Cyberangriffe auf Hotels: HSMA entwickelt Handlungsempfehlungen

| Hotellerie Hotellerie

Die fortschreitende Digitalisierung in der Hotelbranche führt laut Angaben der Hospitality Sales & Marketing Association Deutschland e.V. (HSMA) zu einer wachsenden Bedrohung durch Kriminalität im Internet. Wie der Verband mitteilt, wurde in Zusammenarbeit mit der Kanzlei Spirit Legal ein spezielles Fachbuch erstellt, das konkrete Maßnahmen zum Schutz von Gästedaten und IT-Systemen bündelt. Hintergrund dieser Veröffentlichung ist eine steigende Anzahl von Sicherheitsvorfällen, die von gefälschten E-Mails bis hin zu Manipulationen in Buchungssystemen und bei Zahlungsaufforderungen reichen. Das Dokument mit dem Titel Cybersecurity in der Hotellerie richtet sich an die Mitglieder des Verbandes und soll die Widerstandsfähigkeit der Betriebe gegen digitale Angriffe stärken.

Strategische Relevanz sensibler Gastdaten

Nach Einschätzung von Peter Hense, Partner bei Spirit Legal und Mitglied der HSMA, ist die Sicherheit der Informationstechnik längst kein reines Fachthema mehr, sondern eine Aufgabe der Unternehmensführung. Laut Hense verarbeitet die Hotellerie täglich hochsensible Daten wie Informationen zu Kreditkarten oder Reisepässen. Die Komplexität der IT-Strukturen mit zahlreichen Verbindungen zu externen Plattformen mache Hotels zu attraktiven Zielen für Kriminelle. Statistisch gesehen konzentrieren sich Angriffe oft auf Regionen mit hoher touristischer Dichte und internationalem Gästepublikum, da dort das Aufkommen an digitalen Transaktionen besonders hoch ist. Die Sicherung dieser Datenflüsse sei laut dem Experten ein entscheidender Faktor für das Vertrauen der Gäste in die jeweilige Destination.

Technische Schutzmaßnahmen und menschliche Schwachstellen

Der neue Leitfaden beleuchtet technische Grundlagen sowie organisatorische Verantwortlichkeiten im Hotelalltag. Als kurzfristig umsetzbare Schritte empfiehlt der Verband die verpflichtende Nutzung einer Mehr-Faktor-Authentisierung, eine konsequente Verwaltung von Nutzerrechten sowie die strikte Trennung zwischen dem Funknetzwerk für Gäste und den internen Systemen. Neben technischen Aspekten rückt der Bericht den Faktor Mensch in den Fokus. Mitarbeiter an der Rezeption oder im Verwaltungsbereich seien aufgrund von Zeitdruck häufig anfällig für Täuschungsversuche. Anna Heuer, Geschäftsführerin der HSMA Deutschland e.V., betont in diesem Zusammenhang, dass viele Angriffe nicht bei technischen Lücken, sondern bei der gezielten Manipulation von Angestellten ansetzen. Kriminelle nutzten dabei oft die Hilfsbereitschaft des Personals aus, etwa durch gefälschte Support-Anfragen.

Kooperation über externe Schnittstellen hinweg

Ein wesentlicher Teil der Sicherheitsstrategie liegt laut dem Verband in der Absicherung externer Verbindungen. Angriffe erfolgen demnach häufig über Schnittstellen zu Buchungssystemen, Vermittlungsplattformen oder Zahlungsdienstleistern. Um Risiken frühzeitig zu identifizieren, rät die HSMA zu einem intensiven Informationsaustausch zwischen den Hotelbetrieben, den Technologiepartnern und den Verbänden. Aktueller Anlass für diese Empfehlungen sind jüngste Wellen von Angriffen, bei denen Gäste über manipulierte Kommunikationswege dazu verleitet wurden, Zahlungen für tatsächliche Buchungen an falsche Empfänger zu leisten. Das Fachbuch steht ab sofort zur Verfügung und soll als Grundlage für eine branchenweite Lernaufgabe dienen, um die Sicherheitstandards in den verschiedenen Regionen nachhaltig zu erhöhen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Österreichs Hotels erwarten für die Wintersaison stabile Übernachtungszahlen, aber rückläufige Betriebsergebnisse. Hohe Beschäftigungskosten, zurückhaltende Gästeausgaben und erschwerte Finanzierungen belasten die Betriebe.

Six Senses plant für 2027 vier Neueröffnungen in Mailand, Spanien, Tel Aviv und Saudi-Arabien. Vorgesehen sind Stadthotels, ein Resort auf einem historischen Anwesen und eine Anlage in einer Wüstenlandschaft.

Das Designer Motel glockna in Fusch an der Großglocknerstraße hat fünf Chalets und einen Infinitypool fertiggestellt. Die Eröffnung des Hotels mit Zimmern, Suiten, Spa und Restaurant ist für den 19. Dezember 2026 geplant.

Hotels unter einer Marke stellen inzwischen 45,5 Prozent der Hotelzimmer in Deutschland. Der DACH-Bericht von Horwath HTL dokumentiert steigende Markenanteile in allen drei Ländern und die Expansion durch Marken- und Betreiberwechsel.

Charlotte Pauls ist in den Bremer Familienbetrieb rund um das Hotel Munte eingetreten. Sie und ihr Cousin Luca vertreten die fünfte Generation der Unternehmerfamilie und sollen Mitte 2027 gemeinsam die Betriebsleitung übernehmen.

Premier Inn meldet zehn Hoteleröffnungen und 19 Prozent mehr Halbjahresumsatz in Deutschland. Zugleich steigt der bereinigte Vorsteuerverlust auf acht Millionen Pfund. Für das Gesamtjahr hält Whitbread am Gewinnziel für Deutschland fest.

Relais & Châteaux stellt seinen 580 Mitgliedern die Plattform MyImpact zur Verfügung. Sie erfasst CO₂-Bilanzen der Hotels und schätzt mögliche Emissionsminderungen; ab 2027 sollen betriebliche Praktiken auch in die Bewertung der Häuser einfließen.

May & Co. plant neben dem Kölner Dom ein Hotel mit rund 250 Zimmern. Die Untergeschosse des bestehenden Büro- und Geschäftshauses sollen erhalten bleiben; die Fertigstellung ist für Mitte 2030 vorgesehen.

Die So!Apart 2026 diskutiert das Verhältnis von Hotellerie und Apartmentsegment sowie Fragen zu Finanzierung und Buchungen über KI-Suche. Die Fachtagung findet am 18. und 19. November im Berliner Metropol statt.

 

Die Hotelstars Union sieht Fortschritte bei der Kennzeichnung der Hotelsterne in KI-Assistenten und auf Buchungsplattformen. Sterne sollten ausschließlich für offiziell klassifizierte Hotels verwendet und Bewertungen europaweit einheitlich dargestellt werden.