98 Prozent der Hotels setzen KI ein, viele sehen Grenzen beim Check-in

| Hotellerie Hotellerie

Künstliche Intelligenz gehört laut einer aktuellen Studie von Mews inzwischen zum Alltag vieler Hotels. Nach Angaben des Unternehmens haben 98 Prozent der befragten Hoteliers in den vergangenen sechs Monaten KI in ihren Betriebsabläufen eingesetzt. Gleichzeitig sehen viele Betriebe persönliche Kontakte weiterhin als Aufgabe von Mitarbeitern.

Die Ergebnisse stammen aus einer internationalen Umfrage unter mehr als 500 Unterkünften, die laut Mews zwischen Dezember 2025 und März 2026 durchgeführt wurde. Die Untersuchung befasst sich mit dem Einsatz von KI in verschiedenen Bereichen des Hotelbetriebs.

Viele Hotels behalten Check-in und Begrüßung in menschlicher Hand

Nach Angaben von Mews ist KI im Durchschnitt an elf von 19 häufigen Aufgaben im Hotel beteiligt und übernimmt dabei mehr als die Hälfte des Arbeitsaufwandes. Besonders verbreitet sei der Einsatz in den Bereichen Empfang, Wirtschaft, Speisen und Getränke sowie Team-Management. Laut Studie sei die Nutzung in gehobenen und luxuriösen Unterkünften besonders ausgeprägt.

Gleichzeitig erklärten 59 Prozent der befragten Hoteliers, dass die Begrüßung an der Rezeption und der Check-in weiterhin von Menschen übernommen werden sollten. Laut Mews gilt dies insbesondere für Hotels, die KI bereits intensiv einsetzen.

Wouter Geerts, Director of Market Research bei Mews, wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Die Daten zeigen ein einheitliches Bild: Hoteliers sind optimistisch, was KI angeht, und bereit, sie in großem Umfang einzusetzen, aber sie legen auch ganz klar ihren Einzugsbereich fest.“

Hotels nutzen KI besonders bei Übersetzungen und Datenanalysen

Eine Grafik der Studie zeigt Unterschiede bei Nutzung und Vertrauen in einzelnen Aufgabenfeldern. Besonders stark genutzt werden laut Darstellung Übersetzungen, Preisoptimierung, Datenanalyse, Rechnungs- und Angebotsverarbeitung sowie Bewertungsmanagement. Diese Bereiche ordnet Mews als „ausgereift und akzeptiert“ ein.

Dagegen werden Anwendungen rund um Check-in, Check-out, Gästeanfragen oder Concierge-Kommunikation laut der Grafik zwar häufig genutzt, gleichzeitig bestehe dort jedoch geringeres Vertrauen in eine vollständige Automatisierung. Die Bereiche Loyalty, Mitarbeiterschulung und Zimmer-Upgrades werden laut Darstellung dagegen vergleichsweise zurückhaltend automatisiert.

Viele Betriebe arbeiten laut Studie ohne KI-Richtlinien

Nach Angaben von Mews stehen 92 Prozent der befragten Hoteliers KI im Gastgewerbe positiv gegenüber. 83 Prozent vertrauen laut Studie KI-Werkzeugen bei der Unterstützung von Entscheidungen. Gleichzeitig verfügten 41 Prozent der Betriebe über keine formelle KI-Richtlinie.

Laut den Studienergebnissen berichten Unterkünfte mit formellen Richtlinien deutlich häufiger von starkem Vertrauen in KI. Der Anteil liege dort bei 92 Prozent, während er bei Hotels ohne Richtlinien mit 49 Prozent angegeben werde.

Mews sieht Umsatzsteigerungen als wichtigstes KI-Ziel

Wie aus der Studie hervorgeht, erwarten 52 Prozent der am stärksten mit KI ausgestatteten Unterkünfte von den Anwendungen vor allem Umsatzsteigerungen. Effizienzsteigerungen oder Kostensenkungen seien demnach nachrangig.

Mews kündigte zudem an, eine sogenannte semantische Schicht aufzubauen. Diese solle KI-Werkzeugen Zugriff auf Informationen aus unterschiedlichen Systemen und Arbeitsbereichen ermöglichen. Ziel sei laut Unternehmen eine KI, „die den Kontext einer Unterkunft versteht“.

Matt Welle, CEO von Mews, erklärte dazu laut Mitteilung: „Die Frage ist nicht mehr, ob sie verwendet werden soll, sondern wo sie den meisten Mehrwert schafft.“

Die Ergebnisse der Studie sollen nach Angaben des Unternehmens auch Thema der Veranstaltung Mews Unfold am 27. Mai in Amsterdam sein.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Auf Mallorca eröffnet 2026 The Völkers House von Christian und Ninon Völkers. Das 28 Hektar große Country Estate umfasst 15 Suiten, ein Restaurant, einen Spa sowie ein Equestrian Centre mit Poloplatz.

Das Schlosshotel Berlin führt ein neues Long-Stay-Konzept ein und erweitert sein Angebot hierfür um 15 sogenannte "Schloss Residences". Das Modell kombiniert klassische Übernachtungen mit flexibel buchbaren Servicedienstleistungen.

Pressemitteilung

Was rechtfertigt einen Zimmerpreis von mehreren tausend Franken pro Nacht? Viele würden spontan an spektakuläre Einrichtung, Sterne-Gastronomie oder den Blick auf den St. Moritzersee denken. Für Pia Baumann, Director Front of House im Luxus-Hotel Grace La Margna in St. Moritz, liegt die Antwort an einer ganz anderen Stelle: bei den Menschen.

Das Riva Hotel Konstanz erweitert sein Angebot zum 1. September um zwei neue Penthouse-Suiten mit Blick auf den Bodensee. Damit erhöht sich die Gesamtkapazität des Fünf-Sterne-Superior-Haus auf insgesamt 73 Zimmer und Suiten.

Das legendäre Hotel Adlon soll verkauft werden - doch dafür braucht es die Zustimmung der bisherigen Gesellschafter. Nun kommt aus deren Kreisen Kritik an dem Vorhaben.

Die Accor-Marke Mercure Hotels & Resorts eröffnet mit dem Mercure Gothenburg ihr erstes Hotel in Schweden. Zugleich ist es das zweite Accor-Hotel im Land. Das Haus wird von CIC Hospitality im Rahmen eines Franchisevertrags betrieben. 

Motel One folgt im Wiener Vio Plaza auf H2 und übernimmt das Haus mit 265 Zimmern im kommenden Jahr langfristig. Der Gebäudekomplex in Wien-Meidling kombiniert Hotelnutzung mit großflächigem Einzelhandel, Büroflächen und Wohnungen.

Das Seehotel Niedernberg führt seine neu eröffnete Wellnessanlage Miranu Spa ab August mit einer Doppelspitze aus Lisa Hört und dem ehemaligen Kampfjetpiloten Frank Rosnizeck. Die Anlage erweitert das bestehende Angebot unter anderem um sechs neue Behandlungsräume und mehrere Saunen.

Seminaris erprobt im SeeHotel Potsdam einen humanoiden Serviceroboter für die Kontrolle frisch gereinigter Hotelzimmer. Bis Ende 2026 sollen auch die sieben weiteren Häuser der Gruppe mindestens einen „Billie“ einsetzen.

Vor fast 120 Jahren gründete Lorenz Adlon das berühmte Adlon in Berlin – nun hadert sein Ururenkel mit der Namensgebung. Am liebsten würde er das Adlon und seinen Namen zurückkaufen, verriet Felix Adlon der Süddeutschen Zeitung.