Brandjacking: Hotelverband fordert rote Karte für Google

| Hotellerie Hotellerie

HOTREC, der europäische Gastgewerbe-Dachverband, ist äußerst besorgt über die von Google angekündigten Änderungen seiner Markenpolitik. Google will zukünftig unter Ausnutzung seiner dominanten Marktposition jedem Vermittler gestatten, die Markennamen der gehandelten Produkte in Google-Anzeigen frei zu verwenden. Tageskarte berichtet bereits zu diesem Thema.

Europäische Unternehmen können so die wichtige Kontrolle über ihre Markennamen, vollständig verlieren. HOTREC fordert das Europäische Parlament und den Rat auf, in der bevorstehenden Verordnung über Geschäftsbeziehungen von Plattformen („P2B-Regulierung“) noch mehr Gewicht auf den Schutz der Rechte europäischer Unternehmen auf Kontrolle über ihre Marken zu legen.
Die Ankündigung von Google, jedem Online-Vermittler oder Informationsdienstleister bei der Werbung auf Google die freie Nutzung der Markennamen von Produkten zu gestatten, ist eindeutig ein Angriff auf die Autonomie der Unternehmen, die Kontrolle über ihre geistigen Eigentumsrechte auszuüben. Dieser Schritt bedeutet eine enorme Wertminderung der Rechte an Markennamen von Unternehmen. Der Markenschutz wird damit immer irrelevanter, was nicht akzeptabel sein darf.

„HOTREC fordert das Europäische Parlament und den Rat auf, den Markenschutz europäischer Unternehmen in den laufenden Verhandlungen über P2B-Regulierung zu erhöhen, wie von HOTREC beiden Institutionen vorgeschlagen", sagte Christian de Barrin, CEO von HOTREC.

„Die derzeitige Änderung der Werberichtlinien von Google wird zu höheren Werbekosten führen und die Gewinne von Google erhöhen, ohne dass europäische Unternehmen oder Verbraucher zusätzlichen Nutzen daraus ziehen. Außerdem werden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) keine faire Chance haben, in Google-Werbung noch selbst zu erscheinen", so Markus Luthe, Vorsitzender der HOTREC Distribution Task Force.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Six Senses plant für 2027 vier Neueröffnungen in Mailand, Spanien, Tel Aviv und Saudi-Arabien. Vorgesehen sind Stadthotels, ein Resort auf einem historischen Anwesen und eine Anlage in einer Wüstenlandschaft.

Das Designer Motel glockna in Fusch an der Großglocknerstraße hat fünf Chalets und einen Infinitypool fertiggestellt. Die Eröffnung des Hotels mit Zimmern, Suiten, Spa und Restaurant ist für den 19. Dezember 2026 geplant.

Hotels unter einer Marke stellen inzwischen 45,5 Prozent der Hotelzimmer in Deutschland. Der DACH-Bericht von Horwath HTL dokumentiert steigende Markenanteile in allen drei Ländern und die Expansion durch Marken- und Betreiberwechsel.

Charlotte Pauls ist in den Bremer Familienbetrieb rund um das Hotel Munte eingetreten. Sie und ihr Cousin Luca vertreten die fünfte Generation der Unternehmerfamilie und sollen Mitte 2027 gemeinsam die Betriebsleitung übernehmen.

Premier Inn meldet zehn Hoteleröffnungen und 19 Prozent mehr Halbjahresumsatz in Deutschland. Zugleich steigt der bereinigte Vorsteuerverlust auf acht Millionen Pfund. Für das Gesamtjahr hält Whitbread am Gewinnziel für Deutschland fest.

Relais & Châteaux stellt seinen 580 Mitgliedern die Plattform MyImpact zur Verfügung. Sie erfasst CO₂-Bilanzen der Hotels und schätzt mögliche Emissionsminderungen; ab 2027 sollen betriebliche Praktiken auch in die Bewertung der Häuser einfließen.

May & Co. plant neben dem Kölner Dom ein Hotel mit rund 250 Zimmern. Die Untergeschosse des bestehenden Büro- und Geschäftshauses sollen erhalten bleiben; die Fertigstellung ist für Mitte 2030 vorgesehen.

Die So!Apart 2026 diskutiert das Verhältnis von Hotellerie und Apartmentsegment sowie Fragen zu Finanzierung und Buchungen über KI-Suche. Die Fachtagung findet am 18. und 19. November im Berliner Metropol statt.

 

Die Hotelstars Union sieht Fortschritte bei der Kennzeichnung der Hotelsterne in KI-Assistenten und auf Buchungsplattformen. Sterne sollten ausschließlich für offiziell klassifizierte Hotels verwendet und Bewertungen europaweit einheitlich dargestellt werden.

Firmen mieten bei Havens Living Wohnungen für ihre Beschäftigten: Seit September 2025 sind es nach Unternehmensangaben bereits 400 Apartments in Frankfurt, Berlin und Hamburg. International Campus will die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern ausbauen.