Demo in Leipzig: Motel One beherbergt jetzt keine „Querdenker“ mehr

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Nachdem die drei Motel One-Hotels in Leipzig für das kommende Wochenende, an dem tausende Gegner der Corona-Politik in Leipzig demonstrieren wollen, wegen guter Auslastung nicht mehr buchbar waren, zieht das Unternehmen jetzt die Reißleine. Alle Beherbergungsverträge zu dem Datum werden gekündigt.

Motel One schreibt auf Twitter: „Aufgrund der Größe und räumlichen Nähe der Veranstaltung zu unseren Hotels haben wir uns dazu entschlossen, alle Beherbergungsverträge mit Anreisedatum 06.11.2020 und/oder 07.11.2020 zu kündigen. Die Sicherheit unserer Gäste & Mitarbeiter steht an 1. Stelle“
 

Zuvor hatten lokale Medien berichtet, dass viele „Querdenker“ bei Motel One unterkommen würden. (Tageskarte berichtete) Die „Querdenker“ würden die Münchner Hotelkette dafür feiern. Motel One sagte, noch am Dienstagmorgen, man halte sich an die Vorgaben und erkenne die Teilnahme an einer Demonstration nicht als geschäftliche Reise an.“ Dennoch waren alle drei Motel One-Hotels am Dienstagmorgen auf der Webseite des Unternehmens für den 6. und 7. November, den Vortag und den Tag der „Querdenker“-Demo nicht buchbar. Auf telefonische Nachfrage wurde der Tageskarte-Redaktion im Motel One am Augustusplatz mitgeteilt, dass alle drei Häuser ausgebucht seien.

Viele der Demonstranten suchen derzeit in Leipzig für angekündigte die Corona-Leugner-Demo am 7. November noch Schlafplätze, da nach dem Beherbergungsverbot Hotels private Übernachtungen storniert haben. Bislang habe das nicht für die die Hotelkette Motel One gegolten, berichtete die Online-Zeitung „Kreuzer“ und zitiert aus den Telegramgruppen der „Querdenker“. Man solle bei der Anmeldung einfach angeben, man wäre wegen der Demonstration in Leipzig. „Die sind sehr freundlich und machen das ohne Diskussion“ wird in einer Telegramgruppe verlautbart. Und weiter: „Lasst uns aus Dankbarkeit das Hotel vollmachen“.  In einer anderen Telegramgruppe schwärmten „Querdenker“ von problemloser Abwicklung bei Motel One, so der „Kreuzer“.

Zu der Demonstration in der Messestadt werden rund 20 000 Menschen erwartet. Für Diskussionen hatte in den sozialen Netzwerken die Frage nach möglichen Hotelübernachtungen gesorgt, weil damit gerechnet wird, dass viele Demonstranten aus benachbarten Bundesländern anreisen werden.

Laut der Sächsischen Corona-Verordnung dürfen Hotels seit Montag keine Touristen mehr aufnehmen. Die Teilnahme an einer angemeldeten, genehmigten Versammlung zähle nicht zu «touristischen Zwecken», hieß es aus dem Sächsischen Sozialministerium. Daher dürften Personen, die in einem Hotel übernachten wollen, um an einer solchen Versammlung teilzunehmen, auch beherbergt werden.


 

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