Alpenraum verzeichnet stabile Auslastung bei steigenden Zimmerpreisen

| Hotellerie Hotellerie

Die durchschnittliche Auslastung im Alpenraum liegt im Zeitraum von Mai bis Oktober 2026 mit 42 Prozent nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Nach Angaben von Kohl > Partner zeigt die Nachfragebasis damit eine stabile Entwicklung ohne zusätzliche Dynamik.

Das Wachstum im Alpenraum resultiert primär aus gestiegenen Raten, während die Mengenentwicklung fast unverändert bleibt. Der durchschnittliche Zimmerpreis erhöht sich von 281 Euro auf 295 Euro, was einem Zuwachs von fünf Prozent entspricht. Die Buchungskurven verlaufen flacher als im Vorjahr und Reservierungen erfolgen kurzfristiger.

Verzerrung durch die Verschiebung der Feiertage

Die Monate Mai und Juni müssen laut Mitteilung kumuliert betrachtet werden, da die Vorverlegung von Feiertagen und Pfingstterminen aus dem Juni 2025 in den Mai 2026 den Vergleich beeinflusst. Der Mai schloss mit 58 Prozent Auslastung deutlich über dem Vorjahr, begünstigt durch die Feiertage und frühere Saisonöffnungen vieler Betriebe.

Der Juni liegt mit einer Auslastung von 58 Prozent leicht unter dem Vorjahresniveau. In der gemeinsamen Betrachtung beider Monate relativiert sich der Kalendereffekt. Für die Hauptmonate Juli und August werden aktuell Auslastungen von 51 Prozent beziehungsweise 45 Prozent gemeldet, wodurch weiterhin Nachfragepotenzial besteht.

Regionale Unterschiede prägen Preisbild

Regional zeigt sich im Alpenraum eine differenzierte Entwicklung bei den Kennzahlen. Südtirol erreicht mit 48 Prozent die höchste Gesamtauslastung und bestätigt mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 330 Euro seine Preisführerschaft.

Das Bundesland Bayern verzeichnet eine Auslastung von 43 Prozent und registriert mit einem Zimmerpreis von 242 Euro das stärkste relative Preiswachstum. Dies geschah jedoch ohne einen entsprechenden Anstieg bei der Auslastung. Tirol steigert seine Auslastung auf 37 Prozent und verbucht das stärkste relative Wachstum, bleibt im absoluten Niveau aber zurück. Der Zimmerpreis in Tirol steigt auf 256 Euro.

Hohe Kosten belasten Ergebnis

Trotz des steigenden Umsatzes pro verfügbarem Zimmer belasten steigende Mitarbeiter-, Energie- und Wareneinsatzkosten die Margen der Hotelbetriebe. Eine geopolitisch bedingte Sonderkonjunktur ist für den Alpenraum derzeit nicht erkennbar.

Thomas Steiner, Managing Partner von Kohl Partner, teilt dazu mit: „Wir sehen aktuell keinen Nachfrageboom, sondern eine stabile Basis in einem fragileren Umfeld. Die geopolitischen Spannungen wirken weniger als kurzfristiger Schock, sondern als dauerhafte Unsicherheitskomponente. Das beeinflusst Investitionsentscheidungen, Finanzierungskosten und Risikobewertungen. Entscheidend ist nicht, ob der RevPAR steigt, sondern ob Betriebe ihre Ergebnisstruktur nachhaltig absichern. Wer Fixkostenquote, Kapitalbindung und Produktivität nicht konsequent optimiert, wird trotz höherer Umsätze unter Margendruck geraten.“

Matthias Trenkwalder, Geschäftsführer von RateBoard, ergänzt: „Wir beobachten deutlich kürzere Buchungsvorläufe und einen sehr kurzfristigen Pickup, insbesondere für Juli und August. Preisentscheidungen müssen eng an der realen Nachfrage ausgerichtet werden. Dynamische Steuerung ist entscheidend, um Auslastung und Rate im Gleichgewicht zu halten.“

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Bollants Spa im Park in Bad Sobernheim hat seine umfangreiche Renovierung abgeschlossen und den Hotelbetrieb wieder aufgenommen. Modernisiert wurden Zimmer, öffentliche Bereiche und der Spa-Bereich.

Brera Serviced Apartments übernimmt den Betrieb der geplanten 56 Serviced Apartments im Berliner Projekt Midstad Berlin Schloßstraße. Die Fertigstellung der gemischt genutzten Immobilie ist für Ende 2027 vorgesehen.

Nach dem Eigentümerwechsel hat der Alpenhof Murnau nach eigenen Angaben erste Investitionen in Höhe von rund einer halben Million Euro umgesetzt. Dazu zählen ein neues Golf.Loft, modernisierte Badezimmer, eine Poolbar und der Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten entwickelt sich der Hotelimmobilienmarkt in Deutschland und Österreich nach Einschätzung von Marktteilnehmern stabil. Gleichzeitig gewinnen belastbare Cashflows, professionelles Asset Management und alternative Finanzierungsformen an Bedeutung.

Sunday Hotels hat die Übernahme von 24 Hotels in Deutschland offiziell bestätigt. Die Häuser wurden zuvor unter den Marken Accor, Wyndham und H+ betrieben und gehörten zuletzt zum Portfolio der insolventen Revo Hospitality Group.

In Iserlohn im Sauerland soll in den kommenden Tagen der Bau eines Hotels aus recycelten Seecontainern beginnen. Das digitale Hotelkonzept von Tin Inn kommt ohne Rezeption und Restaurant aus und richtet sich vor allem an Geschäftsreisende.

Eine neue Untersuchung zur KI-Sichtbarkeit von 515 Hotels im DACH-Raum kommt zu dem Ergebnis, dass privat geführte Häuser in generativen Suchsystemen nur selten empfohlen werden. Besonders Hotelketten schneiden deutlich besser ab.

Nach den Kündigungen zahlreicher Beschäftigter im Garner Hotel Mainz haben sich die Beteiligten auf Abfindungen geeinigt. Wie der SWR berichtet, hätten sich die Hotelgruppe Novum Hospitality und die betroffenen Mitarbeiter nach Verhandlungen verständigt.

Der Krefelder Hof stellt seinen Hotelbetrieb zum 30. September 2026 ein. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem Asbestfunde im Südturm und fehlende Finanzierungsmöglichkeiten für die Hotelentwicklung.

Das Amsterdamer Handelsgericht ordnet eine Untersuchung der Grand Metropolitan Hotels Holding B.V. an. Die Richter äußern Zweifel an Sacheinlagen, Corporate Governance und Informationspolitik – und sprechen in ihrer Begründung sogar von möglicher „heißer Luft“. Unternehmenschef Martin Smura weist die Kritik zurück und spricht von einem eskalierten Gesellschafterkonflikt.