Schauküchen für die IKA: "Sonderwünsche werden nicht erfüllt"

| Gastronomie Gastronomie

Der Aufbau der Schauküchen für die IKA/Olympiade der Köche hat in dieser Woche begonnen. Am Samstag müssen sie für die 65 Köche-Mannschaften startklar sein. Jürgen Gärtner, Direktor Business Development & Consulting bei der Edgar Fuchs GmbH, erzählt, worauf es hier zu achten gilt.

Herr Gärtner, wie viele Küchen werden Sie mit Ihrem Team für die IKA/Olympiade der Köche in der Messehalle C 2 aufbauen?

Gärtner: Es sind insgesamt 17 Küchen; sechs Nationalmannschaftsküchen, fünf für die Jugend-Nationalmannschaften und sechs Küchen für die Teams des Community Catering, also für Gemeinschaftsverpflegung.

Wie werden die einzelnen Bauteile angeliefert?

Gärtner: Für die gesamten Bauteile samt Ausstattung und Technik müssen sieben Sattelzüge und vier Lastwagen entladen und nach der Kocholympiade wieder beladen werden.

Wie viele Menschen sind beim Aufbau dabei?

13 Mitarbeiter der Firma Edgar Fuchs (Spezialfirma für Großküchentechnik und Objektausstattung aus Aschaffenburg, Red.) Hinzukommen noch die Teams für Wasser, Abwasser und Strom.
 

Was ist der schwierigste Part beim Aufbau, wo liegen mögliche Fallstricke?

Gärtner: Der schwierigste Part ist immer die Zeit. Der Messebau konnte erst am vergangenen Wochenende starten und somit stehen wir mit den Arbeiten in den Küchen gleich unter Druck. Wir mussten daher kurzfristig die Zahl der Mitarbeiter erhöhen und werden die vorhandene Aufbauzeit jetzt optimal nutzen. Ich bin zuversichtlich, die einzelnen Teams arbeiten Hand in Hand und daher werden wir es auch dieses Mal wieder schaffen, rechtzeitig bis Samstag fertig zu werden.

Müssen auch „Sonderwünsche“ der Kochteams erfüllt werden oder bekommen alle Mannschaften dieselbe „Grund-Küche“?

Gärtner: Jede Mannschaft bekommt aufgrund der Wettbewerbsbedingungen die gleiche Küche für die Zubereitung ihrer Menüs. Sonderwünsche können nicht erfüllt werden. Die Mannschaften selbst dürfen zusätzlich diverses Kleingerät, das in den Ausschreibungsunterlagen erlaubt ist, mitbringen.

Die Profi-Küchen werden extra für die Kocholympiade aufgebaut. Worauf muss man zum Beispiel beim Wasseranschluss oder bei der Elektrik achten?

Gärtner: Die Wettbewerbsküchen müssen, obwohl sie nur temporär benutzt werden, alle Voraussetzungen einer Profi-Küche erfüllen. Alle klassischen Arbeitsprozesse müssen realisierbar sein. Dabei sind sowohl gesetzlich vorgeschriebene Durchgangsbreiten als auch Hygienevorgaben einzuhalten. Die Küchen sind komprimiert mit Thermik, Kühltechnik und Arbeits-/Anrichtefläche konzipiert. Zusätzlich sind sie nach den technischen Zwangspunkten in der Medienversorgung ausgerichtet. Alle Wettbewerbsküchen sind je nach Kategorie identisch. Alle Teams werden also dieselben Voraussetzungen vorfinden und die Zuschauerinnen und Zuschauer sowie die vielen Fans, die ihre Nationalmannschaften unterstützen, können durch die Glaswand den Köche-Teams „auf die Finger“ schauen.

Wie sind die Profi-Küchen ausgestattet? Unterscheiden sie sich von normalen Küchen im Eigenheim?

Gärtner: Die Profi-Küchen unterscheiden sich zur Haushaltsküche durch die Ausrichtung auf sogenannte Gastro-Norm-Einheiten. Das sind Größenmaße, die bei den Möbeln beginnen und sich in den Kleinteileausstattungen wie Tabletts, Backblechen etc. fortsetzen. Weiter benötigt eine Profiküche sehr leistungsstarke Geräte, die im kürzester Zeit viel Energie liefern müssen. Das ist in normalen Haushaltsküchen nicht erforderlich, da sich die Kochprozesse erheblich unterscheiden. Selbst in den Profi-Küchen gibt es jedoch große Unterschiede, die von der Produktionsform der Gastronomie abhängig sind. Je nachdem, ob es sich um à la Carte, Großküche, Hotelküche, Cook & Chill-Küche oder eine Zentralküche handelt.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Wer in die Tiefen der Kochkunst eindringen möchte, wird in Dresden unterirdisch fündig. Zwei Stockwerke geht es im Keller der Sächsischen Landesbibliothek - Universitäts- und Staatsbibliothek (SLUB) - abwärts, bevor sich eine kulinarische Welt der besonderen Art öffnet.

Eine Umfrage unter 142 Food-Truck-Betreibern zeigt: Die Mehrheit erzielt weniger als 40.000 Euro Jahresgewinn. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg scheint weniger die Arbeitszeit als vielmehr das gewählte Geschäftsmodell zu sein.

Das Berliner Kuchel Eck am Ludwigkirchplatz hat wieder geöffnet. Seit Anfang Mai wird die traditionsreiche Eckkneipe von Gastronom Josef Laggner betrieben. Der Gastro-Unternehmer setzt auf die Fortführung der klassischen Eckkneipentradition.

Die Frankfurter Hospitality-Gruppe Cuisyn setzt auf die Übernahme und Weiterentwicklung bestehender Gastronomiebetriebe. Als aktuelles Beispiel nennt das Unternehmen die Integration der Wille Gastronomie Gruppe, durch die die Mitarbeiterzahl auf mehr als 500 gestiegen sei.

Die Berliner Bar Mokka Milch öffnet am 12. Juni nach einer knapp zweiwöchigen Pause erneut ihre Türen. Zuvor hatten technische Probleme und Anpassungen interner Abläufe zu einer vorübergehenden Schließung geführt.

Lorenzo Parrotta aus Ludwigshafen darf sich nun Weltmeister nennen. In Neapel holte sich der Deutsch-Italiener den Titel in der Kategorie Pizza Contemporanea (zeitgenössische Pizza). Dabei backt Parrotta Pizza nur im Nebenberuf. Eigentlich ist er Chemiearbeiter.

Das Kopenhagener Spitzenrestaurant Noma öffnet im August wieder dauerhaft seine Türen, wobei der in der Kritik stehende René Redzepi die Rolle des Kreativ-Direktors übernimmt. Die operative Verantwortung wird an ein neues Führungsteam übertragen.

Burgermeister will noch 2026 in Österreich starten. Geplant sind zunächst drei Restaurants in Wien, langfristig soll ein Netz von mindestens 20 Standorten entstehen.

Big Squadra eröffnet am 12. Juni das Restaurant Pamela am Berliner Gendarmenmarkt. Der neue Standort ist das vierte Restaurant der Gruppe in Deutschland und erweitert das bestehende Portfolio in Berlin.

Eine internationale Verbraucherumfrage im Auftrag von Lightspeed zeigt, dass Restaurantgäste persönliche Aufmerksamkeit und Freundlichkeit höher bewerten als Beratungskompetenz. In Deutschland werden Probleme zudem häufig direkt mit dem Servicepersonal besprochen.