Alpine Destination Report 2027: Schweizer Bergdestinationen erzielen höhere Preise

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Schweizer Bergdestinationen erzielen in der Wintersaison 2026/27 teilweise deutlich höhere Übernachtungspreise als österreichische Ferienorte. An der Spitze des Vergleichs liegt Zermatt mit durchschnittlich 639 Euro pro Nacht. Österreichs teuerste Destination ist Lech Zürs / Warth-Schröcken mit 569 Euro. Das geht aus dem Alpine Destination Report 2027 der Prodinger Tourismusberatung hervor.

Zermatt und St. Moritz führen internationales Preisranking an

Auf den Plätzen zwei und drei folgen St. Moritz mit 581 Euro und Lech Zürs / Warth-Schröcken mit 569 Euro. Dahinter liegen Grindelwald mit 529 Euro, Arosa mit 526 Euro und Saanen / Gstaad mit 517 Euro. Kitzbühel erreicht 510 Euro, Serfaus-Fiss-Ladis 503 Euro und St. Anton am Arlberg 502 Euro.

Am unteren Ende des untersuchten österreichischen Vergleichs stehen die Kitzbüheler Alpen–Brixental mit 306 Euro und die Kitzbüheler Alpen–St. Johann mit 285 Euro. Zwischen Zermatt und St. Johann liegt damit ein Preisunterschied von rund 124 Prozent.

Die Untersuchung vergleicht die durchschnittlichen Preise für ein Doppelzimmer mit Halbpension in der Wintersaison 2026/27. Grundlage sind Preisabfragen bei mindestens fünf Vier-Sterne-Hotels je Destination. Die Prodinger Tourismusberatung erhob die Daten im August und Oktober 2026 für die Neben- und Hauptsaison. Nicht stornierbare Tarife und Aktionspreise blieben unberücksichtigt.

Schweizer Skigebiete verlangen auch höhere Skipasspreise

Auch bei den Tageskarten für die Skigebiete liegen Schweizer Destinationen vorn. In Zermatt kostet ein Tagesskipass 111,40 Euro, in St. Moritz 101,80 Euro und in Davos 100,70 Euro. Trotz der höheren Preise schnitten die österreichischen Skigebiete bei den Gästebewertungen im Durchschnitt besser ab.

Die Tourismusberatung verweist darauf, dass hohe Übernachtungspreise nicht automatisch eine höhere Rentabilität bedeuteten. Sie zeigten vielmehr Unterschiede bei der Marktpositionierung und der Zahlungsbereitschaft der jeweiligen Gästegruppen.

Schweizer Destinationen profitieren von stärkerem heimischen Gästemarkt

Unterschiede gibt es auch bei der Herkunft der Gäste. In den untersuchten Schweizer Destinationen entfielen durchschnittlich 51 Prozent der Nächtigungen auf inländische Gäste. In Österreich lag dieser Anteil bei knapp 13 Prozent.

Bei den österreichischen Destinationen spielt der deutsche Markt mit rund 49 Prozent der Nächtigungen eine zentrale Rolle. Die Schweiz verfüge dagegen neben ihrem stärkeren heimischen Markt über Nachfrage aus Fernmärkten wie den USA, Indien und Südkorea.

Unterschiedliche Tourismusmodelle in Österreich und der Schweiz

Die Prodinger Tourismusberatung beschreibt für die Schweiz eine Ausrichtung auf das hochpreisige Marktsegment. Internationale Marken, exklusive Angebote und hochalpine Standorte ermöglichten dort eine entsprechende Preisgestaltung.

Österreich verfüge dagegen über ein breiteres Beherbergungsangebot. Neben Premiumbetrieben spiele die mittelständische Hotellerie eine Rolle. Damit würden unterschiedliche Zielgruppen und Preissegmente angesprochen. Zudem gewinne die Verbindung von Sommer- und Wintertourismus an Bedeutung.

Auch die Höhenlage beeinflusse die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Destinationen wie Zermatt und St. Moritz könnten von ihren hochalpinen Standortvoraussetzungen profitieren, die Vorteile bei Schneesicherheit und Saisonstabilität bieten könnten. Für niedriger gelegene Orte verweist die Untersuchung auf die Weiterentwicklung des Sommerangebots, ganzjährige Nutzungskonzepte und eine breitere Aufstellung touristischer Leistungen.

Der Alpine Destination Report 2027 vergleicht ausgewählte Bergdestinationen in Österreich und der Schweiz anhand ihrer touristischen Nachfrage, Preispositionierung, Angebotsstruktur und Standortvoraussetzungen.

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