Stuttgarter Frühlingsfest gestartet

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Festzelte, Achterbahnen, Krämermarkt: Jetzt dreht sich bis zum 10. Mai auf dem Cannstatter Wasen wieder alles um das Stuttgarter Frühlingsfest. Mehr als 200 Schausteller, Wirte und Marktkaufleute kommen auf dem Areal am Neckar zusammen. Im vergangenen Jahr zählten die Veranstalter 2,2 Millionen Besucher – das war Rekord. 

Die wichtigsten Fragen dazu - und die Antworten:

Wann hat's geöffnet?

Insgesamt wird an 23 Tagen gefeiert. Losgegangen ist es am Samstag, als «Wasen-Bürgermeister» Thomas Fuhrmann im Festzelt «Beim Benz» mit zwei Schlägen das erste Fass angestochen hat. Damit wurde das 86. Frühlingsfest feierlich eröffnet, wie die Veranstalter mitteilten.

«Der Fassanstich ist niemals Routine, natürlich ist man da immer aufgeregt. Allerdings bin ich überzeugt, dass ich es kann», sagte Fuhrmann vor dem Anstich. Vor dem gut gefüllten Festzelt zeigte sich der Bürgermeister dann auch treffsicher.

Alle Geschäfte sind traditionell schon ab 11.00 Uhr in Betrieb. Bis zum 10. Mai ist der Wasen danach montags bis freitags ab 12.00 und samstags sowie sonntags ab 11.00 Uhr geöffnet. Schluss ist zwischen Sonntag und Donnerstag um 23.00 Uhr, freitags und samstags um Mitternacht.

Wie ist das an Feiertagen?

Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel: Am 30. April wird wegen des folgenden Feiertags erst um Mitternacht geschlossen. Am 1. Mai, dem «Tag der Arbeit», wird auch auf dem Frühlingsfest länger geschafft, Start ist dann bereits um 11.00 Uhr.

Wie viele Menschen werden erwartet?

Es könnte schwierig werden, die jüngsten Besucherzahlen zu verbessern: Rund 2,2 Millionen Menschen kamen 2025 zum Frühlingsfest - Rekord. Im Jahr zuvor waren nach früheren Veranstalterangaben etwas mehr als 1,4 Millionen Menschen zum Festgelände mit seinen Fahrgeschäften, Imbissen und anderen Attraktionen gekommen. Offiziell werden in diesem Jahr rund 1,5 Millionen Besucher erwartet, wie es auf der Homepage der Veranstalter heißt. Gezählt wird elektronisch: Ein Kamerasystem erfasst an allen Eingängen, wie viele Menschen auf das Areal gehen und es wieder verlassen.

Was wird geboten?

Neben den vier Festzelten sind auch zahlreiche Fahrgeschäfte mit Action-Attraktionen aufgebaut - dazu zählen Infinity, der Polyp und Flipper. Auch die Super-Rutsche, das Riesenrad «Bellevue», der Kettenflieger «Aeronaut» und der Freifallturm «Fortress Tower» stehen wieder auf dem Wasen. Statt des «EuroCoasters» kommt das Kettenkarussell «Königlicher Wellenflug» - und für den ebenfalls kurzfristig fehlenden «Transformer» ist der «Happy Traveller» dabei. «Das ist ein Fahrgeschäft, das noch nie zuvor auf dem Wasen war und somit seine Premiere feiert», sagte eine Sprecherin der Veranstalter. Auch Schieß- und Wurfbuden, Autoscooter und etliche Losbuden sowie mehr als 20 Stände auf dem Krämermarkt stehen dort.

Wann wird es besonders voll?

Normalerweise drängelt es sich vor allem an einem Feiertag wie dem 1. Mai. Auch am Tag zuvor werden mehr Besucher erwartet als an einem normalen Werktag.

Am 23. April empfängt der VfB Stuttgart (20.45 Uhr) im Baden-Württemberg-Derby und DFB-Pokal-Halbfinale den SC Freiburg, nur drei Tage später (26.4., 15.30 Uhr) ist Werder Bremen zu Gast und am Tag vor dem Abschluss (9.5., 15.30 Uhr) dann Bayer Leverkusen. An diesen Tagen dürften vor und nach dem Spiel Tausende Fans auf das Areal neben dem Stadion strömen.

Der Porsche Tennis Grand Prix (11. bis 19.4.) ist zwar weitgehend schon durch, wenn auf dem Wasen gefeiert wird, aber Musikfans könnten Termine in der Porsche-Arena oder der Schleyer-Halle für einen Ausflug auf den Wasen nutzen: Denn am 24.4. wird bei der «Abbamania The Show» laut mitgesungen, außerdem empfängt der TVB Stuttgart den SC Magdeburg (26.4.) und die Rhein-Neckar Löwen (7.5.) zum Handball-Duell. Ferner machen die Sänger Michael Patrick Kelly (27.4.), Johannes Oerding (28.4.) und DJ Bobo (8.5.) Station, zudem wird das European Gospel Festival gefeiert (1. bis 3.5.) und bei Lord of the Dance (9.5.) gesteppt.

Wann lohnt es sich am meisten für eine Familie?

Der Besuch auf dem Rummel am Neckar-Ufer könnte sich - auch finanziell - für Familien besonders an den drei Familien-Mittwochstagen 22.4., 29.4. und 6.5. auszahlen. Viele Schausteller, Gastronomen und Marktkaufleute bieten dann ermäßigte Preise an, obendrein sind Stelzenläufer und Luftballonkünstler unterwegs. Auch das Parken ist an den Familientagen auf dem Wasen-Parkplatz P10 günstiger. An allen Familientagen gibt es ein zudem kostenloses Programm für Familien am Info-Pavillon bei der Cannstatter Kanne.

Wie kommt man am besten hin?

Wie immer: mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit Bus oder Bahn und notfalls auch mit dem Auto. Die Stadtbahn-Haltestelle Cannstatter Wasen liegt direkt am Festgelände, die U11 fährt als Sonderlinie vom Hauptbahnhof direkt dorthin und zurück. An Werktagen passt die Linie U19 zum und vom Wilhelmsplatz (Bad Cannstatt), obendrein bringen die Linien U1, U2, U13 und U16 Frühlingsfestbesucher dorthin. Zur Mercedesstraße geht es mit den Linien U1, U2, U13 und U16. Die S-Bahnen S1, S2 und S3 sowie viele Regionalbahnen fahren zum Bahnhof in Bad Cannstatt. Von dort sind es zum Volksfest rund zehn Minuten zu Fuß, immer den Schildern nach.

Wo sind die Parkplätze und was kosten sie?

Bus- und Bahnhaltestellen sowie Parkplätze liegen am Festgelände. Ein Tagesticket zum Parken des Autos kostet acht Euro. Aber Vorsicht: Die Stuttgarter Innenstadt ist eine Umweltzone, für die Anfahrt braucht es eine Umweltplakette. Parkplätze für Fahrräder und Motorräder gibt's unter dem Willi-Daume-Steg im Bereich des Parkplatzes P10, an der Stadtbahn-Haltestelle Cannstatter Wasen sowie links vom Wasen-Eingangstor. Fahrräder können zudem am Eingang Krämermarkt an der König-Karls-Brücke abgestellt werden.

Kostet der Wasen Eintritt?

Nein, der Bummel über das Cannstatter Volksfest ist kostenlos, der Eintritt in ein Festzelt ebenfalls.

Was kostet eine Maß Bier?

Der Bierpreis ist ein stetes Politikum, fast so etwas wie die Inflationskurve im Glas. Materialengpässe, gestiegene Kosten für Personal und Energie sowie die höhere Platzmiete treiben die Kosten für die Wirte Jahr für Jahr in die Höhe - und die heben daher die Preise an, wenngleich nicht einheitlich.

In diesem Jahr müssen Besucher auf dem Frühlingsfest aber nicht mit einem weiteren Kostenanstieg rechnen. Der Preis für einen Liter im Festzelt soll auf dem Vorjahresniveau des Cannstatter Volksfests bleiben, das stets im Oktober gefeiert wird. Damals kostete eine Maß Bier bis zu 15,20 Euro, die günstigste lag bei 14,40 Euro. Vor etwas mehr als zehn Jahren waren es noch 9,80 Euro.

Wie lässt sich ein Tisch im Festzelt reservieren?

Die Betreiber nehmen Anfragen direkt auf - gestellt werden können sie über die Webseite. Und das sollten sie auch dringend, wenn es ein Tisch an einem bestimmten Tag sein sollte, gerade mit einer Gruppe, wie in.Stuttgart empfiehlt.

Wie kann man sich eine Übersicht verschaffen?

Für den besseren Überblick zwischen Bierzelten und Albdorf, Imbissbetrieben, Eis- und Süßwarenständen, Vergnügungsgeschäften und Marktständen auf dem Krämermarkt bietet in.Stuttgart online einen interaktiven Lageplan an, mit dem die Orientierung leichter fallen dürfte. Darauf verzeichnet sind die Neuheiten ebenso wie Klassiker.

Und wenn mal etwas passiert und man sich verliert?

Sollte mitten im Rummel mal etwas passieren, gibt es die «Wasenboje», einen Container mit geschulten, weiblichen Fachkräften. Die Boje ist die Anlaufstelle für Mädchen und Frauen, die Hilfe benötigen, weil sie etwa belästigt wurden, die eigene Gruppe verloren oder zu viel getrunken haben. Sie ist täglich ab 15.00 Uhr geöffnet. Das «Wasenboje»-Team ruft auch ein Taxi für eine sichere Heimfahrt oder begleitet Frauen und Mädchen zur Polizei.

Auf dem Frühlingsfest sind natürlich auch Polizei und Deutsches Rotes Kreuz vertreten. Erstmals nutzen auch alle Zelte die App «SafeNow». Diese ermöglicht es, schnell ein Signal an Freunde, Familie oder Sicherheitspersonal zu senden.

Dürfen Tiere mit auf den Wasen gebracht werden?

Nein. Mal abgesehen natürlich von Blindenhunden, die uneingeschränkt begleiten dürfen. (dpa)


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