Preise in der Gastronomie bleiben nach Mehrwertsteuersenkung stabil

| Gastronomie Gastronomie

Nach der Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf 7 Prozent zum 1. Januar 2026 verharren die Preise in der deutschen Gastronomie auf einem nahezu unveränderten Niveau. Eine aktuelle Analyse des Datendienstleisters Meoton belegt, dass eine flächendeckende Weitergabe der Steuerersparnis an die Gäste bislang ausblieb. Branchenvertreter hatten diese aucn nie in Aussicht gestellt. Gleichzeitig zeigt die Auswertung, dass die Restaurants im ersten Monat des Jahres weitgehend auf weitere Preiserhöhungen verzichteten.

Datenanalyse von über 30.000 Betrieben

Für die Untersuchung hat Meoton den Zeitraum von Mitte Dezember 2025 bis Mitte Januar 2026 betrachtet. Dabei wurden mehr als 200.000 Preisdaten von über 30.000 Gastronomiebetrieben ausgewertet, die ihre Speise- und Getränkekarten online veröffentlichen. Das Ergebnis zeigt lediglich marginale Schwankungen: Die Preise für Speisen stiegen im Durchschnitt um 0,1 Prozent, während sich Getränke, die weiterhin mit 19 Prozent besteuert werden, um 0,2 Prozent verteuerten.

Systematische Preissenkungen ließen sich in der Breite nicht feststellen. Zwar gab es bei einzelnen Betrieben Anpassungen in beide Richtungen, doch das Preisgefüge insgesamt zeigt sich stabil.

Finanzielle Entlastung dient der Kostendeckung

Die Stabilität der Preise wird vor allem auf das angespannte wirtschaftliche Umfeld der Branche zurückgeführt. Mehrere Kostenfaktoren limitieren den Spielraum der Gastronomen. Insbesondere die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro zum Jahresbeginn 2026 sowie hohe Ausgaben für Wareneinsatz, Energie und Mieten belasten die Kalkulationen.

Christian Haese, Mitgründer von Meoton, ordnet die Ergebnisse wie folgt ein: „Unsere Daten zeigen: Die Mehrwertsteuersenkung stabilisiert die Preise, statt eine Senkung zu bewirken. Viele Gastronomen nutzen die Entlastung offenbar, um gestiegene Kosten aufzufangen und um kurzfristig weitere Preiserhöhungen zu vermeiden.“

Rechnerischer Effekt der Steuersenkung

Die steuerliche Umstellung hat deutliche Auswirkungen auf den Nettoerlös der Betriebe. Bei einem Gericht mit einem Bruttopreis von 20 Euro verbleiben dem Gastronomen bei 7 Prozent Mehrwertsteuer rund 18,69 Euro netto. Unter dem alten Steuersatz von 19 Prozent waren es lediglich 16,81 Euro. Dies entspricht einer Steigerung des Nettoerlöses um etwa 1,88 Euro oder 11 Prozent.

Hätten die Betriebe die Steuersenkung vollständig an die Kunden weitergegeben, hätte dies rechnerisch zu einer Reduzierung der Endpreise um fast 10 Prozent führen müssen. Ein solcher Effekt ist in den aktuellen Daten jedoch nicht sichtbar. Im Gegensatz dazu hatte Meoton Anfang 2024 nach der Rückkehr zum Regelsatz deutliche Preisanhebungen bei den untersuchten Betrieben registriert.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wer in die Tiefen der Kochkunst eindringen möchte, wird in Dresden unterirdisch fündig. Zwei Stockwerke geht es im Keller der Sächsischen Landesbibliothek - Universitäts- und Staatsbibliothek (SLUB) - abwärts, bevor sich eine kulinarische Welt der besonderen Art öffnet.

Eine Umfrage unter 142 Food-Truck-Betreibern zeigt: Die Mehrheit erzielt weniger als 40.000 Euro Jahresgewinn. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg scheint weniger die Arbeitszeit als vielmehr das gewählte Geschäftsmodell zu sein.

Das Berliner Kuchel Eck am Ludwigkirchplatz hat wieder geöffnet. Seit Anfang Mai wird die traditionsreiche Eckkneipe von Gastronom Josef Laggner betrieben. Der Gastro-Unternehmer setzt auf die Fortführung der klassischen Eckkneipentradition.

Die Frankfurter Hospitality-Gruppe Cuisyn setzt auf die Übernahme und Weiterentwicklung bestehender Gastronomiebetriebe. Als aktuelles Beispiel nennt das Unternehmen die Integration der Wille Gastronomie Gruppe, durch die die Mitarbeiterzahl auf mehr als 500 gestiegen sei.

Die Berliner Bar Mokka Milch öffnet am 12. Juni nach einer knapp zweiwöchigen Pause erneut ihre Türen. Zuvor hatten technische Probleme und Anpassungen interner Abläufe zu einer vorübergehenden Schließung geführt.

Lorenzo Parrotta aus Ludwigshafen darf sich nun Weltmeister nennen. In Neapel holte sich der Deutsch-Italiener den Titel in der Kategorie Pizza Contemporanea (zeitgenössische Pizza). Dabei backt Parrotta Pizza nur im Nebenberuf. Eigentlich ist er Chemiearbeiter.

Das Kopenhagener Spitzenrestaurant Noma öffnet im August wieder dauerhaft seine Türen, wobei der in der Kritik stehende René Redzepi die Rolle des Kreativ-Direktors übernimmt. Die operative Verantwortung wird an ein neues Führungsteam übertragen.

Burgermeister will noch 2026 in Österreich starten. Geplant sind zunächst drei Restaurants in Wien, langfristig soll ein Netz von mindestens 20 Standorten entstehen.

Big Squadra eröffnet am 12. Juni das Restaurant Pamela am Berliner Gendarmenmarkt. Der neue Standort ist das vierte Restaurant der Gruppe in Deutschland und erweitert das bestehende Portfolio in Berlin.

Eine internationale Verbraucherumfrage im Auftrag von Lightspeed zeigt, dass Restaurantgäste persönliche Aufmerksamkeit und Freundlichkeit höher bewerten als Beratungskompetenz. In Deutschland werden Probleme zudem häufig direkt mit dem Servicepersonal besprochen.