Wer ab Oktober in Kroatien essen geht, findet auf der Speisekarte neben dem aktuellen Preis einen zweiten Betrag. Er zeigt, was das jeweilige Angebot am 10. September 2026 gekostet hat. Bezahlt wird der aktuelle Preis; der zusätzliche Betrag dient als Vergleichswert.
Die Pflicht gilt ab dem 1. Oktober 2026 für Restaurants und Cafés. Die kroatische Regierung will Preisänderungen damit für Verbraucher sichtbar machen. Nach Angaben der kroatischen Handwerkskammer betrifft die Regelung auch Einzelhändler und andere Dienstleister mit Endkundenkontakt.
Restaurants müssen Referenzpreise auch in ihrer Werbung angeben
Die zusätzliche Preisangabe beschränkt sich nicht auf Speisekarten. Sie gilt auch für Preisauszeichnungen und Werbung, einschließlich Preisangaben im Internet. Betriebe mit eigener Website müssen dort ebenfalls Preislisten bereitstellen.
Wie die Bild berichtet, müssen diese Listen in einem maschinenlesbaren Format veröffentlicht werden. Bei einer Preisänderung seien sie spätestens bis 8 Uhr am Tag der Änderung zu aktualisieren. Frühere Fassungen müssten mindestens 30 Tage öffentlich zugänglich bleiben. Auch auf Werbetafeln im Außenbereich sei der Referenzpreis anzugeben, wenn dort Preise genannt werden.
Zagreber Gastronomen rechnen mit Fragen zu den zwei Preisen
Der Präsident des Zagreber Gastronomieverbandes, Franz Letica, erwartet nach einem Bericht der Bild unter Berufung auf das kroatische Nachrichtenportal Dnevnik.hr Verwirrung bei Gästen. Auf der Karte stünden künftig zwei Beträge, von denen nur einer zu bezahlen sei. Nach seinen Angaben beraten Gastronomen über rechtliche Schritte gegen die Regelung.
Auch für die Betriebe bringt die neue Vorgabe zusätzlichen Aufwand. Die kroatische Handwerkskammer hat Informationen und Vorlagen zur Umstellung bereitgestellt. Der kroatische Arbeitgeberverband warnt vor administrativen und technischen Belastungen, insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen.
Komplexer wird die Preisauszeichnung bei Sonderangeboten. Nach den vorliegenden Angaben können bei rabattierten Waren neben dem aktuellen Preis und dem historischen Referenzpreis weitere Preisangaben erforderlich sein.
Die kroatische Landwirtschaftskammer begrüßt die zusätzlichen Vergleichspreise grundsätzlich. Sie weist zugleich darauf hin, dass ein Preisvergleich allein nicht zeigt, an welcher Stelle der Lieferkette eine Verteuerung entstanden ist. Als mögliche Kostentreiber nennt sie unter anderem Treibstoff, Dünger und Energie.
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