Ururenkel von Hotelgründer: Mit «Mythos Adlon» gut umgehen

| Hotellerie Hotellerie

Vor fast 120 Jahren gründete Lorenz Adlon das berühmte Nobelhotel Adlon in Berlin – nun hadert sein Ururenkel mit der Namensgebung. «Am liebsten würde ich das Adlon und meinen Namen zurückkaufen», sagte Felix Adlon der «Süddeutschen Zeitung». «Ich kann kein Stück Seife mit meinem Namen verkaufen.»

«Mythos Adlon existiert»

Und er stellt klar: «Der Mythos Adlon existiert», so Adlon gegenüber der Zeitung. «Und ich kämpfe dafür, dass man mit dem Mythos gut umgeht.» Dabei geht es ihm auch um seine Familie. «Ich bin stolz auf die Geschichte.» Der prachtvolle Bau in Ostberlin war 1945 bis auf einen Seitenflügel abgebrannt und 1984 vollständig abgerissen worden. In den 1990er Jahren wurde das Hotel nach Originalplänen wieder aufgebaut und am 23. August 1997 neu eröffnet

«Mit Stil und Klasse» geführt 

Von den Plänen der Immobiliengesellschaft Jagdfeld, das legendäre Hotel am Pariser Platz zu verkaufen, hatte Adlon nach eigenen Angaben keine Ahnung. Diese Ankündigung habe ihn «sehr überrascht». Mit den derzeitigen Pächtern, der Luxushotelgruppe Kempinski, ist der 59-Jährige zufrieden. «Kempinski führt das Hotel gut. Jagdfeld hat das neue Adlon mit Stil und Klasse wieder aufgebaut», lobte der Gründer-Nachfahre, der laut «SZ» in Österreich wohnt. 

Die Immobiliengesellschaft Jagdfeld will das Hotel nun für mindestens 280 Millionen Euro verkaufen – braucht dafür aber die Zustimmung der Anleger. Mit dem angestrebten Verkauf sei man in der Position, «frei und aus eigenen Stücken diesen Weg gehen und Deutschlands berühmtestes Hotel in neue Hände geben zu können» (Tageskarte berichtete). 

Felix Adlon war schon früher im Namen der Familie in Erscheinung getreten. So hatte er vor einigen Jahren als Vertreter der Erbengemeinschaft um eine Entschädigung gekämpft, nachdem die Familie 1949 von den Sowjets enteignet worden war (Tageskarte berichtete). (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Unternehmen und Agenturen setzen bei der Organisation ihrer geschäftlichen Veranstaltungen auch im Jahr 2026 auf klassische Tagungshotels. Das geht aus einer Befragung der BWH Hotels Central Europe hervor.

Die Übernachtungen erreichten im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Höchststand, mehrtägige Geschäftsreisen lagen 2025 fast wieder auf Vor-Corona-Niveau. Marco Nussbaum berichtet zugleich von Belegungsproblemen in der Business Hotellerie und fordert eine Diskussion über „investorengetriebene Überkapazitäten“.

Eine gemeinsame Hotelbeteiligung, eine mit 100 Millionen Euro bewertete Software und ein Streit vor Gericht: Grand Metropolitan und das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin widersprechen sich in zentralen Fragen. Jetzt sorgt ein Eigentümerwechsel für eine neue Wendung.

IHG Hotels & Resorts und die Harilela Group erweitern ihre Partnerschaft und gliedern drei Häuser der Marke The Hari in die Vignette Collection ein. Die Vereinbarung umfasst Standorte in London, Hongkong und Singapur.

Die Österreichische Hotelvereinigung fordert gesetzliche Vorgaben zur Echtheitsprüfung von Online-Bewertungen nach italienischem Vorbild. Eine Umfrage belege, dass die Mehrheit der Verbraucher nur verifizierte Hotelbeurteilungen befürworte.

Accor gliedert nach einer umfassenden Renovierung das Hotel Aeschi Interlaken in ihre Handwritten Collection ein. Das Haus mit 40 Zimmern erweitert das Schweizer Portfolio des Konzerns auf 79 Betriebe.

Die Motel One Group startet mit The Cloud One Hotels erstmals in Dresden. Das frühere Revo-Hotel Townhouse Dresden a Vagabond Club am Neumarkt wird als The Cloud One Dresden-Frauenkirche mit 95 Zimmern fortgeführt.

Der Hotelverband Deutschland fordert einen offenen und diskriminierungsfreien Zugang zu agentischen Buchungssystemen. Hotels müssten nach Auffassung des IHA ihre eigenen Preise, Verfügbarkeiten und Direktbuchungsangebote in die neuen Systeme einspeisen können.

Die 12.18. Investment Management GmbH hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht Düsseldorf hat daraufhin die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.

Die DSR Hotel Holding führt im aja Travemünde dauerhaft einen robotergestützten Massageservice ein. Das Pilotprojekt soll ab dem ersten Quartal 2027 auf weitere Häuser der Marken aja und A-ROSA ausgeweitet werden.