Angriff auf Hotelgruppe: Daten von bis zu 500 Millionen Marriott-Gästen gestohlen

| Hotellerie Hotellerie

Bei einem Hacker-Angriff auf die Marriott-Hotelgruppe, sind möglicherweise bis zu 500 Millionen Starwood-Daten entwendet worden. Bei der Cyber-Attacke dürfte es sich um den größten Datenklau der Hotelgeschichte handeln. Auch andere Hotelmarken werden immer wieder von Online-Kriminellen geknackt.

Die weltgrößte Hotelgesellschaft erklärte, dass es sich bei rund 327 Millionen Kunden um eine Kombination von Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Passnummer, Geburtsdatum, Geschlecht, Ankunftsdatum, Abreiseinformation, Reservierungsdatum und mehr handelt.

Bei einigen Gästen seien auch verschlüsselte Kreditkartendaten erbeutet worden, diese seien aber doppelt verschlüsselt gewesen.

Marriott kann bisher nicht ausschließen, dass auch die zur Entschlüsselung nötigen Dateien gestohlen worden seien.

„Wir bedauern diesen Vorfall zutiefst“, sagte Arne Sorenson, Präsident und Chief Executive Officer von Marriott. „Wir tun alles, was wir können, um unsere Gäste zu unterstützen, und nutzen die gewonnenen Erkenntnisse, um besser voranzukommen.“ Ferner sagte der Marriott-Chef:

„Wir arbeiten hart daran, dass unsere Gäste mit einer speziellen Website und einem Call Center Antworten auf Fragen zu ihren persönlichen Daten erhalten. Wir werden auch weiterhin die Bemühungen der Strafverfolgung unterstützen und mit führenden Sicherheitsexperten zusammenarbeiten, um Verbesserungen zu erzielen. Schließlich investieren wir die notwendigen Ressourcen, um Starwood-Systeme auslaufen zu lassen und die laufenden Sicherheitsverbesserungen in unserem Netzwerk zu beschleunigen," so Sorenson weiter.

Marriott hat nach eigener Aussage damit begonnen, betroffene Gäste per E-Mail zu informieren. Für weitere Fragen hat das Unternehmen eine eigene Website eingerichtet. Deutsche Gäste können sich zudem unter der Nummer 0800-180-1978 an die Hotline von Marriott wenden.

Marriott International ist der größte Hotelkonzern weltweit mit knapp 6.500 Häusern in 127 Ländern. Das Portfolio umfasst Hotels unter dem Dach 30 führender Marken: Bulgari Hotels and Resorts, The Ritz-Carlton und The Ritz-Carlton Reserve, St. Regis, W, EDITION, JW Marriott, The Luxury Collection, Marriott Hotels, Westin, Le Méridien, Renaissance Hotels, Sheraton, Delta Hotels by MarriottSM, Marriott Executive Apartments, Marriott Vacation Club, Autograph Collection Hotels, Tribute Portfolio Design Hotels Gaylord Hotels, Courtyard, Four Points by Sheraton, SpringHill Suites, Fairfield Inn & Suites, Residence Inn, TownePlace Suites, AC Hotels by Marriott, Aloft, Element, Moxy Hotels und Protea Hotels by Marriott. Zum Unternehmen gehört außerdem das preisgekrönte Bonusprogramm Marriott Rewards inklusive The Ritz-Carlton Rewards und Starwood Preferred Guest.

Es dürfte sich hierbei um den größten Datenklau der Hotelgeschichte handeln. Hotelgruppen scheinen allerdings besonders anfällig für Hacker zu sein.

Das Treue- und Belohnungssystem der Radisson Group ist erst vor wenigen Wochen Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Dabei wurden nach Medienberichten Daten von einer kleinen Anzahl Teilnehmer gestohlen. Betroffen waren unter anderem die Namen, physischen Adressen sowie einige Firmennamen. Radisson teilte mit, dass finanzielle Daten oder Passwörter nicht von dem Angriff betroffen gewesen seien. . 

Gleiches Schicksal bei Accor: Im Sommer hatten Hacker Daten vom Server des der Accor-Tochter FastBooking gestohlen. Während der E-Commerce-Dienstleister FastBooking zum gesamten Ausmaß des Angriffs lange schwieg, warnte eine Japanische Hotelkette fast 125.000 betroffene Gäste, so heise Online.

Wie Bleeping Computer mitteilte erbeuteten die Eindringlinge Informationen wie Vor- und Nachnamen von Hotelgästes, Nationalität, Postanschrift, E-Mail-Adresse und Informationen zur Hotelbuchung (Name des Hotels, Check-in und Check-out).


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Stiftung der Familie Zech kauft den Öschberghof. Das Luxushotel in Donaueschingen wird Teil der Severin*s Hotels & Resorts. Der Betrieb soll mit bestehender Ausrichtung weitergeführt werden. Michael Artner bleibt nach Angaben des Unternehmens weiterhin verantwortlich für die Leitung des Resorts.

Der Betreiber des Hotels auf Burg Schnellenberg in Nordrhein-Westfalen hat Insolvenz angemeldet. Während der vorläufige Insolvenzverwalter die Sanierungschancen prüft, wird der Betrieb in Attendorn vorerst fortgesetzt.

Der Fahrdienstvermittler Uber Technologies hat neue Funktionen und Produkte vorgestellt, darunter erstmals Hotelbuchungen direkt in der App. Die Integration erfolgt in Kooperation mit Expedia und wird zunächst in den USA eingeführt.

Das Schlosshotel Klaffenbach in Chemnitz erhält einen neuen Betreiber. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, übergeben Silke und Ralf Langer nach insgesamt 17 Jahren Tätigkeit im Haus den Hotelbetrieb an die Primaro Holding unter der Leitung von Darija und Petar Marovic.

Die Motel One Group hat 2025 erstmals die Marke von einer Milliarde Euro Umsatz überschritten. Das Unternehmen meldet steigende Kennzahlen und weitere Expansion in Europa.

Das Modeunternehmen Louis Vuitton hat in London ein zeitlich begrenztes Hotelkonzept eröffnet. Wie mehrere Medien berichten, befindet sich das sogenannte Pop-up-Hotel am Berkeley Square im Stadtteil Mayfair und ist bis Ende Juni 2026 zugänglich.

WorldHotels startet mit WorldHotels Backdrop eine neue Kollektion für internationales Glamping. Das Unternehmen reagiert damit auf prognostizierte Umsatzsteigerungen im globalen Markt für naturnahe Luxusunterkünfte.

Mit der Eröffnung des Hotels Binidufà vervollständigt die Vestige Collection ein rund 800 Hektar großes Landgut im Norden Menorcas. Das Konzept verbindet zwei Standorte mit unterschiedlichen gastronomischen Schwerpunkten.

Die Kempinski Gruppe plant ihr erstes Projekt für Markenresidenzen in Saudi-Arabien. In zentraler Lage in Mekka entstehen insgesamt 302 Wohneinheiten mit angeschlossener Hotel- und Einzelhandelsinfrastruktur.

Norton warnt in einem Blogbeitrag vor einer neuen Betrugsmasche mit echten Hotelbuchungen. Täter nutzen reale Reservierungsdaten, um Reisende zu täuschen und Zahlungsinformationen abzugreifen.