Rutz-Team übernimmt „Altes Zollhaus“ von Herbert Beltle in Berlin

| Gastronomie Gastronomie

Einer der ganz großen Persönlichkeiten der Berliner Gastronomieszene  zieht sich etwas zurück - nach der Schließung  des Restaurants „Aigner“ übergibt Herbert Beltle zum Jahresende 2019 das Restaurant „Altes Zollhaus“ an das Rutz. Betrieben wir das Fachwerkhaus von Anja und Carsten Schmidt mit Zwei-Sterne-Koch Marco Müller als Küchendirektor.

Über 30 Jahre prägte das Idyll am Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg die gastronomische Landschaft der Stadt. Beltle’s „feinheimische Küche“ befreite einst die Hauptstadtgaumen von Einfältigkeit und dicken Saucen. Er ignorierte stur aber mit verschmitztem Lächeln frankophile Einflüsse und allerlei Gusti, die aus der neuen Welt herüberschwappten, und etablierte, während seine Zunft nach immer neuen Trends und Highlights strebte, eine solide wie fein-aromatische Küche mit vorwiegend Zutaten aus der Region. Und so hat Herbert Beltle, schon lange vor dem Nachhaltigkeitstrend, Geschichte geschrieben.

Bis Jahresende betreibt Herbert Beltle sein Restaurant  „Altes Zollhaus“ in gewohnter Besetzung und bleibt auch weiterhin der Eigentümer der Immobilie. Doch zum Jahreswechsel möchte der Gastronom etwas mehr loslassen, sich von alten Dingen lösen und eine Art Neuanfang wagen. Neuanfang bedeutet für Herbert Beltle „sich mehr Zeit nehmen“ und zwar für seine Familie, die Rotisserie Weingrün und für sein Weingut Horcher.

Dieser Schritt ist sicher kein leichter für den Innovator. Aber Herbert Beltle hat mit dem Rutz-Team einen Nachfolger gefunden, dem er nicht nur vertraut, sondern der seine Philosophie weiterträgt und sie in seinem Sinne mit einer neuen Generation ausbauen möchte. Dabei spielt der Fokus auf regionale Küche eine wichtige Rolle, die der beliebte Gastronom und das Rutz-Team in ihrer gastronomischen Haltung teilen. Das Rutz, dass schon seit 18 Jahren mit stark regionalem Bezug kocht - sowohl im Zwei-Sterne-Restaurant wie in der Weinbar, ist unter anderem mit dem BIB-Gourmand ausgezeichnet worden.

Aber das Loslassen von Herbert Beltle ist mitnichten ein Abschied. Konzeptionell wird er in die Umstrukturierung eingebunden sein und mit Rat und Tat das Geschehen im neuen Jahr begleiten - das ist Beiden, dem Inhaber wie den neuen Betreibern, eine Herzensangelegenheit.

„Herbert Beltle wird uns bei dem neuen Konzept und beim Umbau begleiten. Wir möchten sehr respektvoll mit seinem in uns gesetztes Vertrauen umgehen und sind uns der großen Verantwortung dieses Hauses bewusst. Herbert hat für die Berliner Gastronomie viel geleistet - er war und ist ein großes Vorbild, seine Kontinuität und Engagement sind einzigartig in der Stadt“, sagen die künftigen Betreiber Anja und Carsten Schmidt, Marco Müller sowie das Rutz-Team.

Ab Januar 2020 wird das Restaurant „Altes Zollhaus“ groß umgebaut und im März mit neuem Konzept eröffnet. Doch was es sein wird, verraten die neuen Betreiber noch nicht.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Polizei löst Versammlung von Corona-Leugnern in Berliner Kneipe auf

Fast 30 Personen aus der "Querdenker"-Szene hatten sich in einer Kneipe in Berlin-Prenzlauer Berg versammelt. Die meisten hätten laut Polizei weder eine Maske getragen noch den vorgeschriebenen Mindestabstand eingehalten. Auch eine Journalistin wurde dabei attackiert.

Anklage erhoben nach Angriff auf Wirt von jüdischem Restaurant in Chemnitz

Rund zweieinhalb Jahre nach dem Angriff auf den Wirt des jüdischen Restaurants Schalom in Chemnitz ist Anklage gegen einen mutmaßlichen Rechtsextremisten erhoben worden. Dem Mann werden gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen.

Nach Aus von Geisels und Nakamura: Sigi Schelling übernimmt Werneckhof

Sigi Schelling, die bisherige Sous-Chefin Zwei-Sterne-Restaurants Tantris, macht sich selbständig und eröffnet ihr eigenes Restaurant. Schelling übernimmt den Werneckhof in München, der, bis zu seiner Schließung im vergangenen Jahr, von Tohru Nakamura und der Geisel-Gruppe bespielt wurde.

Anzeige

Hospitality Digital präsentiert mit „DISH Order“ provisionsfreie Bestelllösung für Gastronomen

Im Lockdown sind digitale Lösungen erfolgsentscheidend für die Gastronomie. Viele Restaurants haben Belieferungs- und Mitnahmeangebote als zusätzliche Geschäftssäule entwickelt. Hospitalitiy Digital präsentiert mit „DISH Order“ jetzt eine provisionsfreie Bestelllösung für Gastronomen.

Wolt greift Lieferando jetzt auch in München und Frankfurt an

Im letzten Sommer startete der Essenslieferdienst Wolt in Berlin sein Deutschlandgeschäft. Jetzt expandieren die Finnen nach Frankfurt und München. Wolt arbeitet zum Start am Main mit 70 Restaurants zusammen, in der Isarmetropole mit 60.

Starbucks investiert 100 Millionen Dollar in Chancengleichheit

Starbucks will in den USA 100 Millionen Dollar investieren, um den Starbucks Community Resilience Fund ins Leben zu rufen. Dieser fokussiert sich auf die Unterstützung von kleinen Unternehmen in Vierteln von Schwarzen, Indigenen und People of Color.

Starbucks investiert 100 Millionen Dollar zur Förderung von Chancengleichheit

Starbucks will in den USA 100 Millionen Dollar investieren, um den Starbucks Community Resilience Fund ins Leben zu rufen. Dieser fokussiert sich auf die Unterstützung von kleinen Unternehmen in Vierteln von Schwarzen, Indigenen und People of Color.

Lieferando-Mutter Just Eat Takeaway setzt starkes Wachstum fort

Die Lieferando-Mutter Just Eat Takeaway hat im Corona-Jahr 2020 deutlich vom Trend hin zu Online-Essensbestellungen profitiert. Der Umsatz stieg verglichen mit dem Vorjahr um mehr als die Hälfte auf rund 2,4 Milliarden Euro.

Lieferando-Jacken gegen Ausgangssperren: Dreiste Masche auf eBay Kleinanzeigen

Immer mehr Anbieter verkaufen aktuell Arbeitsbekleidung des Lieferdienstes Lieferando auf Onlineportalen wie eBay Kleinanzeigen. Dahinter steckt in einigen Fällen eine Masche, um die coronabedingten Ausgangssperren zu umgehen.

Mexiko: Restaurants öffnen trotz Verbot

Auch in Mexiko hat die Corona-Pandemie für massive Beschränkungen des öffentlichen Lebens gesorgt. In Mexiko-Stadt sperrten am Montag trotzdem hunderte Restaurants die Türen auf. Das sei kein Akt der Rebellion, sondern ein Akt der Verzweiflung, erklärte einer der Wirte .