2.000 Langspielplatten in der Suite

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Wenn Otto E. Wiesenthal neue Zimmer in seinem legendären Boutique-Hotel „Altstadt Vienna“ einrichtet, entstehen besondere Räume. In dem Patrizierhaus in Wiens Künstlerviertel gibt es jetzt eine Opera-Suite, mit 2.000 Schalplatten, eine Library-Suite, mit raumhoher Bücherwand mit begehbarer Galerie, und eine Josef-Hoffmann-Suite, die dem Protagonisten der sogenannten Wiener Moderne huldigt.

Alle Zimmer des Altstadt Vienna, das Mitglied bei Romantik ist,  bewegen sich innerhalb eines breiten Spektrums dessen, was das Wiener Lebensgefühl ausmacht.  Auch die drei neuen Suiten – unter der Federführung von Roland Nemetz und planB Architektur entstanden – fädeln sich an diesem nunmehr 61 Zimmer umfassenden roten Faden auf.
 
Im Innenhof-Trakt des Gründerzeithauses „Kirchengasse 41“ entstanden auf 170m² neue Highlights in der Zimmersammlung des wegweisenden Wiener Boutique Hotels. Mit sichtbar gelassenen Stahlbetondecken in über 4 Meter Höhe und gebürsteten Eichendielen – statt dem sonst im Hotel dominierenden klassischen Fischgrätparkett – wurde der ursprünglich industriellen Nutzung der neuen Flächen gehuldigt. Es entstanden drei wohnliche Suiten, jeweils mit eigener thematischer Ausrichtung  - allesamt der kulturellen Identität des Ortes Tribut zollend.

Die Opera-Suite
Wien, Nabel der Musikwelt und gleichzeitig Hauptstadt der Klassik. Dies ist der thematische Erlebnisträger der Opera Suite.
Ein raumdominierendes Stahl-/Nussholzregal präsentiert eine über die Jahre angewachsene Sammlung von ca. 2000 vorwiegend klassischen LPs. Beleuchtet wird letztere vom wohl bedeutendsten Lusterentwurf des 20. Jahrhunderts. Der Metropolitan Luster von Lobmeyr wurde – in etwas größerer Ausführung – für die Metropolitan Opera in New York gebaut.  Für ungestörten und klangvollen Musikgenuss garantiert in dieser Suite M eine Soundanlage von österreichischen Manufakturen sowie ein ikonischer Möbelentwurf von Ray und Charles Eames: ihr berühmter Lounge Chair mit Ottoman. 

Die Library-Suite
Zwei doppelte Altbaukastenfenster dienen der hellen Suite M als Lichtmagnet. Vis à Vis befindet sich das Trägerelement der Suite: eine 6 Meter breite, raumhohe Bücherwand mit begehbarer Galerie. Die Konstruktion aus Schwarzstahl und Ami-Nuss lässt sich durch eine –über 100 Jahre alte - gewendelte Eisenstiege begehen. Letztere befand sich im untersten Geschoss des angrenzenden Stiegenhauses und fiel im Zuge der Umbauarbeiten behördlichen Auflagen zum Opfer. Liebevoll adaptiert dient sie nun als Aufstiegshilfe zu den Literaturexplorationen der Library Suite. Eine Sitzgruppe mit Chaise-Longue und Lounge Chair lädt inmitten des Raumes zum literarischen Verzehr der angebotenen Bücher ein.

Wiener Moderne: Josef Hoffmann Suite 
Wien 1918-2018. 100 Jahre Wiener Moderne. Das Altstadt Vienna widmet nach der Josef Frank Suite (in 2016) einem weiteren Österreichischen Pionier der Architektur und des Design ein Zimmer. Neben Koloman Moser war Josef Hoffmann Mitbegründer der Wiener Werkstätten und einer der  Protagonisten der sogenannten Wiener Moderne.
  
Die lichtdurchflutete Suite L mit 3 Fensterachsen besticht durch seine Balance zwischen alt und neu, farbig und monochrom, kokett und zurückhaltend. Neben den zeitgenössischen Möbelentwürfen von Spaniens Stardesigner Jaime Hayon – der sich dafür von Josef Hoffmann inspirieren ließ – finden man auch Originale Stücke aus 1910 bis 1930. Weiters runden Josef Hoffmann-Nachbauten des Österreichischen Möbelherstellers Wittmann das Sitz- und Liegespektrum der großzügigen Suite ab. Ein luftiger Volant im Raum erlaubt ein kokettes Versteckspiel und offenbart dahinter eine freistehende Badewanne mit Rundumblick in der Suite.    

1902 im sogenannten Ringstraßenstil erbaut, war das Haus in der Kirchengasse 41 ursprünglich das Stadtpalais eines Industriellen aus der österreichisch-ungarischen Monarchie. Dieser war Inhaber einer der größten Sanitärproduktionsfirmen und nützte das Palais später auch für die Ausstellung seiner Produkte.
 
In den 1950er Jahren beherbergte das Gebäude die Pension Bellaria. In den letzten Jahren vor der Eröffnung des Altstadt Vienna wurde das Haus von Emigranten aus Russland bewohnt, die in Wien ihre Ausreisepapiere für die USA, Kanada oder Israel erhielten.
 
1991 entdeckte Otto E. Wiesenthal den leer stehenden Betrieb. Nach Jahren als Geschäftsreisender und zahlreichen Nächtigungen in gesichtslosen Hotels, hatte er das Bedürfnis ein Refugium zu erschaffen, in dem man sich auch abseits von daheim wohl fühlen kann. Er ließ die Pension zum Altstadt Vienna mit damals 24 Zimmern umbauen. 
Die Inzwischen 60 Zimmer in dem verwinkelte Gebäude sind gestaltet von namhaften Designern und Architekten, von Lilli Hollein über bis Adolf Krischanitz bis Matteo Thun. Wiesenthal träumte immer davon, ein Hotel zu betreiben, in dem er auch seine umfangreiche Bildersammlung unterbringen könnte. Im Salon, auf den Gängen und in den Zimmern finden sich Werke von Niki de Saint Phalle oder Annie Leibowitz, Andy Warhol, Franz Ringel, Blume, Walter Schmögner, Lisa Huber, Eva Wagner, Barbara Riedl, R. C. Andersen, Peter Atanasov, Hammerstiel, Ranzoni, Franz Wiesenthal, Kalanikov, Gilbert & George, Gottfried Helnwein, Christian L. Attersee, Miguel Henz, Markus Prachensky und einigen mehr.

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