Ramen trifft auf Haute Cuisine: Neues Fine Dining in Berlin-Kreuzberg

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In der Berliner Gastronomieszene setzt ein neues Konzept auf die Verbindung von familiärem Erbe und internationaler Kochkunst. Leonardo Donati und Küchenchef Felix Thoms haben in Berlin-Kreuzberg das Restaurant Fukagawa eröffnet. In den ehemaligen Räumlichkeiten des Restaurants Tante Fichte präsentieren die Betreiber ein Fusion-Konzept, das japanische Ramen-Elemente in die Welt des Fine Dining übersetzt.

Kulinarisches Erbe und fachliche Expertise

Leonardo Donati, der bereits zwei Ramen-Bars in Berlin führt, knüpft mit der Neueröffnung an die Tradition seines Vaters Miki Nozawa an. Dieser betrieb in den 1990er-Jahren eines der ersten japanischen Restaurants der Stadt unter demselben Namen. Für die gastronomische Umsetzung im neuen Fukagawa zeichnet Felix Thoms verantwortlich. Der 35-jährige Koch, der zuvor das Restaurant Bob & Thoms leitete, bringt Erfahrung aus Stationen wie dem Alt Luxemburg und der Villa Hammerschmiede ein. Unterstützt wird das Team durch Markus Suntinger, der zuletzt in Betrieben wie dem CODA tätig war. Während Sabrina Schulz für die ästhetische Gestaltung verantwortlich ist, konzentriert sich Donati auf die kulinarische Vision, die durch aktuelle Reisen nach Japan geschärft wurde.
 

Das Menü: Dekonstruktion der Ramen-Struktur

Das gastronomische Angebot umfasst ein 8- bis 9-Gang-Menü, das sowohl in einer omnivoren als auch in einer vegetarischen Variante zum Preis von 162 Euro angeboten wird. Die konzeptionelle Besonderheit liegt in der Integration der klassischen Ramen-Komponenten Öl, Brühe und Würzung in komplexe Gourmet-Gerichte. Ein wesentlicher Teil der Küchenleistung ist die handwerkliche Herstellung von vier verschiedenen Grundbrühen, zu denen eine Chintan-Hühnerbrühe, Tori-Paitan, Tonkotsu aus Schweineknochen sowie eine vegetarische Chintan-Gemüsebrühe gehören.

Den Auftakt bilden ein kalter Ramen-Shot und eine mit Brühe gefüllte Praline, gefolgt von Gängen wie bretonischer Jakobsmuschel mit schwarzem Knoblauch-Öl in einer Tonkotsu-Reduktion. Die Verwendung hochwertiger Produkte zeigt sich zudem bei Bluefin Thunfisch mit frischem Wasabi oder Wagyu-Rind aus Kagoshima, das auf einem traditionellen Konro-Grill mit Binchotan-Kohle zubereitet wird. Französische Einflüsse fließen durch Techniken wie eine Umeboshi-Beurre-Blanc oder die Kombination von Sake-Kasu-Eis mit klassischen Dessert-Elementen ein.

Japanischer Minimalismus und klassische Eleganz

Das Interieur des Restaurants folgt einer Ästhetik, die japanische Naturverbundenheit mit europäischer Eleganz kombiniert. Die Ausstattung umfasst handgefertigte Keramiken des Experten Frank Richter sowie Produkte von Hering Berlin und Kristallgläser. Florale Akzente werden nach der japanischen Ikebana-Kunst gesetzt, während weiße Tischdecken und moderne Holzverkleidungen das Ambiente abrunden. Beim Getränkeangebot haben Gäste die Wahl zwischen einer Weinauswahl aus dem Keller von Michael Köhle und einer in Zusammenarbeit mit dem Sake Kontor entwickelten Begleitung. Damit zielt das Fukagawa auf ein Fachpublikum ab, das eine tiefgehende Auseinandersetzung mit japanischer Produktkunde und moderner Küchentechnik in einem formalen Rahmen sucht.


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