Adlon-Familie fordert Rückübertragung von Luxushotel – Prozess startet

| Hotellerie Hotellerie

Die Geschichte des berühmten Hotels Adlon am Brandenburger Tor beschäftigt am Donnerstag (12.00 Uhr) das Verwaltungsgericht Berlin. Die Familie Adlon fordert vom Land Berlin die Rückübertragung von Grundstück und Hotel. Hintergrund ist die Enteignung der Immobilie im Familienbesitz kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Kern des Streits geht es um die Rolle der Familie im Nationalsozialismus und die Rechtmäßigkeit der Enteignung des Luxushauses. Das Gericht geht von einem regen Interesse an dem Prozess aus und verhandelt im großen Plenarsaal. Nach Angaben einer Sprecherin könnte das Urteil noch am selben Tag gesprochen werden.

Einen ersten Antrag auf Rückübertragung der Adlon-Erben hatte das Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen 1997 abgelehnt. Die Kläger sehen jedoch neue Beweise dafür, dass sie selbst Opfer nationalsozialistischer Verfolgung geworden sind, und haben 2019 beantragt, das Verfahren wieder aufzugreifen. Die Adlons seien «faktisch enteignet» worden und hätten damit einen Anspruch auf Entschädigung, wird argumentiert.

Das Adlon gehört heute zur Luxushotelgruppe Kempinski. Berühmt war ursprünglich das alte Luxushotel, das 1907 öffnete. Am Ende des Zweiten Weltkriegs brannte das Hotel 1945 bis auf einen Seitenflügel nieder. 1984 wurde auch dieser Rest abgerissen. Der Name Adlon blieb als Mythos. Mitten im Kalten Krieg kaufte Kempinski den Erben die Namensrechte ab, mehr als 30 Jahre vor dem Mauerfall. Am 23. August 1997 wurde das Hotel Adlon schließlich wiedereröffnet.

Finanziert wurde dies über einen Fonds des Immobilienunternehmers Anno August Jagdfeld. Mehr als 400 Millionen Euro kostete das Projekt, Eigentümer sind 4000 Anleger. Durch den Prozess werde sich an den Eigentumsverhältnissen des Adlons nichts ändern, betonte der Sprecher der Jagdfeld-Gruppe, Christian Plöger, im Vorfeld. Eine Rückübertragung der Immobilie komme nicht in Betracht, sondern allenfalls nur eine finanzielle Entschädigung durch den Staat. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der neue HotelHub Index zeigt für das erste Quartal einen weltweiten Anstieg der Hotelraten, wobei europäische Städte wie Mailand besonders hohe Zuwächse verzeichnen. Geschäftsreisende reagieren mit kürzeren Aufenthalten und dem Ausweichen auf günstigere Standorte.

Der Hotelverband Deutschland hat seinen aktuellen Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2026“ veröffentlicht. Die Publikation analysiert die wirtschaftliche Entwicklung sowie zentrale Kennzahlen der Hotellerie und bietet Hoteliers damit eine wichtige Orientierung für Marktanalysen, betriebliche Entscheidungen und die Einschätzung aktueller Branchentrends.

Die Apartment-Marke Smartments hat ihr Haus im Berliner Prenzlauer Berg nach einer Renovierungsphase wiedereröffnet. Neben neuen Zimmerkategorien für Familien setzt das Unternehmen verstärkt auf mobile Gastgeber und ein multifunktionales Lobbykonzept.

Im Xperience Quartier in Taufkirchen bei München entstehen neben Büroflächen auch ein Hotel und Tagungsbereiche. Nach Angaben von Art-Invest Real Estate hat Hensoldt bereits den kompletten Bürobauteil des Projekts angemietet.

TikTok hat die Einführung von TikTok GO angekündigt. Nutzer in den USA sollen damit Hotels, Freizeitangebote und Touren direkt in der Anwendung entdecken und buchen können. Nach Angaben des Unternehmens wird die Funktion in Videos, Suchergebnissen und Standortseiten integriert.

Die Hotelgruppe Minor Hotels plant bis zum Jahr 2030 die Eröffnung eines neuen Resorts der Marke Anantara am Roten Meer. Das Projekt in Somabay umfasst neben 300 Hotelzimmern auch 150 private Residenzen.

Das Wiener Hotel Altstadt Vienna hat eine Suite nach Harald Krassnitzer benannt. Die Unterkunft wurde laut Mitteilung gemeinsam mit Architekt Roland Nemetz gestaltet und enthält auch persönliche Gegenstände des Schauspielers sowie Designklassiker.

Das Hotel Hafen Hamburg und das Empire Riverside Hotel haben ein Mental-Health-Coaching für Mitarbeiter eingeführt. Nach Angaben des Unternehmens soll das Angebot zur Mitarbeiterbindung und Unterstützung bei beruflichen sowie privaten Belastungen beitragen.

Die neue Hotelmarke Hiamo eröffnet am 15. Mai ihr erstes Haus in Hamburg-Bergedorf. Nach Angaben des Unternehmens setzt das Konzept auf digitale Abläufe und persönliche Betreuung. Die Leitung des Hauses in Hamburg-Bergedorf übernimmt Manuel Dosz.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im März 2026 mehr Übernachtungen verzeichnet als ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg vor allem die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland.