Wie Gastronomen mit der Speisekarte den Umsatz im Restaurant steigern

| Gastronomie Gastronomie

Personalknappheit und steigende Kosten zählen zu den größten Herausforderungen, bei der wirtschaftlichen Führung eines Restaurants oder Hotels. Ein oft unterschätztes Instrument zur Umsatzsteigerung ist und bleibt aber die Speisekarte. Sie kann als stiller Verkäufer fungieren und maßgeblich zum Erfolg beitragen, ohne dass zusätzliches Personal eingestellt werden muss. Die DEHOGA Beratung gibt Tipps, wie Gastronomen ihre Speisekarte strategisch optimieren können.


Online-Seminar: „Die Speisekarte als Erfolgsfaktor“

Preispsychologie, Onlinevermarktung und mehr: Darum geht's am 30. September beim Online-Seminar "Die Speisekarte als Erfolgsfaktor" der DEHOGA Akademie. 

Stark vergünstigt für Mitglieder des DEHOGA Baden-Württemberg. Hier mehr erfahren


Einzigartige Angebote schaffen

Viele Gastronomen zögern, ihre Preise zu erhöhen, aus Sorge, Kunden zu verlieren. Dabei sind sich die meisten Gäste nur der Preise von Standardprodukten wie Schnitzel oder Aperol Spritz bewusst. Die DEHOGA Beratung empfiehlt, das Angebot unvergleichbar zu machen. Was einzigartig ist, lässt sich schwerer mit der Konkurrenz vergleichen.

Dazu können Klassiker veredelt werden, beispielsweise durch besondere Soßen oder regionale Beilagen. Lokale Produkte, wie "Forelle aus dem Schwarzwald", schaffen Vertrauen und unterstreichen die Qualität. Auch kreative Namen können die Gerichte aufwerten und die Neugier der Gäste wecken. Ein unvergleichliches Angebot rechtfertigt nicht nur höhere Preise, sondern stärkt auch die Markenpositionierung.


Was müssen Gastronomen rechtlich bei der Speisekarte beachten?

Von der Allergenkennzeichnung bis zur Preisangabenverordnung gibt es praktische Merkblätter und Checklisten der DEHOGA Rechtberatung im DEHOGA-Servicecenter. 

Für DEHOGA-Mitglieder kostenlos verfügbar!

Jetzt informieren und herunterladen


Zusatzverkäufe gezielt fördern

Die Gestaltung der Speisekarte kann gezielt Zusatzverkäufe anregen. Anstelle einer starren Menüfolge können querverweise genutzt werden, um Verbindungen zwischen Speisen und Getränken herzustellen. Zum Beispiel: "Passt perfekt zu diesem Gericht: unser Grauburgunder vom Kaiserstuhl" oder "Make it Surf – halber Hummer zum Steak". Diese modularen Elemente erlauben eine flexible Kombination und unterstreichen die Alleinstellungsmerkmale des Betriebs.

Auch das Format der Speisekarte hat einen Einfluss. Eine übersichtliche Querformat-Speisekarte auf einer einzigen Seite kann die Orientierung erleichtern und spontane Entscheidungen fördern. Visuelle Elemente wie Icons für "vegetarisch", "hausgemacht" oder "besonders beliebt" können Empfehlungen hervorheben und den Gästen helfen, sich zurechtzufinden.

Beilagen als Umsatzchance nutzen

Beilagen sind mehr als nur eine Ergänzung zum Hauptgericht, sie bieten eine Möglichkeit, den Umsatz zu steigern. Anstatt sie automatisch im Menü zu inkludieren, können sie als zusätzliche Option angeboten werden. Statt "Burger mit Pommes" kann die Speisekarte "Burger – unsere Empfehlung: Süßkartoffel-Pommes oder Trüffel-Fries dazu" auflisten. Erfahrungen zeigen, dass viele Gäste sich trotzdem für eine Beilage entscheiden.

Kleine Upgrades wie "extra Käse" oder "knuspriger Bacon" können ebenfalls als Zusatzoptionen gelistet werden, idealerweise direkt unter dem Hauptgericht. Kombinationsvorschläge wie "Passt perfekt zu unserem Steak: Rosmarinkartoffeln mit Zitronenbutter" regen ebenfalls zu weiteren Bestellungen an. Ein hochwertiges und verlockendes Angebot bei optionaler Wahl kann den Umsatz mit minimalem Aufwand deutlich steigern.

Weniger Auswahl für mehr Qualität und Effizienz

Eine zu umfangreiche Speisekarte birgt betriebswirtschaftliche Risiken. Sie kann zu langen Entscheidungsprozessen bei den Gästen, hohem Aufwand in der Küche und unnötigem Warenschwund führen. Eine schlanke, fokussierte Karte erleichtert nicht nur die Wahl für den Gast, sondern optimiert auch die Abläufe im Betrieb.

Eine überschaubare Auswahl ermöglicht eine effizientere Küchenarbeit, eine bessere Lagerhaltung und eine konstantere Qualität. Sie unterstützt eine klare Positionierung des Betriebs, beispielsweise für regionale Küche oder vegane Spezialitäten. Die Kalkulation von Wareneinsatz und Deckungsbeiträgen wird einfacher. Eine regelmäßige Analyse der Nachfrage hilft, die Karte dynamisch anzupassen und Gerichte zu streichen, die nicht gut laufen.

Geschichten erzählen und emotional binden

Eine Speisekarte kann mehr als nur informieren. Sie kann durch Geschichten über Herkunft, Zubereitung oder die Menschen dahinter eine emotionale Bindung schaffen. Das hebt einen Betrieb von der Konkurrenz ab.

Die DEHOGA Beratung schlägt vor, die regionale Herkunft zu betonen und Lieferanten vorzustellen. Details zur Zubereitung wie "schonend gegart bei Niedrigtemperatur" wecken die Neugier. Persönliche Empfehlungen vom Küchenchef oder Serviceteam verleihen der Karte eine persönliche Note. Auch Bilder können Geschichten erzählen und die Speisekarte zu einem Erlebnismittel machen.

Flexible Angebote für Abwechslung

Gäste schätzen Vielfalt, aber eine Speisekarte muss auch wirtschaftlich umsetzbar sein. Eine Mischung aus einem festen Kern und variablen Elementen ist hierfür eine praktikable Lösung. Der feste Kern besteht aus den bewährten Klassikern, die verlässlich gut laufen und sich gut kalkulieren lassen. Der variable Teil bietet Raum für saisonale Spezialitäten oder neue Kreationen.

Neue Gerichte sollten nicht spontan eingeführt werden, sondern basierend auf einer fundierten Kalkulation. Wechselnde Angebote können aktiv kommuniziert werden, etwa als "Wochenempfehlung" oder "Saisonhighlight", um Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Gäste zum Probieren anzuregen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

«Redo» hat es mit seinen XXL-Restaurants zu lokaler Berühmtheit gebracht. Seit einiger Zeit startet der Gastronom als Influencer durch. Über einen Nimmermüden mit einem bescheidenen Traum.

Mit Tim Mälzer und Lukas Mraz bewirbt WienTourismus die kulinarische Vielfalt der österreichischen Hauptstadt. Die Kampagne ist Vorbote für das Themenjahr 2026 und rückt sowohl die klassische Wirtshauskultur als auch die Sterne-Gastronomie in den Fokus.

Sternekoch Alexander Herrmann startet im Wirsberger Bistro „Oma & Enkel“ das Projekt „Knallhart Oma“. Neun Großmütter aus Oberfranken bringen ihre Originalrezepte ohne gastronomische Veränderung auf die Speisekarte des Posthotels – den Auftakt macht Stockfisch aus dem Landkreis Hof.

Auf der Internorga 2026 kämpfen 18 junge Kochtalente um den zehnten Next Chef Award. Unter den Augen einer prominenten Jury um Johann Lafer und Tim Mälzer messen sich die Teilnehmer in der Hamburger Messehalle. Dem Gewinner winken ein eigenes Kochbuch und eine Kooperation mit der Lufthansa.

Pressemitteilung

Mit innovativen Produktkonzepten, modularen Systemlösungen und einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit entwickelt Sander das Sortiment konsequent entlang der Anforderungen von Hotellerie, Gastronomie und Eventcatering weiter. Ob flexible Baukasten- und 2-in-1-Konzepte, ressourcenschonende Refill-Lösungen, kreative Dessert- und Garnierkomponenten oder zeitgemäße vegane und internationale Trendgerichte – alle Neuheiten sind darauf ausgelegt, kreative Freiheit, Prozesssicherheit und wirtschaftliches Arbeiten im gastronomischen Alltag optimal zu verbinden.

Inhaberwechsel in der Hamburger Hafencity: Sternekoch Kevin Fehling gibt seine Puzzle Bar ab. Wie Fehling über soziale Medien mitteilte, wechselt das Objekt mit sofortiger Wirkung in die Hände eines neuen Besitzers. Der Gastronom Kristian Zrno übernimmt die Bar.

Sechs Plätze am Wiesn-Tisch für 1.729 Euro? Ein Gericht bremst Online-Händler und soll Wiesn-Fans vor Abzocke schützen. Doch endgültig gestoppt scheint der Verkauf überteuerter Wiesn-Plätze nicht.

Die offizielle Zeremonie zur Veröffentlichung des Guide Michelin Frankreich findet am 16. März 2026 erstmals im Fürstentum Monaco statt. Die Veranstaltung im Grimaldi Forum wird durch eine Kooperation zwischen dem Fürstentum und der Monte-Carlo Société des Bains de Mer realisiert.

Das Berliner Lutter & Wegner am Gendarmenmarkt feiert sein 215-jähriges Bestehen. Mit einem speziellen Jubiläumsmenü und einem Fokus auf regionale Produkte schlägt es die Brücke zwischen historischer Weinstube und moderner gehobener Gastronomie.

Domino’s Pizza zieht Bilanz für 2025: Während der globale Markenumsatz die Marke von 20 Milliarden US-Dollar überschreitet und das Filialnetz weltweit massiv wächst, drücken steigende Personal- und Warenkosten auf die Margen der Eigenbetriebe in den USA