft zeigt deutliche Verschiebungen bei den Essgewohnheiten und nächtlichen Bestelltrends in zehn deutschen Städten. Die Auswertung beleuchtet regionale Präferenzen bei Speisen, Getränken und dem Bedarf an Alltagsartikeln.