Umfrage: Ist ein Umschwung in der Gastronomie nötig?

| Gastronomie Gastronomie

Die deutschen Gastronomiebetriebe sehen sich weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Eine Umfrage des Zahlungsanbieters SumUp unter Kleinunternehmen verdeutlicht die zentralen Problemfelder, aber auch die Ansätze, mit denen die Branche versucht, Stabilität und Wachstum zu sichern.

Gestiegene Kosten drücken auf die Marge

Die Umfrageergebnisse spiegeln eine gedämpfte Stimmung wider, die vor allem auf finanzielle Belastungen zurückzuführen ist. Für 61 Prozent der Gastronomiebetriebe sind gestiegene Nebenkosten die größte Sorge. Daran direkt gekoppelt ist die Reduktion der Gewinnspanne, die 28 Prozent der Befragten als großes Hindernis nannten.

Neben den Kostenfaktoren sehen sich die Gastronomen auch mit strukturellen Problemen konfrontiert. Übermäßiger bürokratischer Aufwand und die Mitarbeiterbindung bereiten jeweils 24 Prozent der Unternehmen Sorgen. Eine gleich große Gruppe von 24 Prozent der Gastro-Betriebe gibt zudem an, dass es ihnen an gut ausgebildetem Personal mangelt.

Personalgewinnung durch höhere Anreize

Trotz der Schwierigkeiten, Mitarbeitende zu finden und zu halten (52 Prozent der Betriebe), setzen viele Unternehmen in der Gastronomie erfolgreiche Gegenmaßnahmen um. Die Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber gelingt am besten durch die Erhöhung von Gehältern und Boni (57 Prozent). Darüber hinaus erachten 37 Prozent der befragten Betriebe flexiblere Arbeitsmodelle als vielversprechenden Lösungsansatz.

Auch andere Branchen nutzen Anreize: So sind im Einzelhandel flexible Arbeitszeiten (34 Prozent) beliebt. In der Bildung (24 Prozent) und der Landwirtschaft (33 Prozent) sehen Unternehmen besonders im Angebot von Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen einen Erfolg.

Blick auf Umsatzentwicklung und Bewältigungsstrategien

Die Erwartungen an die zukünftige Geschäftsentwicklung sind in der Gastronomie vorsichtig optimistisch: 44 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass ihr Umsatz in den nächsten zwölf Monaten steigen wird. Eine Mehrheit dieser Betriebe (28 Prozent) erwartet ein Wachstum von bis zu 10 Prozent. Allerdings planen 2 Prozent der Gastronomiebetriebe, aufgrund des erwarteten Umsatzverlusts im nächsten Jahr die Schließung.

Deutlich negativer sind die Erwartungen im Einzelhandel, wo knapp die Hälfte (48 Prozent) einen Umsatzrückgang erwartet. Sieben Prozent dieser Händler planen die Schließung. In der Landwirtschaft sind es sogar 33 Prozent.

Um Umsätze zu maximieren und Kosten zu sparen, haben mehr als ein Viertel der Kleinunternehmen (26 Prozent) in den letzten sechs Monaten interne Prozesse optimiert. Rund jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) setzt auf neue Produkte oder Dienstleistungen, während 22 Prozent erfolgreich neue Märkte erschlossen haben.

Speziell in der Gastronomie wurden zusätzliche Strategien angewandt, um mit den Kundenerwartungen Schritt zu halten: 24 Prozent der Unternehmen haben Preise gesenkt. Die Optimierung der Lieferkette und der Wechsel zu neuen Lieferanten hatten für 22 Prozent der Betriebe einen positiven Effekt.

Corin Camenisch, Marketing & Growth Lead bei SumUp, unterstreicht die Notwendigkeit der Anpassung: „In vielen Branchen gibt es heutzutage ganz neue Hindernisse – von geändertem Kundenverhalten bis hin zu Mitarbeitererwartungen und bürokratischen Änderungen. Unternehmen müssen agil bleiben und sich möglichst schnell anpassen können, was manchmal kreative Lösungsansätze verlangt. Unternehmen, denen dieser Spagat gelingt, positionieren sich nicht nur zukunftssicher, sondern erarbeiten sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber langsameren Konkurrenten.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein US-Franchisenehmer von Pizza Hut fordert mehr als 100 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Hintergrund sind Vorwürfe gegen das KI-System Dragontail, das laut Klage zu Problemen bei Lieferzeiten und Kundenzufriedenheit geführt haben soll.

Das geplante Restaurant von Spitzenkoch Thomas Bühner im Westfield Hamburg-Überseequartier wird nicht eröffnet. Nach Angaben des Kochs zog sich ein wichtiger Investor kurzfristig aus dem Projekt zurück.

Im Münchner Innenstadtgebäude Herzog Max hat das neue Gastronomiekonzept Super* eröffnet und vervollständigt damit die fünfjährige Transformation des ehemaligen Karstadt Sports. Das Konzept kombiniert Restaurant, Bar und Ladenflächen.

Das Sternerestaurant bi:braud von Alina Meissner-Bebrout zieht im Sommer 2026 aus der Ulmer Büchsengasse in das neue Maison Meissner direkt am Ulmer Münster um. Gemeinsam mit ihrem Mann Steffen Meissner entwickelt die Köchin das historische Gebäude „Bäumle“ zu einem Hotel mit 15 Zimmern sowie Restaurant- und Barkonzept.

Die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest ist jetzt auch ein Fall für die Justiz. Gastronom Alexander Egger wehrt sich per Eilantrag gegen die Ablehnung seiner Bewerbung für das Volkssängerzelt «Schützenlisl» auf der Oidn Wiesn.

Die Schützenlisl auf der Oidn Wiesn bekommt zur Wiesn 2026 neue Betreiber. Der Münchner Stadtrat hat dem Wirte-Trio Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel den Zuschlag für das Volkssängerzelt erteilt.

Laut dem aktuellen Bericht von Brand Finance erreichen die 25 wertvollsten Restaurantmarken weltweit zusammen einen Markenwert von 190,1 Milliarden US-Dollar. McDonald’s führt das Ranking erneut an, während Chick-fil-A das stärkste Wachstum verzeichnet.

Clara Schoper von der «Zephyr Bar» in München holt den Sieg beim renommierten Cocktailwettbewerb «Made in GSA». Ihr Drink scheint ein alter Bekannter: «Rum-Cola». Es sei jedoch ein Nachbau anno 2026.

Die Berliner Burgerkette Burgermeister expandiert nach Polen. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben mindestens 20 Standorte innerhalb von drei Jahren und strebt mittelfristig einen Jahresumsatz von bis zu 100 Millionen Euro an.

Das Hamburger Frühstückscafé kropkå von Katrin Koch hat die Aktion „Lokalhelden gesucht“ von VistaPrint und Cornelia Poletto gewonnen. Die Auszeichnung ist laut Veranstalter mit 20.000 Euro Preisgeld verbunden.