Preisschwelle 10 Pfund: Guinness-Preiserhöhung alarmiert UK-Gastronomie

| Gastronomie Gastronomie

Der Getränkekonzern Diageo hat eine Preiserhöhung für Guinness Draught angekündigt, die ab April 2026 in Kraft treten soll. Mit einem Anstieg von 5,2 Prozent steht die Branche vor einer Zäsur: Branchenexperten und Pub-Betreiber warnen davor, dass Guinness das erste Bier im Standard-Sortiment werden könnte, das in britischen Gastronomiebetrieben die Marke von 10 Pfund pro Pint erreicht.

Historische Preisgrenze rückt in Reichweite

Die angekündigte Steigerung beläuft sich auf zusätzliche Kosten von etwa 40 Pence pro Pint für die Betreiber. Das in der britischen Gastronomie übliche Pint entspricht einer Füllmenge von 568 Millilitern und ist das Standardmaß für den Ausschank von Fassbier. In Ballungszentren, in denen die Preise bereits auf einem hohen Niveau liegen, wird damit gerechnet, dass der Endverbraucherpreis die psychologisch wichtige Grenze von 10 Pfund überschreitet. Pub-Betreiber äußerten gegenüber Fachmedien, dass die Kombination aus steigenden Einkaufspreisen und den allgemeinen Teuerungen im Betrieb kaum noch Spielraum für eine Kalkulation unterhalb dieser Schwelle lasse.

Diageo begründet Preisanpassung mit Betriebskosten

Der Hersteller führt die Entscheidung auf die gestiegenen Kosten innerhalb seiner eigenen Wertschöpfungskette zurück. Ein Sprecher von Diageo erklärte, dass die Preisanpassung unumgänglich sei, um die langfristige Rentabilität der Marke sowie die Unterstützung für den Handel sicherzustellen. Für die Gastronomie bedeutet dies jedoch eine weitere Belastung in einem Marktumfeld, das bereits durch erhöhte Personalkosten infolge gestiegener Mindestlöhne sowie hohe Energiekosten geprägt ist.

Auswirkungen auf das Sortiment und die Preisgestaltung

Während Guinness Draught die deutlichste Steigerung erfährt, ist auch die Spirituosenmarke Smirnoff von Preiserhöhungen betroffen. Alkoholfreie Varianten wie Guinness 0.0 bleiben nach aktuellem Stand von dieser spezifischen Anpassungsrunde ausgenommen. Dennoch bleibt die Sorge bestehen, dass die Positionierung von Guinness als Premiumprodukt durch die drohende 10-Pfund-Marke die Konsumbereitschaft der Gäste nachhaltig beeinflussen könnte, da das Produkt für weite Teile des Stammpublikums zunehmend unerschwinglich wird.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der McChicken wird rund. McDonald’s Deutschland ergänzt sein Hähnchenangebot seit dem 30. September außerdem um zwei befristete McChicken-Varianten, einen weiteren McCrispy, McWings und zwei neue Boxen.

Taco Bell kündigt auf Instagram die Eröffnung seines ersten öffentlich zugänglichen Deutschland-Restaurants für den 3. Oktober in Köln an. Der ursprünglich für den 24. September vorgesehene Start war verschoben worden.

 

ALEX will im Sommer 2028 ein neues Restaurant im Westfield Ruhr Park in Bochum eröffnen. Für den Standort in den geplanten „Wald Terrassen“ sind rund 330 Sitzplätze sowie eine Investition von etwa zwei Millionen Euro vorgesehen.

Am Leipziger Hauptbahnhof eröffnet mit Robyn’s das erste deutsche Robotik-Restaurant. Zwei Roboter bereiten Speisen und Getränke zu, ein Mitarbeiter bestückt die Zutatenmagazine und unterstützt die Gäste.

Im Mai 2027 feiert Starbucks 25 Jahre auf dem deutschen Markt. Zum Internationalen Tag des Kaffees am 1. Oktober blickt das Unternehmen bereits jetzt auf die Entwicklung seiner Kaffeehäuser und die Anpassung an deutsche Vorlieben zurück.

Der Steigenberger Icon Frankfurter Hof eröffnet das neue Gastronomie-Ensemble „Français Jour · Soir“. Tagsüber setzt das Konzept auf französische Bistro-Kultur, abends stehen private Veranstaltungen und Dinner im Mittelpunkt.

Mit Smashed Croissants, Abnehmspritzen und Snacks auf die Hand verändert sich unser Essverhalten. Was hinter dem Snacking-Boom steckt, erklärt die Food-Spezialistin und Trendforscherin Karin Tischer.

Wer über Lieferplattformen bestellt, zahlt nicht nur fürs Essen: Je nach Modell kassieren Lieferdienste 13 bis 30 Prozent Provision. Gleichzeitig behalten sie den direkten Zugang zu den Kundendaten. Für viele Gastronomen wird das zum teuren Geschäft – DEHOGA warnt: Bei solchen Margen können sich nur wenige Restaurants die Zusammenarbeit leisten.

Der erste Restaurant Impact Report von OpenTable untersucht die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von Restaurants in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Ausgaben rund um Restaurantbesuche, Beschäftigung, Gemeinschaft und das Verhältnis zwischen Gästen und Betrieben.

Zwei-Sterne-Koch Paul Stradner plant im ersten Quartal 2027 sein erstes eigenes Restaurant im 1839 Malerhaus in Achern. Julian Schmid soll die Küche vor Ort gemeinsam mit ihm verantworten; seine Tätigkeit in der Villa René Lalique setzt Stradner fort.