Spitzenkoch Christian Jürgens bittet um Verzeihung

| Gastronomie Gastronomie

Der Sternekoch Christian Jürgens hat knapp zwei Jahre nach schweren Vorwürfen über seinen Umgang mit Mitarbeitern einen neuen Blick auf die Vorgänge. Er entschuldigt sich - und blickt nach vorn.

Der einst gefeierte Sternekoch vom Tegernsee, Christian Jürgens, hat sich in einem Interview für unangemessenes Verhalten gegenüber früheren Mitarbeitern entschuldigt. «Ich habe Verantwortung für Menschen und der bin ich nicht gerecht geworden», sagte er der «Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung (ahgz)». 

Bitte um Verzeihung

«Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unter meiner damaligen Art und Weise gelitten haben, möchte ich um Verzeihung bitten, auch in dem Bewusstsein, dass mir diese nicht alle gewähren können», sagte er der Zeitung. Mehrere Medien hatten über das Interview berichtet. 

Jürgens war über Jahre bis 2023 Küchenchef im Althoff Seehotel Überfahrt in Rottach-Egern am Tegernsee. Nach einem «Spiegel»-Bericht über Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiter wegen unangemessenen Verhaltens war der Drei-Sterne-Koch freigestellt worden. In dem Bericht hatte Jürgens die Vorwürfe damals über eine Anwältin als unwahr zurückgewiesen. 

«Ich habe erkannt, dass meine Art, mit Druck umzugehen und diesen auf die Belegschaft zu übertragen, grundfalsch war», sagte er nun. Ein Kollege habe ihm gesagt, dass Menschen, die für ihn gearbeitet hätten, psychischem Druck durch ihn ausgesetzt gewesen seien. «Dies über all die Zeit nicht erkannt und entsprechend gegengesteuert zu haben, ist der gröbste Fehler, der mir zu Recht vorgeworfen wird.» 

Konzentration auf neue Projekte

Nach der Freistellung am Tegernsee arbeitete Jürgens für das Unternehmen Dinzler am Irschenberg. Seine Beratertätigkeit dort sei mittlerweile abgeschlossen. «Aktuell konzentriere ich mich auf neue Projekte.» Wie es konkret für ihn weitergeht, ließ er offen. 

Er habe bei zwei großen Events gekocht und mehrere Beratungsaufträge gehabt, zuletzt seien weitere Anfragen hinzugekommen. «Ich habe große Freude daran, meine Erfahrungen weiterzugeben Aber natürlich bin ich leidenschaftlicher Koch und es ehrt mich, dass es auch hierfür eine hohe Nachfrage gibt», sagte er der Zeitung ahgz. «Es ist diese auf mehreren Säulen basierende Perspektive, die ich gerade sehr genieße und in der ich meine Zukunft sehe.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit 20 Mikrowellen statt einer Kochbrigade: Das Startup Juit eröffnet in Berlin-Mitte einen Pop-up-Store für tiefgekühlte Fertiggerichte. Kunden können ihre Mahlzeit in acht Minuten vor Ort selbst erwärmen oder für den späteren Verzehr mit nach Hause nehmen.

Gastronom Josef Laggner rettet das insolvente „Kuchel Eck“ in Berlin-Wilmersdorf. Die traditionsreiche Eckkneipe am Ludwigkirchplatz bleibt unter ihrem Namen bestehen und wird Teil der Laggner Gruppe.

Die US-Gastronomie steht vor einer Bereinigungswelle. Laut aktuellen Branchenberichten droht fast jedem zehnten Bedienrestaurant das Aus, da massive Kostensteigerungen und Umsatzrückgänge die Rentabilität behindern.

Das dänische Restaurant Noma und dessen Inhaber René Redzepi stehen im Zentrum massiver Kritik durch ehemalige Angestellte. Die New York Times berichtet über eine Arbeitskultur der Angst und Gewalt. Inszwischen hat sich Inhaber René Redzepi zu den Vorwürfen geäußert.

Döner ist in den vergangenen Jahren überall deutlich teurer geworden. Die Kunden hat das nicht abgeschreckt. Und insbesondere in Berlin zeichnet sich mancherorts bei den Preisen eine Trendwende ab.

Die Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent führt zu stabilen Preisen in der Gastronomie. Aktuelle Daten zeigen, dass Betriebe die Entlastung vor allem nutzen, um gestiegene Kosten abzufedern. Knapp Dreiviertel der untersuchten Gastronomiebetriebe haben, laut einer Studie, ihre Preise, nach der Steueränderung, unverändert gelassen.

In einer Branche, die sich aktuell zwischen regulatorischen „Knüppeln in den Speichen“ und einer schleichenden „Dienstleistungs-Apathie“ aufreibt, ist eine klare Stimme seltener denn je. Wer den Newsletter der Frankfurter Mook Group abonniert, bekommt jedoch genau das: Eine regelmäßige Dosis intellektuelles Gastro-Adrenalin, serviert auf einem Bett aus radikaler Transparenz und kompromissloser Ästhetik.

In den Räumen des ehemaligen Restaurants Schwanen eröffnet am 7. März 2026 eine neue Wilma Wunder Filiale. Mit 180 Sitzplätzen und Fokus auf regionale Partner erweitert die Marke ihre Präsenz im Schwarzwald auf nunmehr 14 Standorte.

Wer Gast in einem Restaurant oder einer Gaststätte ist, muss dort auch kostenfrei die Toilette nutzen können. Etwas anderes gilt nur für Menschen, die ausschließlich zum Erleichtern eintreten.

Anzeige

Die moderne Gastronomie ist ein hochkompetitiver Markt, in dem Effizienz und ein herausragendes Gästeerlebnis über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Digitale Werkzeuge haben sich von einer optionalen Ergänzung zu einem unverzichtbaren Fundament für den reibungslosen Ablauf und nachhaltiges Wachstum entwickelt.