Wiesnwirte optimistisch trotz drohender Gaskrise und Pandemie

| Gastronomie Gastronomie

Kein Platz für Zweifel - zwei Monate vor dem Oktoberfest zeigen die Wiesnwirte Zuversicht: «Ja, die Wiesn 2022 findet statt!», sagte Wirtesprecher Peter Inselkammer in München bei der Vorstellung des traditionellen Wirtekrugs. «Die Gäste wollen alle kommen. Die Reservierungsanfragen sind enorm.»

Das Bier ist eingebraut, das Personal weitgehend rekrutiert, der Aufbau der Zelte läuft. «Wir wollen, dass das Fest stattfindet», sagt auch der zweite Wirtesprecher Christian Schottenhamel.

Die Wirte gehen nicht davon aus, dass die drohende Gaskrise dem Volksfest zum Verhängnis werden könnte. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Gas für Essen und Trinken abgestellt wird», sagt Schottenhamel. Die Wirte werden dieses Jahr aber auf gasbetriebene Heizstrahler verzichten. Auch sonst werde bereits stark auf Klimafreundlichkeit geachtet, etwa mit solarthermisch gewonnenem Warmwasser, betonte Schottenhamel.

Knapp 201.000 Kubikmeter Gas und rund 2,9 Millionen Kilowattstunden Strom wurden auf dem Fest laut Stadt München 2018 verbraucht - letzteres entspreche dem Jahresbedarf von 1.200 Haushalten, rechnete die «Süddeutsche Zeitung» kürzlich vor.

Die Wiesn-Stadträtin Anja Berger (Grüne) glaubt dennoch nicht, dass das Volksfest an der Energieversorgung scheitern könnte. «Ich glaube, dass es Lösungen geben wird.» Auch der Münchner Wirtschaftsreferent und Festleiter Clemens Baumgärtner (CSU) bleibt trotz steigender Inzidenzen und drängender Energiefragen ungebrochen optimistisch. «Wir bereiten uns darauf vor, dass die Wiesn stattfindet.»

Die Entscheidung, dass die Wiesn 2022 stattfinden soll, hatte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) Ende April verkündet. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit der Eröffnung im Mandarin Oriental Conservatorium bringt Yotam Ottolenghi sein Gastronomiekonzept erstmals nach Amsterdam. Das Restaurant setzt auf regionale Produkte, ein pflanzenfokussiertes Menü und ein Design des langjährigen Partners Alex Meitlis.

Wegen Sanierungen im Nassauer Hof zieht das Wiesbadener Sternerestaurant Ente ab März 2026 vorübergehend in das Kloster Eberbach um. Das bewährte Team um Küchenchef Michael Kammermeier bleibt erhalten und setzt künftig verstärkt auf regionale Produkte im historischen Pfortenhaus.

Das Hamburger Start-up goodBytz liefert mit SAM eine vollautomatische Containerküche an die U.S. Army nach Südkorea. Das System ermöglicht die frische Zubereitung von bis zu 30 Mahlzeiten in wenigen Minuten – und das unabhängig von lokaler Kücheninfrastruktur.

Das Noma in Kopenhagen gilt als eines der besten Restaurants der Welt. Doch Ex-Mitarbeiter werfen Chefkoch Redzepi laut «New York Times» Gewalt und Demütigungen vor. Jetzt zieht der Däne Konsequenzen.

Eine Woche vor der offiziellen Vorstellung der vollständigen Restaurantselektion 2026, hat der Guide Michelin die diesjährigen Preisträger des Bib Gourmand für Österreich bekannt gegeben. Wie die Organisation mitteilt, erhalten in diesem Jahr 26 Restaurants die Auszeichnung neu.

Kurz vor der Veröffentlichung des Guide Michelin Frankreich 2026 sorgen prominente Abwertungen für Aufsehen: Das Pariser Traditionsrestaurant L’Ambroisie verliert nach Jahrzehnten seinen dritten Stern, während auch renommierte Häuser in der Provinz Federn lassen müssen.

Sternekoch Heston Blumenthal kündigt die Schließung seines Zwei-Sterne-Restaurants Dinner by Heston für Januar 2027 an. Neben auslaufenden Pachtverträgen führt der Gastronom steigende Warenkosten und gesundheitliche Gründe für diesen Schritt an.

Feinkost Käfer übernimmt nach einer europaweiten Ausschreibung das Catering in den Lounges des BER und festigt damit seine Präsenz am Berliner Markt sowie im Segment der gehobenen Flughafengastronomie.

Billy Wagner analysiert die strukturelle Ausbeutung in der Sternegastronomie und fordert nach den Noma-Enthüllungen eine ehrliche Debatte über Preise und Arbeitsbedingungen. Der Inhaber des Berliner Sternerestaurants Nobelhart & Schmutzig thematisiert damit ein tief verwurzeltes Systemproblem der gesamten Branche.

Mit 20 Mikrowellen statt einer Kochbrigade: Das Startup Juit eröffnet in Berlin-Mitte einen Pop-up-Store für tiefgekühlte Fertiggerichte. Kunden können ihre Mahlzeit in acht Minuten vor Ort selbst erwärmen oder für den späteren Verzehr mit nach Hause nehmen.