YouLend und Lieferando vermitteln 150 Millionen Euro an Restaurants

| Gastronomie Gastronomie

YouLend und Just Eat Takeaway.com haben eine Zwischenbilanz ihrer Kooperation vorgelegt. Nach Angaben der beiden Unternehmen wurden seit dem Start der Partnerschaft im Jahr 2022 europaweit Finanzierungen in einer Gesamthöhe von mehr als 150 Millionen Euro an Gastronomiebetriebe vermittelt. Die Bereitstellung des Kapitals erfolge in insgesamt sieben europäischen Ländern, zu denen neben Deutschland auch Großbritannien, Irland, die Niederlande, Belgien, Spanien und Polen gehören.

Im Rahmen der Kooperation wurden den Angaben zufolge bislang europaweit mehr als 13.500 Finanzierungen vermittelt. Auf den deutschen Markt entfalle dabei eine Gesamtsumme von 29,2 Millionen Euro, die sich auf 2.455 vergebene Finanzierungen aufteile. Die Verteilung der Mittel im deutschen Bundesgebiet gliedere sich in 1.378 Erstfinanzierungen sowie 1.077 Folgefinanzierungen. Der Anteil der Bestandskunden, die mehrfach Kapital abrufen, übersteige in der europäischen Gesamtbetrachtung die Zahl der Erstantragsteller, wodurch sich die Finanzierung laut den Betreibern zu einem festen Bestandteil der Unternehmensplanung entwickle.

Datenbasierte Vergabeverfahren

Das Angebot wurde initiiert, um Gastronomiebetrieben eine Alternative zu traditionellen Kreditprozessen zu bieten, die sich angesichts der steigenden Inflation, hoher Energiekosten und den Nachwirkungen der Pandemie als zu langsam oder unzugänglich erwiesen hätten. Durch die digitale Integration des Finanzierungsangebots direkt in die bestehende Bestellplattform könnten Inhaber kurzfristige Liquiditätsengpässe überbrücken oder Investitionen in Küchengeräte, Personal und Standorterweiterungen tätigen. Die Bonitätsprüfung basiere auf datengetriebenen Entscheidungsmodellen des Finanzdienstleisters, wodurch auch Kleinstbetriebe ohne klassische Kredithistorie Zugang zu Kapital erhielten.

Weiterer Ausbau geplant

Leonard Strigel, General Manager Europe bei YouLend, erklärt zur strategischen Ausrichtung: „Eine einzelne Finanzierungsentscheidung verändert wenig. Eine Finanzierungsbeziehung, die über Jahre trägt, verändert sehr viel. Wenn ein Restaurant in vier Jahren zehnmal bei uns finanziert, ist das längst kein Kredit mehr – es wird Teil seiner Wachstumsstrategie. Genau dafür ist Embedded Finance gemacht.“ Beide Unternehmen betonen, die Partnerschaft in Zukunft weiter ausbauen zu wollen, um europäischen Gastronomiebetrieben eine dauerhafte finanzielle Infrastruktur für langfristige Investitionen bereitzustellen.

Bart van der Veldt, Director Strategy & Planning Commercial bei Just Eat Takeaway.com, äußert sich dazu wie folgt: „Unsere Restaurantpartner zu unterstützen bedeutet mehr, als sie mit Kund:innen zu verbinden – es bedeutet, ihnen die Werkzeuge für nachhaltiges Wachstum zu geben. Die Integration der Finanzierung von YouLend in unsere Plattform hat es Tausenden von Gastronomiebetrieben in ganz Europa ermöglicht, schnell und zu ihren Konditionen auf Kapital zuzugreifen – ohne die Umgebung zu verlassen, in der sie ihr Geschäft bereits führen. Was wir beobachten, zeigt: Das ist keine Krisenunterstützung mehr – es ist Infrastruktur geworden."

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Handelsgastronomie hat ihren Umsatz 2025 um 7,1 Prozent auf 13,29 Milliarden Euro gesteigert. Damit lag das nominale Wachstum deutlich über dem Plus von 1,8 Prozent in der Gastronomie insgesamt, deren Umsatz preisbereinigt um 2,2 Prozent zurückging.

Der Deutsche Gastro-Gründerpreis 2027 hat seine offizielle Bewerbungsphase gestartet. Ab sofort können Gründer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre gastronomischen Konzepten für den Wettbewerb einreichen.

Das Berliner Restaurant Zum Heiligen Teufel hat bei den True Italian Awards 2026 drei Auszeichnungen gewonnen. Gleichzeitig wurden traditionsreiche Gastronomen und weitere kulinarische Konzepte der Hauptstadt geehrt.

Block House hat 2,5 Millionen Euro in die Modernisierung seines Restaurants Am Kröpcke in Hannover investiert. Der seit 1991 bestehende Standort erhielt unter anderem einen neu gestalteten Gastraum, neue technische Anlagen und eine modernisierte Küche.

Nach dem Brandunglück in der Silvesternacht in Crans-Montana überprüfte die Feuerwehr in Tschechien fast 800 Betriebe. Blockierte Notausgänge und fehlende Feuerlöscher sorgen für Alarm.

Auch in diesem Jahr verleiht der Bundesverband der Systemgastronomie wieder seinen Preis der Deutschen Systemgastronomie. Mit Mmaah!, 60 Seconds to Napoli und Goldies stehen drei unterschiedliche Konzepte im Finale.

Kurz vor dem Oktoberfest beschäftigt die Vergabe der Wiesn-Festzelte die Justiz. Ein Wirt fordert, dass München den Betrieb der großen Bierzelte europaweit ausschreibt. Das Bayerische Oberste Landesgericht verhandelt nun über die Frage, ob der traditionelle Ausschluss auswärtiger Wirte rechtens ist.

Das Kammergericht Berlin hat nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbands eine Trinkgeld-Klausel von Lieferando für unwirksam erklärt. Die Regelung schloss eine Erstattung auch dann aus, wenn das Restaurant die Bestellung stornierte und das Essen nicht ausgeliefert wurde.

Eine Studie der Universität Hohenheim untersucht anhand von rund 200 Tonnen Lebensmitteln für etwa 211.000 Mahlzeiten den Biodiversitäts-Fußabdruck der Hohenheimer Mensa. Die Herkunft der Zutaten spielt nach den Ergebnissen eine entscheidende Rolle.

Eine Verbraucherumfrage im Auftrag von Lightspeed zeigt unterschiedliche Kriterien bei der Auswahl von Restaurantgerichten. 29 Prozent der Befragten achten auf ausgewogene Ernährung, 14 Prozent bestellen Gerichte mit einem hohen Proteingehalt und 15 Prozent interessieren sich für Kalorienangaben.