arcona nach Wiedereröffnung: „Manche Auflagen sind ungerecht und unwirtschaftlich"

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Die arcona Hotels & Resorts sind seit einer Woche wieder geöffnet, das Romantik Hotel auf der Wartburg, das Hotel Elephant in Weimar, das Wyn.Strandhotel auf Sylt, das Hanseatic Hotel in Göhren und die arcona Living Appartements First Sellin auf Rügen haben bereits ihre ersten Gäste empfangen. Das Gartenhotel Erika wird derzeit renoviert und soll im Winter 2020/2021 runderneuert wiedereröffnen.

„Es war für uns alle eine merkwürdige Woche, das Abstandhalten ist gerade in unserer Gastgeber-Branche für Gäste und Mitarbeiter befremdlich“, resümiert Kommunikationschefin Christiane Winter-Thumann. Deshalb werden nun nochmal Anpassungen vorgenommen, gerade was auch die Platzierung der Tische in den Restaurants anbelangt, „wir möchten trotz Abstandsregeln so viel Atmosphäre wie möglich erhalten, das wird uns auch gelingen. Aber dies ist für uns alle Neuland und ein komplexes Thema“, sagt sie.

Die Herausforderungen zur Wiedereröffnung der Häuser sind für eine kleine Hotelgruppe wie arcona enorm, denn es müssen fünf Häuser in zwei Ländern und drei verschiedenen Bundesländern unterschiedlichste behördlichen Auflagen umsetzen. Diese sind zum Teil zehn Seiten lang – berechtigt, aber dennoch herausfordernd. „Hier müssen wir unsere Mitarbeiter, und vor allem auch unsere Gäste mit auf die Reise nehmen“, sagt arcona-Geschäftsführer Alexander Winter. Gerade die Vorgaben des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, das den Hoteliers nur 60 Prozent Auslastung zugesteht, führen zu erheblichen Startschwierigkeiten.

„Das ist unwirtschaftlich und auch ungerecht. Viele Betriebe waren zu Pfingsten und an den Folgetagen bereits zu 90 Prozent gebucht, welche der Gäste sollen sie denn nun wieder ausbuchen?“, fragt sich Winter. Er hatte versucht mit mehreren Kollegen zusammen Druck auf die Politik auszuüben, aber das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald hat den Eilantrag eines Kollegen gegen die Obergrenze in Hotels und Pensionen wegen der Corona-Pandemie abgelehnt. So oder so hätte sich Alexander Winter mehr bundeseinheitliche Lösungen gewünscht. „Dieser Flickenteppich ist für alle Hoteliers, die mehrere Häuser in Deutschland besitzen, fast schon eine Katastrophe.“

Dabei will er von Katastrophen nach den vergangen zweieinhalb Monaten nicht mehr viel hören. „Wir sind mit blauem Auge durch diese Krise gekommen, nun schauen wir optimistisch in die Zukunft.“ Dankbar sei er, dass er und sein Geschäftspartner Prof. Stephan Gerhard im vergangenen Jahr die Stadthotels verkauft hätten. „Das ist zugegeben gerade ein Glücksfall für uns, das konnte keiner vorhersehen.“ Nun will er nach vorne blicken, gerade im Hinblick auf die Expansion. Sowohl mit seinem Unternehmen arcona, aber auch bei den barefoot Hotels von Til Schweiger soll es bald neue Standorte geben. „Auch unseren Kindern und Kindeskindern zuliebe müssen wir versuchen, die Wirtschaft in Deutschland und Europa schnellstmöglich wieder auf solide Beine zu stellen.“


 

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